Endlich wohlige Wärme statt eisiger Kälte in Aystetter Turnhalle

Bürgermeister Peter Wendel zeigt die dicke Wärmehülle, mit der die Schulturnhalle abgedichtet wurde. Er freut sich vor allem, dass die Kosten sich voll im vorgegebenen Rahmen bewegen. Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek


Schule und Turnhalle der Gemeinde Aystetten waren 1963 gemeinsam als modernes Schulzentrum erbaut worden. Während die Grundschule bereits 2010 mit finanzieller Unterstützung des Freistaats Bayern energetisch verbessert und mit einer Wärmehülle versehen wurde, wurde eine Sanierung der Turnhalle im Rahmen des Konjunkturpakets II abgelehnt. Da Aystetten inzwischen durch die Sanierung des Schulgebäudes merkbar Energiekosten einsparen kann - sie spart dadurch zwei Drittel der vorherigen Energiekosten ein - hielt die Gemeinde aber weiterhin an ihrem Vorhaben auch die Schulturnhalle energetisch aufzuwerten fest.

Wiederholt konnte der Schulsport im Winter nicht stattfinden, weil die dafür erforderliche Mindesttemperatur in dem Gebäude nicht erreicht werden konnte", so Bürgermeister Peter Wendel. Auch für Aystetter Vereine, die die Halle in den Abendstunden nutzen, waren die Sportstunden in der kalten Turnhalle nicht angenehm und kaum auszuhalten. Um aber an den Fördertopf der Regierung von Schwaben zu gelangen, wäre eine grundlegende Sanierung der Turnhalle nötig gewesen. Deshalb gab es im Gemeinderat bereits Überlegungen, mit welchen Maßnahmen die Anforderungen für diese Zuschüsse erfüllt würden. Dafür aber wäre eine umfassende Sanierung mit dem Bau neuer Umkleideräume und Duschen nötig geworden. Die Halle selbst sowie die Umkleideräume und sogar der Geräteraum hätten eine vorgegebene Größe erfüllen müssen. Angedacht worden war sogar auch der Bau einer völlig neuen Halle. Der Gemeinderat war sich aber letztendlich einig, dass bei beiden Möglichkeiten Kosten und Nutzen nicht übereinstimmen würden, da das dadurch entstehende Gebäude so im Ort nicht benötigt wird. Damit hätte es keinerlei Sinn gehabt, in ein Projekt mit immens hohen Kosten zu investieren.

"Kindergarten- und Schulkinder sowie die jüngsten Fußballer duschen nicht und die Sportler der Vereine, die am Abend ihrer Leibesertüchtigung nachgehen, fahren ebenfalls lieber zum Duschen nach Hause. Für den Gemeinderat war klar, dass die Halle an Ort und Stelle mit kurzen Wegen für Kindergarten, Schule und die Mitglieder der Vereine verbleiben und lediglich eine energetische Sanierung am Gebäude vorgenommen werden soll. Dafür wurde von der Gemeinde Aystetten ein zinsloses Darlehen, das die Bayern Labo für energetische Sanierungen kommunaler Immobilien gewährt, in Höhe von 695 000 Euro auf zehn Jahre aufgenommen. Somit konnte die Gemeinde mit den Sanierungsarbeiten, für die das Architektenbüro Mair und Strobel die Pläne entworfen hat, beginnen.

Das Gebäude und das Dach wurden inzwischen komplett gedämmt, auch neue Fenster tragen dazu bei, dass die Turnhalle an kalten Tagen problemlos beheizt werden kann und die kleinen und großen Sportler ihrem Hobby nachgehen können, ohne zu erkranken. Interessant ist bei diesem Thema auch die Dachstrahlheizung, die sich an der Decke befindet. Von oben wird somit die Strahlungswärme nach unten gesandt, wird dort reflektiert und geht wieder nach oben. "In anderen Orten wurden damit bereits gute Erfahrungen gemacht", erklärt Wendel. Des Weiteren wurde in der Sporthalle eine Prallwand rund um die Halle in einer Höhe von zwei Metern angebracht.

Der Pausenhof der Schule sei zugleich der Dorffestplatz, so Wendel. Zur Erleichterung für die ausrichtenden Vereine wurde auf der Nordseite der Turnhalle deshalb ein kleiner Raum mit Spülmaschine eingerichtet.

Fast rechtzeitig zum neuen Schuljahr wird die Sanierung der Schulturnhalle beendet sein. "Ende September/Anfang Oktober wird wieder Sportunterricht in der Turnhalle abgehalten werden", freut sich Wendel. (Jutta Kaiser-Wiatrek )
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