Die Baugenehmigung für das Aystetter Rössle-Gelände ist erteilt

Die Baugenehmigung für die neue Bebauung auf dem Rössle-Gelände ist da und kann somit vom Investor verwirklicht werden. Mitglieder der Opposition in Aystetten hatten mit einer Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren versucht, eine Änderung des Bebauungsplans und Erlass einer Veränderungssperre zu erwirken. Noch halten die Initiatoren des Bürgerbegehrens "Aystetten Mitte" den Termin aufrecht. Die Aystetter Bürger sollen am 14. Juni entscheiden können. Die Baugenehmigung für die neue Bebauung auf dem Rö

Das Landratsamt hat grünes Licht für die Bebauung des Aystetter Rössle-Geländes gegeben. Das Bürgerbegehren ist nun hinfällig, aber noch nicht vom Tisch.

Die geplante Bebauung für das Rössle-Gelände hat so manche Gegner im Gemeinderat auf den Plan gerufen und so geriet das Bauvorhaben zu einem endlosen Thema in Aystetten. Die Opposition verlangte die Änderung des Bebauungsplans "Östliche Hauptstraße" und das Erlassen einer Veränderungssperre. Dies sollte noch greifen, bevor das Projekt des Investors Thomas Puschak behördlich genehmigt wird.

349 Aystetter Bürger hatten bei einer Unterschriftenaktion zugestimmt, somit führte das Bürgerbegehren zu einem Bürgerentscheid. Vom Gemeinderat Aystetten am 16. April einstimmig beschlossen, sollen deshalb die Aystetter Bürger am 14. Juni nun zur Abstimmung schreiten. Da inzwischen aber die Baugenehmigung vom Landratsamt erteilt wurde, hat laut der Gemeindeverwaltung und des Landratsamts diese Abstimmung keinerlei Sinn mehr. Wie Bürgermeister Wendel mitteilte, hatte der Leiter der Kommunalaufsicht im Landratsamt, Johannes Bayerl, erklärt, dass bei bereits erteilten gemeindlichen Einvernehmen und erteilter Baugenehmigung, kein Bürgerentscheid oder Gemeinderatsbeschluss mehr das betreffende Objekt verhindern kann.

Wie von Wendel zu erfahren war, beauftragte er den Geschäftsführer der Verwaltung, Jürgen Schantin mit den Initiatoren des Bürgerbegehrens von CSU, SPD und den Grünen Kontakt aufzunehmen, da diese nun das Bürgerbegehren zurücknehmen könnten. "Die Gemeindeverwaltung hat die beiden offiziellen Vertreter des Bürgerbegehrens Dr. Theo Seitz (CSU) und Karl-Heinz Müller (SPD) angeschrieben und ihnen als Termin den 12. Mai gesetzt. Seitz und Müller halten aber derzeit noch an ihrem Vorhaben fest und wollen am Montag, 11. Mai, um 19.30 Uhr im Bürgersaal Aystetten eine Informationsveranstaltung für diejenigen Bürger durchführen, die sich für das Bürgerbegehren "Aystetten Mitte" ausgesprochen haben.

Einige Tage zuvor, am 8. Mai, laden die Freien Wähler die Aystetter Bürger ebenfalls zu einer Informationsveranstaltung ein. Architekt Volker Schafitel wird über das Bauprojekt referieren und dieses anhand einer 3D-Präsentation sowie an einem Modell erläutern.

Der Bürgermeister erklärte, dass das anstehende Bürgerbegehren, das in der Sache keine Wende mehr bringen kann, die Gemeinde nur viel Geld kosten würde. "Ein Bürgerentscheid gleicht dem Aufwand einer Wahl mit der Bereitstellung von Wahlorten sowie der Versendung von Wahlbriefen an die Wahlberechtigten. Der Gemeinderat hat, für den nach dem Gemeinderatsbeschluss innerhalb von drei Monaten durchzuführenden Bürgerentscheid, 10.000 Euro für die Kosten eingestellt. Der 14. Juni wurde als Termin für den Bürgerentscheid festgelegt. "Der Bürgerentscheid hat keinen Sinn mehr, wird aber, so wie es die Rechtslage vorsieht, durchgezogen. Allerdings ist die Baugenehmigung nicht mehr zu verhindern und alle weiteren Entscheidungen liegen beim Bauherrn", so Wendel. Bauträger Puschak inseriert bereits die geplanten Wohnungen zum Verkauf. Somit könnten weitere Kosten auf die Gemeinde zukommen, wenn der Bauherr die Gemeinde hinsichtlich entstandener Kosten und Zeitverluste in Regress nimmt.

Immer schon wurde im Gemeinderat nach einem Investor gesucht, der im Sinne der Gemeinde investieren sollte. Aystetten braucht nicht nur dringend neuen Wohnraum sondern auch wieder eine Metzgerei. Während alle anderen Investoren den kompletten Platz verbauen wollten, ist die Firma Puschak der Gemeinde weitgehend entgegen gekommen und stellt ihr sogar kostenlos einen freien Platz als Treffpunkt für die Bürger zur Verfügung.

Die Freien Wähler hatten das Vorhaben des Investors somit als gute Lösung für den Platz in der Mitte des Ortes angesehen, der ansonsten weiter ein öder, unbelebter Fleck wäre und die Aystetter Ortsmitte abwerten würde.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.