Pfarrhaus hat zu viele Räume

Es wäre sinnvoll das Pfarrhaus von Aystetten umzubauen und neuen Wohnraum zu gestalten, ein derartiger Umbau kommt mit veranschlagten 600 000 Euro aber viel zu teuer. Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek

Das Pfarrhaus hat ungenutzte Räume, Vermietungsversuche sind nicht geglückt, ein Umbau ist zu teuer. Die Zukunft des Pfarrheims ist für Pfarrer Kretschmer klar: "Es bleibt wie es ist."

Bis 2009 hatte Pfarrer Walter Zimmermann im Pfarrhaus Aystetten gewohnt, dann übernahm Pfarrer Gerhard Kögel, der hauptamtliche Seelsorger im Zentralkrankenhaus, der auch in der Pfarreiengemeinschaft Neusäß-Aystetten mitarbeitet, die Räume. Zwei Stockwerke hat das Aystetter Pfarrhaus und allein die Wohnung des Pfarrers hat etliche Zimmer zu viel, so dass Pfarrer Kögel gerne Platz abtreten würde.

Überflüssig im Haus sind inzwischen auch das ehemalige Pfarrbüro, ein Amtszimmer sowie die Haushälterinnen-Wohnung, erklärt der Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft, Wolfgang Kretschmer. Seit dem Jahr 2009 wurden diese Räume von der Pfarreiengemeinschaft Neusäß-Aystetten nicht mehr gebraucht.

"In den vergangenen fünf, sechs Jahren haben wir deshalb verstärkt versucht, Mieter für die Büroräume zu finden", erklärt der Pfarrer. Dies erwies sich als schwieriges Unterfangen, bisher konnte kein Interessent gefunden werden. Um die Räume im Pfarrhaus nicht so leer stehen zu lassen, gab es nun Überlegungen, ob das Pfarrhaus nicht lieber umgebaut werden sollte.

In einem Gespräch mit der Bischöflichen Finanzkammer wurden erste Überlegungen angestellt, nachdem seit langer Zeit kein eigener Pfarrer mehr in Aystetten ist, in dem 1966 erbauten und 1989/90 umgebauten Pfarrhaus zwei moderne Wohnungen einzurichten.

"Pfarrer Kögel wäre damit einverstanden, einen Teil seiner Wohnung abzugeben. Der Kostenvoranschlag für einen derartigen Umbau beläuft sich auf 600 000 Euro. Auch wenn die Kirchengemeinde auf einen Zuschuss von der Diözese hoffen darf, wird laut Pfarrer Kretschmer die Aystetter Pfarrei St. Martin diese Summe nicht stemmen können. Eine Sammlung, um das Pfarrhaus wieder auf Vordermann bringen zu können, sieht der Pfarrer als unsinnig an. "Es spendet wohl keiner etwas für ein Pfarrhaus, in dem kein Ortspfarrer wohnt", ist er sich sicher.

Sicher ist sich Kretschmer aber auch, dass wohl in den nächsten 50 Jahren kein eigener Pfarrer mehr nach Aystetten kommen werde. Zwingend sei somit, eine billigere Lösung zu finden und von der Variante neue Wohnungen zu bauen, abzukommen. Derzeit sucht Pfarrer Kretschmer deshalb weiterhin nach Mietern für die leerstehenden Büroräume.

Als "politisch hochgekocht" sieht Kretschmer die gleichzeitig aufgekommenen Diskussionen um das Pfarrheim. "Ob das Pfarrheim belegt ist oder nicht, stört keinen und kostet niemand etwas", erklärt er. Derzeit wird das Pfarrheim, bekannt als Haus St. Martin, bewirtschaftet und von dort aus werden auch der Kindergarten "Schneeweißchen und Rosenrot" sowie Aystetter Senioren mit Essen beliefert. Sollte dies aber möglicherweise ab September nicht mehr der Fall sein, so erklärt Kretschmer, sehe die CSU-Fraktion von Aystetten das Pfarrheim von der Schließung bedroht. Das Pfarrheim ist aber darüberhinaus Treffpunkt für Senioren, einige Vereine, Kirchen-, Jugend- und Kinderchor, Frauengruppen und Mutter-Kind-Gruppen und auch das Aystetter Theater "Die Hebebühne" hat dort neben der örtlichen Volkshochschule seine Heimat. Zusätzlich kann es auch Feste gebucht werden.

Kretschmer sieht keinerlei Handlungsbedarf, insbesondere, da das Pfarrheim durch die Pacht, die Miete der Musikschule und regelmäßigen Feiern Einnahmen habe. Ein Defizit trage die Pfarrei. Das Pfarrheim sei somit nicht in Gefahr, es gebe keinerlei Pläne das Pfarrheim zu schließen. "Das Pfarrheim bleibt wie es ist", so seine klare Aussage.
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