Rote Karte für Aystetter Einbrecher

Mit nur zwei Ortseingängen wäre die Gemeinde Aystetten für eine Überwachung mit Kameras bestens geeignet, um Einbrüchen vor allem in der kommenden dunklen Jahreszeit vorzubeugen. Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek


Beinahe alle drei Minuten wird in Deutschland irgendwo eingebrochen. Die Gemeinde Aystetten als bevorzugt gehobene Wohngegend gehört mit der Nachbarstadt Neusäß zur Spitzengruppe bei Haus- und Wohnungseinbrüchen in der Region. Dabei spielt auch die nahegelegene Autobahn eine Rolle, über die die Einbrecher schnell kommen und wieder verschwinden können. Nach einem Einbruch ist für die Betroffenen aber meist nicht nur der materielle Verlust zu verkraften, viel schlimmer ist oft der Schaden an der Seele. Kein Wunder, dass die Aystetter Bürger sich deshalb an ihren Bürgermeister wenden und Lösungen einfordern, um Einbrüche abzuwehren und den Einbrechern ihre Diebestour in Aystetten so schwer als möglich zu machen.

Gerade in der vor der Tür stehenden dunklen Jahreszeit ist wieder vermehrt wieder mit Dämmerungseinbrüchen zu rechnen. Dem Ersten Bürgermeister, Peter Wendel, liegt die Sicherheit seiner Bürger natürlich am Herzen. "Dämmerungseinbrüche kommen in Aystetten insbesondere in den Monaten Oktober/November relativ häufig vor. Auch wenn die Polizei dann verstärkt mit Zivilfahrzeugen kontrolliert, fühlen sich die Bürger nicht allzu sicher und kommen häufig auf mich zu, um Möglichkeiten zu finden, wie ihr Eigentum besser geschützt werden kann", so Wendel, der zu diesem Thema mit der Augsburger Kriminalpolizei in Kontakt steht.

Des Weiteren hatte er mit einer privaten Überwachungsfirma in Stuttgart, auf die er aufmerksam gemacht worden war, Kontakt aufgenommen, um prüfen zu lassen, ob die Möglichkeit einer Video-Überwachung in Aystetten bestünde. Dabei sollen beide Ortseingänge gefilmt und somit festgehalten werden, wer in die Gemeinde hinein und hinaus fährt. Das Filmmaterial würde dabei lediglich die Polizei im Falle eines erfolgten Einbruchs erhalten und nur von dieser ausgewertet werden, nicht von der Aystetter Verwaltung. Auch sind, so erklärte Wendel auf dem Film lediglich die Kennzeichen und der Fahrzeugtyp zu sehen, aber keine Personen.

Dieses Unternehmen, so Wendel, hatte sich die Örtlichkeiten angesehen und festgestellt, dass Aystetten mit nur zwei Ortseingängen sich hervorragend für diese Art der Überwachung eigenen würde. "Es wurde aber nie über eine Testphase gesprochen und es ist niemals eine Kamera gelaufen. Wir wollten diese Möglichkeit lediglich prüfen lassen", betont der Bürgermeister. Des Weiteren kauft die Gemeinde Aystetten auch keine Kameras.

Weiterverfolgt werden soll diese Möglichkeit nur dann, wenn der Gemeinderat sich entscheidet, dass dieses Angebot überhaupt für die Gemeinde in Frage käme. Der Bayerische Datenschutzbeauftragte hat seine Bedenken angemeldet, so dass das Verfahren erst noch geklärt und rechtlich abgesichert werden muss. Von den Aystetter Bürgern hat Wendel nur positive Rückmeldungen erhalten. Sie haben nichts zu verbergen. Wendel ist der Meinung, dass es seine Aufgabe als Bürgermeister ist, gewisse Dinge voranzubringen und zu probieren, ob diese funktionieren, was in diesem Fall geschehen ist. (Jutta Kaiser-Wiatrek )
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2 Kommentare
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Hermann Oehmig aus Gersthofen | 29.09.2016 | 14:58  
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Sebastian Summer aus Aystetten | 29.09.2016 | 19:32  
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