Mehr Verkehrsunfälle, weniger Straftaten

Im Dezember 2015: Ehe eine Streife der Polizeiinspektion Bobingen ein Auto in der Bürgermeister-Wohlfarth-Straße in Königsbrunn stoppen konnte, beendete die Verkehrsinsel am Kreisverkehr Höhe Königsallee die Spritztour. Foto: PI Bobingen


Die Zahl der Straftaten ist auf dem niedrigsten Stand seit 15 Jahren. Das gab die PI Bobingen in ihrer Kriminal- und Unfallstatistik für 2015 bekannt. So gingen 2015 im Dienstbereich die Straftaten auf 1764 zurück. "Diese Fallzahl ist weiterhin weit entfernt von den Jahren 2003 bis 2005", erläuterte Erster Polizeihauptkommissar Maximilian Wellner, Leiter der Inspektion. Zum Dienstbereich der PI Bobingen gehören die Städte Bobingen und Königsbrunn, die Gemeinden Wehringen und Oberottmarshausen. Von den 1764 Straftaten fanden 1086 in Königsbrunn statt (im Vorjahr 1135), in Bobingen 606 (610), die restlichen 72 Straftaten in Wehringen und Oberottmarshausen.

Auch die Kriminalitätshäufigkeitszahl, das sind die Straftaten auf 100 000 Einwohner, ging im Dienstbereich zurück auf 3620, im Vorjahr waren es 3730 gewesen. Zum Vergleich: In Augsburg liegt die Kriminalitätshäufigkeitszahl bei 7995 pro 100 000 Einwohner, in Königsbrunn bei 3953, in Bobingen bei 3631. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote auf 66,2 Prozent - in Bayern liegt sie bei 62,8 Prozent. "Somit lebt es sich in Königsbrunn, Bobingen, Wehringen und Oberottmarshausen noch sicherer als im sichersten aller Bundesländer Bayern", findet Wellner.

Während Königsbrunn mit 24 Prozent der ermittelten ausländischen Täter unter dem bayerischen Durchschnitt von 31,5 Prozent liegt, hatten in Bobingen 32,4 Prozent der Straftäter ausländische Wurzeln. Doch Wellner stellt klar: "Die Asylbewerber in unserem Dienstbereich sind bei den Straftaten fast unbeteiligt."

Im Detail ging die Gewaltkriminalität um zwei Prozent zurück, um 16 Prozent die Straßenkriminalität, um 13 Prozent Diebstähle, um 14 Prozent Sexualdelikte, um vier Prozent Sachbeschädigung und die Betrugsfälle um 21 Prozent. Ein dickes Plus gibt es im Bereich der Rauschgiftkriminalität. So stieg die Zahl der Fälle von 44 auf 145. Für Ersten Polizeihauptkommissar Wellner ist klar, dass diese deutliche Zunahme unter anderem an der "intensiven Kontroll- und Ermittlungstätigkeit" der Beamten liege. "Besorgniserregend ist für mich aber, dass in diesen Zahlen die sogenannten legalen Kräutermischungen gar nicht erfasst sind. Wir kennen viele Fälle von Internetbestellungen. Deren Konsum führte bei manchen Personen zur Bewusstlosigkeit. In einem Fall sprang eine junge Frau sogar in ihrem Traumzustand aus dem zweiten Stock."

Ebenfalls zugenommen haben die normalen vorsätzlichen Körperverletzungen, von 140 auf 164 Fälle. Diese Körperverletzungen fanden im häuslichen Bereich statt. "Die gefährlichen Körperverletzungen, diese zählen zur Gewaltkriminalität, gingen um über 22 Prozent zurück", erklärt Wellner. Auch im öffentlichen Bereich habe es einen deutlichen Rückgang von 18 auf zehn Fälle gegeben.

"Das subjektive Sicherheitsgefühl mag bei manchen Bürgern aufgrund der letzten schlimmen Ereignisse und der Terrorgefahr angekratzt sein", so Wellner. "Die objektiven Straftatenzahlen sprechen allerdings in unserem Dienstbereich deutlich dagegen." Die begangenen Straftaten der Flüchtlinge seien in Königsbrunn mit 27 und in Bobingen mit zwölf Delikten gering gewesen. "Täter aus dem osteuropäischen Raum spielen eine wesentlich größere Rolle."

Sorgen macht Wellner, dass im vergangenen Jahr 34 Polizeibeamte der PI Bobingen Opfer von Gewalt wurden: Sie wurden beleidigt und attackiert - neun sogar verletzt. 2014 verzeichnete die PI Bobingen noch 27 Beamte als Opfer, wobei fünf Verletzungen davon trugen.

Verkehrsunfälle

2015 krachte es öfter auf den Straßen im Dienstbereich. 1049 Verkehrsunfälle registrierte die Polizei im vergangenen Jahr - darunter sogar zwei Verkehrstote. 2014 waren es noch 973 Verkehrsunfälle gewesen. In Königsbrunn erhöhte sich die Zahl der Unfälle um 3,9 Prozent auf den bisherigen Höchststand von 603. Deutlich gestiegen sind die Unfälle mit Personenschaden, nämlich von 169 auf 187. Auch gab es mehr Verletzte: 235 Verletzte verzeichnete die Bobinger Polizei, im Vorjahr waren es 214 gewesen. Zugenommen hat ebenfalls die Zahl der Unfälle mit Sachschäden, von 804 auf 862, und die gemeldeten Unfallfluchten von 233 auf 248. Zurückgegangen sind die Verkehrsunfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss um 31,2 Prozent auf elf Unfälle.

Hauptursachen sind laut Wellner Fehler beim Abbiegen, Fehler beim Wenden und Rückwärtsfahren, gefolgt von ungenügendem Sicherheitsabstand, nicht Beachten der Vorfahrt und zu schnelles Fahren. Wellners Fazit: "Dieser Höchststand an Verkehrsunfällen mag mit Sicherheit auch an der zunehmenden Einwohnerzahl und den steigenden Zulassungszahlen liegen." Wellner sieht die Hauptursache aber darin, dass immer mehr Verkehrsteilnehmer unkonzentriert am Straßenverkehr teilnehmen, sei es durch den Blick auf das Handy oder das Navi. "Ich wünsche mit wieder mehr Ruhe, Gelassenheit und somit auch weniger spürbare Aggressivität im Verkehrsgeschehen."
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Jürgen Schacher aus Bobingen | 07.04.2016 | 08:55  
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