Tag eins – Qualifikationstag – nicht nur sportliche Höchstleistungen waren gefragt, sondern auch wichtige Gespräche mit der Stadtspitze fanden statt.

links Hans Peter Pleitner und Masanori Shoken Narita
    Augsburg: Am Eiskanal | Tag eins – Qualifikationstag – nicht nur sportliche Höchstleistungen waren gefragt, sondern auch wichtige Gespräche mit der Stadtspitze fanden statt.

Zum 21. Mal findet der ICF Welt-Cup im Kanu-Slalom am Augsburger Eiskanal statt. Dort, wo die olympischen Spiele im Kanuslalom ihren Anfang nahmen, kämpfen auch 2017 viele Olympiasieger mit der Weltelite im wilden Wasser um die Medaillen! Augsburg – die Stadt mit der ersten olympischen künstlichen Kanu-Slalomanlage!
An der Strecke trafen wir heute auch den Präsidenten der Asian Canoe Federation und Präsident des japanischen Kanuverbandes Masanori Shoken Narita aus Tokio, der mit seinem Sekretär Fusanosuke Kambara extra nach Augsburg gereist war, um am Kanuslalom Weltcup teilzunehmen. Voller Begeisterung erzählte er uns, dass er bereits 1969 zum Training am Eiskanal in Augsburg war und bei den olympischen Spielen 1972 in Augsburg mit am Start war. Masanori Shoken Narita ist von der Anlage am Eiskanal total begeistert und bezeichnete sie als schönste Strecke der Welt. Er wünscht sich, dass so eine Strecke auch zu dem olympischen Spielen 2020 in Tokio gebaut wird.

Zuvor war der Präsident des Hauptvereins TSV Schwaben 1847 Augsburg e.V. und Organisationsleiter Hans Peter Pleitner mit den beiden hochrangigen Herren aus Tokio beim Sportreferenten der Stadt Augsburg eingeladen. Sie besuchten den „Goldenen Saal“ im Augsburger Rathaus und erhielten eine spezielle Führung und konnten lange Gespräche mit Dirk Wurm im Fürstenzimmer führen. Augsburg mit seinen Ausstellungen über die Städtepartnerschaften hat sehr gute Kontakte zu den beiden japanischen Partnerstädten Nagahama und Amagasaki

Amagasaki/Japan
• Partnerstadt seit: 1959
• Entfernung: 9263 Kilometer
• Einwohner: 452.979 (Stand 1.6.2016)
Nagahama/Japan
• Partnerstadt seit: 1959
• Entfernung: 9154 Kilometer
• Einwohner: 119.179 (Stand 1.6.2016)

Bekannt gab der japanische Kanupräsident, dass in Nagahama ein Kanuzentrum gebaut werden soll und u.a. auch baldmöglichst ein Kanuslalomzentrum geplant ist. Die Bürger von Nagahama sehen diesem Vorhaben zwar momentan noch etwas kritisch gegenüber, aber aufgrund der guten Städtepartnerschaft mit Augsburg wird dieses Thema „Kanuslalomzentrum“ noch vertieft werden. Dirk Wurm und Hans Peter Pleitner haben bei dem anschließenden Arbeitsessen dann noch intensiv über die Weltmeisterschaft im Kanuslalom 2022 mit den beiden Besuchern aus Tokio gesprochen. Sollte sich Augsburg um die Kanuslalom WM 2022 bewerben, würde Präsident Masanori Shoken Narita sich dafür stark machen, dass die WM 2022 dann nicht turnusmäßig von Tokio (nach den Olympischen Spielen 2020) ausgerichtet würde, sondern Augsbug den Vortritt lassen. Seit acht Jahren ist Masanori Shoken Narita Präsident der Asian Canoe Federation und seit einem ½ Jahr japanischer Kanupräsident. Das ICF Executive Committee Mitglied ist begeistert von Augsburg und seinem tollen Gelände am Eiskanal, besonders liebt er übrigens die berühmten Weißwürste. Wann immer es möglich ist und er in Deutschland weilt, versuchst er frische Weißwürste zu speisen.

Das Bord of Directors wird seine nächste wichtige Tagung im März 2018 in Tokio abhalten und wer weiß, Augsburg als olympischer Gastgeber der Kanuslalom Wettbewerbe 1972 könnte dort seine Erfahrungen mit der ersten künstlichen Slalomstrecke der Welt präsentieren, denn diese dient den Japanern als Vorbild.
In Tokio wird die olympische Slalomanlage ganz in der Nähe des olympischen Dorfes gebaut. Das wird noch spannend. Über das Thema „Bewerbung der Stadt Augsburg als UNESCO Welterbe“ wurde auch mit den Gästen aus Tokio gesprochen, Dirk Wurm und Hans Peter Pleitner sind hier voll mit im Thema und konnten auch das Thema „Denkmalschutz“ mit ansprechen.

Wen trafen wir noch am Qualifikationstag in Augsburg an – den britischen Exkanuten Richard Fox. Fox gewann zwischen 1979 und 1993 insgesamt sechs Gold- und eine Bronzemedaille bei Kanu-Weltmeisterschaften im Einer-Kajak (K1). Bei den Olympischen Sommerspielen 1992 in Barcelona wurde er, ebenfalls im K1, Vierter. Von 1996 bis 2000 war Fox Präsident des ICF-Slalom-Komitees und spielte eine wichtige Rolle in den Bemühungen des Kanu-Weltverbandes um den Verbleib des Kanuslaloms im Programm der Olympischen Spiele von Sydney im Jahr 2000, der aufgrund der hohen veranschlagten Kosten für das Penrith Whitewater Stadium vor dem olympischen Aus stand. Fox war anschließend mehrere Jahre Vizepräsident des Internationalen Kanuverbandes (ICF).

Richard Fox war zum ersten Mal in Augsburg 1976 und sein erstes Slalomrennen in Augsburg müsste Anfang 1980 gewesen sein, erinnerte er sich gerne zurück. Seitdem war er unzählige Male vor Ort und kommt stets gerne hierher. Gemeinsam mit seiner Familie.
Noch einen Olympiateilnehmer von 1972 trafen wir an, den Italiener Roberto d’Angelo, der immer wieder gerne nach Augsburg kommt, nun natürlich in seiner Funktion als Trainer.

Übrigens, knapp 30 Pressevertreter sind akkreditiert, da kommen sicherlich noch sehr gute und wichtige Berichte über die Print / und TV Medien durch.

Und wie sah es sportlich aus am ersten Tag in Augsburg?

Am Qualifikationstag des ersten Heimweltcups der deutschen Slalom-Kanuten in Augsburg sind am Freitag 16 der 17 Boote des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) in die Halbfinals eingezogen.

Wie im ersten Finalrennen in der vergangenen Woche in Prag paddelte Sebastian Schubert (Hamm) in der Qualifikation auf dem Eiskanal heute auf den dritten Rang. Auch Hannes Aigner (Augsburg/8.), Fabian Schweikert (Waldkirch/15.) und Alexander Grimm (Augsburg/29.) zogen bereits im ersten Lauf ins Semifinale ein.

Besonders stark präsentierten sich die Herren im Canadier-Einer. Hinter dem Slowenen Benjamin Savsek fuhren Sideris Tasiadis (Augsburg), Nico Bettge und Franz Anton (beide Leipzig) auf die Plätze zwei bis vier.

Ähnliches Bild bei den Zweier-Besatzungen: Hier platzierten sich David Schröder/Nico Bettge (Leipzig), Robert Behling/Thomas Becker (Schkopau) und Franz Anton/Jan Benzien (Leipzig) auf den Rängen zwei, drei und fünf.

Im Kajak-Einer der Damen fuhren Jasmin Schornberg (Hamm/5.), Ricarda Funk (Bad Kreuznach/6.) und Lisa Fritsche (Halle/S./9.) ebenfalls ganz sicher ins Halbfinale. Caroline Trompeter (Hanau) schaffte als Siegerin des zweiten Durchgangs auf Platz 21 den Einzug in die nächste Runde.

Im Canadier-Einer sind morgen Birgit Ohmayer (Augsburg/13.) und Lena Stöcklin (Leipzig/14.) mit dabei. U23-Fahrerin Elena Apel (Augsburg) schied als 42. aus.

Ergebnisse, Weltcup 2/5 in Augsburg, Qualifikation:
Herren, Kajak-Einer: 1. Jiri Prskavec (CZE) 93,28 (0), 2. Jakub Grigar (SVK) 93,94 (0), 3. Sebastian Schubert (GER/Hamm) 93,96 (0), ... 8. Hannes Aigner (GER/Augsburg) 95,01 (0), 15. Fabian Schweikert (GER/Waldkirch) 96,10 (0), 29. Alexander Grimm (GER/Augsburg) 97,37 (2).
Canadier-Einer: 1. Benjamin Savsek (SLO) 99,70 (0), 2. Sideris Tasiadis (GER/Augsburg) 100,15 (0), 3. Nico Bettge (GER/Leipzig) 100,36 (0), 4. Franz Anton (GER/Leipzig) 101,27 (2).
Canadier-Zweier: 1. Ondrej Karlovsky/Jakub Jane (CZE) 108,78 (0), 2. David Schröder/Nico Bettge (GER/Leipzig) 110,13 (0), 3. Robert Behling/Thomas Becker (GER/Buna Schkopau) 110,24 (0), ... 5. Franz Anton/Jan Benzien (GER/Leipzig) 111,89 (0).
Damen, Kajak-Einer: 1. Mallory Franklin (GBR) 103,19 (0), 2. Corinna Kuhnle (AUT) 103,20 (2), Viktoria Wolffhardt (AUT) 105,89 (2), ... 5. Jasmin Schornberg (GER/Hamm) 106,26 (2), 6. Ricarda Funk (GER/Bad Kreuznach) 106,60 (2), 9. Lisa Fritsche (GER/Halle/S.) 107,30 (0), 21. Caroline Trompeter (GER/Hanau) 106,70 (0).
Canadier-Einer: 1. Kimberley Woods (GBR) 115,22 (0), 2. Jessica Fox (AUS) 118,02 (4), 3. Nuria Vilarrubla (ESP) 118,89 (4), ... 13. Birgit Ohmayer (GER/Augsburg) 126,66 (6), 14. Lena Stöcklin (GER/Leipzig) 126,67 (0), 42. Elena Apel (GER/Augsburg) 184,32 (56).
Text - Teil 1 Marianne Stenglein / Teil 2 Quelle DKV
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