Ehe- oder Einbrecher, wer Aystetten betritt, wird gefilmt und erfasst

Der Aystetter Bürgermeister Peter Wendel wird immer wieder von Bürgern, besonders wegen vermehrten Dämmerungseinbrüchen in der dunkleren Jahreszeit aufgefordert, für mehr Sicherheit zu sorgen. Der Gemeinderat will nun zwei Wochen im August die Ortseingänge probeweise per Video überwachen lassen. Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek


Dass Aystetten eine bevorzugte und gehobene Wohngegend ist, ist auch unter Einbrechern bekannt und so gehört die Gemeinde mit einer Kriminalitätsbelastung bei Wohnungseinbrüchen mit Thierhaupten und Neusäß zur Spitzengruppe bei Wohnungseinbrüchen. Dem will die Gemeinde Aystetten nun mit einer Videoüberwachung an den Ortseingängen entgegen wirken und jeden filmen, der den Ort betritt oder verlässt. Tatsächlich waren es sechs Einbrüche in Aystetten im vergangenen Jahr. Immer wieder kommen deshalb die Einwohner der Gemeinde Aystetten auf Bürgermeister Peter Wendel zu und bitten ihn um eine Lösung, um vor allem die im kommenden Herbst sich dann häufenden Dämmerungseinbrüche abwehren zu können.

Bürgermeister und Gemeinderat wünschen sich nichts mehr als Sicherheit für die Bürger in ihrer Gemeinde und haben deshalb überlegt, beide Ortseinfahrten mit Videokameras überwachen zu lassen und somit mögliche Einbrecher abzuschrecken, ihr Unwesen in der Gemeinde zu treiben oder sie im Nachhinein identifizieren zu können. Wendel hat mit einer entsprechenden Firma bereits Kontakt aufgenommen und schon im August sollen beide Ortseingänge probeweise mit Videokameras bewacht werden.

"Geprüft werden müssen dabei erst einmal die Örtlichkeiten, die Stromversorgung, der nötige Kamerawinkel und die weiteren technischen Möglichkeiten und Voraussetzungen", so Wendel. Die Filme werden keine endlos Filme sein, sondern zeitlich eingestellt werden. Letztendlich sollen diese ausschließlich von der Polizei ausgewertet werden und vor allem nur dann, wenn in diesem Zeitraum auch tatsächlich ein Einbruch stattgefunden hat.

Auch in einer Zeit von Terroranschlägen und Attentaten und Amokläufen müsse man umdenken, was Sicherheit anbelangt, ist sich Wendel sicher, dass dies eine Möglichkeit sein könnte, seine Gemeinde vor Schaden zu bewahren. Dabei versicherte er, dass der normale Bürger durch die Art und Weise der Überwachung in keinster Weise etwas zu befürchten habe.

Nach dem erfolgten Versuch wird der Gemeinderat entscheiden, ob dieses Überwachungssystem fest installiert werden soll. Bedenken gab es im Gemeinderat allerdings noch hinsichtlich des Datenschutzes - in dieser Hinsicht soll noch geprüft werden.

Die Jungen Liberalen Augsburg, wandten sich nun vehement gegen dieses Vorhaben. "Die Überwachung von Ortseingängen erfasst jede Person, die in die Gemeinde Aystetten hinein- oder aus ihr herausfährt. Unbescholtene Bürger werden so unter Generalverdacht gestellt, potenzielle Einbrecher zu sein. Die Unschuldsvermutung wird dadurch missachtet", erklärt Philipp Höfl, der Vorsitzende der Jungen Liberalen Augsburg. Die Jungen Liberalen sehen durch Videoüberwachung an öffentlichen Orten den Datenschutz bedroht. Sie sehen weiter die Überprüfung ob Löschfristen für aufgenommenes Videomaterial eingehalten werden, oder ob mit personenbezogenen Daten sensibel umgegangen wird, als schwer überprüfbar an. Höfl befürchtet gar, dass durch die Überwachung der Ortszugänge auch An- und Abwesenheitszeiten der Einwohner ausspioniert werden könnten und somit Einbrüche noch begünstigt werden könnten. Weiter befürchten sie, dass unbeabsichtigter- oder unerlaubterweise Teile von Privatgrundstücken in die Überwachung mit einbezogen werden könnten. "In Aystetten sollten wir es gar nicht erst so weit kommen lassen, dass die Privatsphäre des Einzelnen gestört wird", fordern die Jungen Liberalen den Gemeinderat auf, die Videoüberwachungs-Aktion schleunigst abzublasen. (Jutta Kaiser-Wiatrek )
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