GOLD im Team für Sideris Tasiadis und SILBER im Team für Birgit Ohmayer, die beiden Schwabenkanuten bei der EM in Slowenien

Sideris Tasiadis holte GOLD im Team

GOLD im Team bei den Canadier Einer Herren - Sideris Tasiadis ist neuer Europameister in Tacen geworden, seine Vereinskameradin Birgit Ohmayer holte SILBER im Team bei den Canadier Einer Damen - herzlichen Glückwunsch an die beiden, Alexander Grimm, der dritte Schwabenkanute hatte leider Pech, in der Teamwertung genauso wie im Einzel - die deutsche Slalom Nationalmannschaft ging im Einzelwettbewerb diesmal ganz knapp leer aus und konnte hier - seit langer Zeit - keine Medaillen herausfahren.

Der erste EM-Finalstag war trotz Unterbrechung nach einem heftigen Gewitter der erfolgreichste.

EM-Gold für die Canadier-Einer Herren

Das deutsche Canadier-Einer-Team mit Sideris Tasiadis (Augsburg) und den beiden Leipzigern Nico Bettge und Franz Anton fuhr zum Titel und sorgte für Jubel in der DKV-Mannschaft. "Uns freut es, dass wir nach elf Jahren endlich wieder einmal EM-Gold in der C1-Mannschaft gewonnen haben.", freute sich Sideris Tasiadis, "Das Gewinnen macht in der Mannschaft besonders Spaß, weil das Zusammenspiel stimmen muss – und wir sind einfach ein gutes Team.“

EM-Silber für Canadier-Einer Damen

Die Canadier-Einer-Mannschaft der Damen mit Andrea Herzog, Lena Stöcklin (beide Leipzig) und Birgit Ohmayer (Augsburg) hatte zuvor im Auftaktfinale mit Silber hinter den favorisierten Britinnen für eine kleine Überraschung und für Zufriedenheit bei Disziplin-Bundestrainer Felix Michel gesorgt: „Das haben sie gut gemacht. Der Einstieg oben hat wunderbar funktioniert, wir wollten im ersten schwierigen Aufwärtstor Reißverschluss fahren. Der Plan ging auf, das hat so gut geklappt, dass man das Lachen in den Gesichtern gesehen hat."

Am zweiten Finals-Tag verpassten die Slalom-Kanuten des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) in den ersten Einzelentscheidungen der Europameisterschaften in Tacen (Slowenien) den Sprung auf das Podest nur knapp.

Winzige 0,06 Sekunden fehlten am Ende für Sebastian Schubert (Hamm) zum Gewinn der Bronzemedaille im Rennen der Herren im Kajak-Einer, die sich Weltmeister Jiri Prskavec (Tschechien) sicherte. Seine Teamkollegen Alexander Grimm (Augsburg) und Fabian Schweikert (Waldkirch) waren nicht ins Finale der besten 15 gefahren, schieden im Halbfinale als 19. und 21. aus.

Keine Medaillen im C2-Finale

Gleich dreifach waren die Deutschen im C2-Finale vertreten, am Ende gab es aber auch hier keine Medaille. Die Weltmeister Franz Anton/Jan Benzien (Leipzig) wurden in einem starken Endlauf Fünfte. Die Merseburger Robert Behling/Thomas Becker fuhren zwar wie schon im Halbfinale die insgesamt schnellste Zeit, fielen jedoch durch zwei Berührungen noch auf Rang acht zurück. David Schröder/Nico Bettge (Leipzig) paddelten auf Rang zehn. „Platz vier bei Olympia, Platz fünf hier – ich glaube, es war ein fantastisches Rennen, was die Jungs hier alle gezeigt haben. Auf einer relativ leicht ausgehangenen Strecke haben ein, zwei kleine Fehler den Unterschied zwischen Platz eins und fünf ausgemacht“, analysierte Routinier Jan Benzien. Europameister wurden die Franzosen Pierre Picco/Hugo Biso. Sie gewannen vor Andrzej Brzezinski/Filip Brzezinski (Polen) und Jonas Kaspar/Marek Sindler aus der Tschechischen Republik.

Stimmen von Lena Stöcklin und Jasmin Schornberg

Im Canadier-Einer der Damen paddelte Lena Stöcklin als beste Deutsche auf den siebten Platz. „Ich ärgere mich wahnsinnig, weil ich vor allem am letzten Drop sehr viel Zeit verloren habe. Aber ich bin super happy, dass ich im Finale war und es ist Anfang der Saison – ich denke, es geht auf jeden Fall noch ein bisschen aufwärts“, sagte die Leipzigerin. Ihre Vereinskollegin Andrea Herzog konnte nach zwei großen Bestrafungen im Halbfinaldurchgang nicht in den Medaillenkampf eingreifen und wurde 20.. Die Medaillen gingen an Kimberley Woods (Großbritannien), die Tschechin Tereza Fiserova und Nadine Weratschnig aus Österreich.

In den beiden letzten Finals am Sonntag kamen die Ränge fünf und acht hinzu.

Im Kajak-Einer der Damen paddelte Jasmin Schornberg auf den fünften Platz und ärgerte sich gleich hinter der Ziellinie über den Finallauf. „Ich habe am letzten Aufwärtstor viel Zeit verloren, weil ich dort abgerutscht bin. Und die Walze ganz zum Schluss hatte ich vorher immer gut getroffen, nur im Finale bin ich dort hängen geblieben. Es ist megacool ins Finale gekommen zu sein, trotzdem blöd, dass ich nicht zeigen konnte, was ich kann“, meinte die 30-Jährige. Der EM-Titel ging an die Österreicherin Corinna Kuhnle, Silber und Bronze an Stefanie Horn (Italien) und Marie-Zelia Lafont (Frankreich). Ricarda Funk (Bad Kreuznach) und Caroline Trompeter (Hanau) verpassten durch Berührungen im Halbfinale den Einzug in die Runde der besten Zehn und belegten die Ränge 13 und 16.

Kein Erfolg im Canadier-Einer

Auch im Finale der Canadier-Einer blieb eine Medaille aus, drei Berührungen waren für Franz Anton (Leipzig) zu viel für eine Platzierung auf dem Treppchen. Der Slowake Alexander Slafkovsky konnte so seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen, Thomas Köchlin (Schweiz) gewann Silber, Bronze ging durch Michal Martikan ebenfalls in die Slowakei. Sideris Tasiadis (Augsburg) konnte nicht mit um die Medaillen fahren, er war im Halbfinale zwar schnell unterwegs, handelte sich allerdings zwei Torstabberührungen ein und schied als Zwölfter aus.

Trummer sieht die Sportler "am Anfang einer sehr langen Saison mit der WM als Höhepunkt"

„Natürlich will man bei einer EM-Medaillen gewinnen“, sagte DKV-Chefcoach Michael Trummer zum Abschluss, „uns bleibt immerhin je einmal Gold und Silber in den Mannschaften. Wir hatten sieben Boote in den Einzelfinals, einige unserer Besten haben noch dazu ganz knapp den Finaleinzug verpasst. Wir sind im nacholympischen Jahr, haben in der Vorbereitung Abstriche gemacht, einige haben den Fokus auf längere Praktika oder Berufsausbildungen gelegt. Von daher sind wir am Anfang einer sehr langen Saison mit der WM als Höhepunkt. Darauf werden wir uns zielgerichtet vorbereiten, die Weltcupserie für Stabilität nutzen und auch an engeren Linien arbeiten.“
Ergebnisse, EM in Tacen

Finale, Team-Wettbewerbe
Herren, Kajak-Einer: 1. Tschechien (Prskavec, Tunka, Prindis) 101,28 (0), 2. Frankreich (Biazizzo, Combot, Neveu) 101,73 (0), 3. Polen (Polaczyk, Okreglak, Popiela) 104,01 (0), ... 15. Deutschland (Schubert, Grimm, Schweikert) 258,87 (156).
Canadier-Einer: 1. Deutschland (Tasiadis, Bettge, Anton) 108,96 (2), 2. Slowenien (Savsek, Bozic, Bercic) 111,13 (2), 3. Italien Ivaldi, Colazingari, Cipressi) 112,98 (0).
Canadier-Zweier: 1. Frankreich (Klauss/Peche, Picco/Biso, Scianimanico/Cailhol) 120,44 (0), 2. Polen (Pochwala/Szczepanski, Brzezinski/Brzezinski, Wiercioch/Majerczak) 128,21 (2), 3. Tschechien (Karlovsky/Jane, Kaspar/Sindler, Koplik/Vrzan) 132,23 (8), ... 5. Deutschland (Behling/Becker, Anton/Benzien, Schröder/Bettge) 143,02 (6).
Damen, Kajak-Einer: 1. Slowenien (Kragelj, Tercelj, Novak) 122,60 (2), 2. Spanien (Goikoetxea, Chorraut, Martinez) 125,68 (2), 3. Frankreich (Baudu, Lafont, Prigent) 129,39 (2), ... 7. Deutschland (Funk, Schornberg, Trompeter) 174,58 (50).
Damen, Canadier-Einer: 1. Großbritannien (Woods, Franklin, Gibson) 153,24 (8), 2. Deutschland (Herzog, Stöcklin, Ohmayer) 157,32 (8), 3. Tschechien (Fiserova, Jancova, Rihova) 158,48 (10).

Finale Einzel-Wettbewerbe
Herren, Kajak-Einer: 1. Mateusz Polaczyk (POL) 83,06 (0), 2. Dariusz Popiela (POL) 83,63 (0), 3. Jiri Prskavec (CZE) 84,03 (0), 4. Sebastian Schubert (GER/Hamm) 84,09 (0), 5. Vit Prindis (CZE) 84,59 (0), 6. Peter Kauzer (SLO) 84,69 (0), ... im Halbfinale ausgeschieden: 19. Alexander Grimm (GER/ Augsburg) 88,82 (0), 21. Fabian Schweikert (GER/Waldkirch) 89,18 (0).
Canadier-Zweier: 1. Pierre Picco/Hugo Biso (FRA) 98,22 (0), 2. Andrzej Brzezinski/Filip Brzezinski (POL) 99,09 (0), 3. Jonas Kaspar/Marek Sindler (CZE) 99,20 (0), 4. Piotr Szczepanski/Marcin Pochwala (POL) 99,68 (0), 5. Franz Anton/Jan Benzien (GER/Leipzig) 100,66 (0), 6. Michal Wiercioch/Grzegorz Majerczak (POL) 100,85 (0), ... 8. Robert Behling/Thomas Becker (GER/Schkopau) 101,70 (4), 10. David Schröder/Nico Bettge (GER/Leipzig) 103,17 (4).
Damen, Canadier-Einer: 1. Kimberley Woods (GBR) 110,31 (2), 2. Tereza Fiserova (CZE) 112,90 (0), 3. Nadine Weratschnig (AUT) 116,19 (4), 4. Nuria Vilarrubla (ESP) 117,46 (4), 5. Claire Jacquet (FRA) 117,61 (4), 6. Zulfia Sabitova (RUS) 123,30 (6), 7. Lena Stöcklin (GER/Leipzig) 127,64 (0), im Halbfinale ausgeschieden: 20. Andrea Herzog (GER/Leipzig) 219,78 (106), in der Qualifikation ausgeschieden: 22. Birgit Ohmayer (GER/Augsburg).
Herren, Canadier-Einer: 1. Alexander Slafkovsky (SVK) 88,92 (0), 2. Thomas Köchlin (SUI) 91,63 (2), 3. Michal Martikan (SVK) 93,82 (2), 4. Benjamin Savsek (SLO) 94,86 (2), 5. Matej Benus (SVK) 94,88 (2), 6. Matyas Lhota (CZE) 97,75 (2), ... 8. Franz Anton (GER/Leipzig) 99,28 (6), im Halbfinale ausgeschieden: 12. Sideris Tasiadis (GER/Augsburg) 96,44 (4), in der Qualifikation ausgeschieden: 23. Nico Bettge (GER/Leipzig).
Damen, Kajak-Einer: 1. Corinna Kuhnle (AUT) 95,37 (2), 2. Stefanie Horn (ITA) 96,38 (0), 3. Marie-Zelia Lafont (FRA) 96,94 (2), 4. Mallory Franklin (GBR) 99,30 (0), 5. Jasmin Schornberg (GER/Hamm) 101,72 (0), 6. Maialen Chorraut (ESP) 103,29 (4), ... im Halbfinale ausgeschieden: 13. Ricarda Funk (GER/Bad Kreuznach) 103,20 (2), 16. Caroline Trompeter (GER/Hanau) 105,40 (4).

Text und Daten nach Jochen A. Meyer, Deutscher Kanu-Verband, DKV-Referent ÖA Kanu-Slalom
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