Aquamarin in Bobingen: Die Diskussionen gehen weiter

Montag, 12.00 Uhr, 28 Grad, die Sonne scheint. Leider tummeln sich nur wenige Besucher im 50-Meter-Becken. Foto: Elmar Knöchel
 
Auch das Nichtschwimmerbecken liegt verwaist unter der Mittagssonne. Foto: Elmar Knöchel
Bobingen: Aquamarin |

Nachdem ja nun seit Längerem bekannt ist, dass das Aquamarin in Bobingen teilweise neu aufgebaut werden muss, dachte man dass nun erst einmal Ruhe einkehren wird. Doch das Gegenteil ist der Fall.

Die jetzt bekannt gewordenen Pläne des Stadtrates sorgen für Wirbel. Das Bad wird inklusive Hallenbad als Ganzjahresbad konzipiert werden. Das 50-Meter-Becken soll verschwinden und das Hallenbad  ein Cabrio-Dach bekommen. Dazu ist noch ein Sole-Becken im Außenbereich und eine Textilsauna geplant. Viel Stoff zu diskutieren also. Nun hat sich bereits eine zweite Unterschrifteninitiative gebildet, um das 50-Meter-Becken zu erhalten.
Höchste Zeit also, bei den Verantwortlichen nachzufragen. Herr Bernhard Langert, Leiter der Bäderbetriebe in Bobingen, war auch gerne bereit, über die Situation des Bades Auskunft zu geben. "Das Bad, Frei-und auch Hallenbad, sind in die Jahre gekommen. Die Technik  ist wirtschaftlich nicht mehr sanierungsfähig. Daher wird der Neubau unumgänglich, wenn man das Bad erhalten will." Leider sei aber auch die Auslastung nicht mehr in dem Maße gegeben, dass ein eins zu eins Wiederaufbau Sinn machen würde. "Wir müssen auf der einen Seite attraktiver werden, und auf der anderen Seite Kosten reduzieren. Dies sei auch der Rat von Fachleuten gewesen, die von der Stadt mit ins Boot geholt worden waren. Es tue jedem leid, das schöne Sportbecken zu verlieren. Aber die Auslastung sei einfach nicht gegeben, um einen wirtschaftlichen Betrieb aufrecht erhalten zu können. Vor allem, da im Gesamtkonzept eines Ganzjahrebades ja ein 25-Meter-Sportbecken in der Halle vorgesehen sei. Der Betrieb von zwei Sportbecken parallel sei aber sowohl aus betriebswirtschaftlicher Sicht, als auch im Hinblick auf die erforderliche Personaldecke, nicht zu stemmen. Das gelte auch für einen eventuellen Wechselbetrieb. Dies würde ebenfalls einen nicht vertretbaren Aufwand verursachen. "Unser Hauptaugenmerk liegt auf dem Erhalt des Bades", so Langert. Da die Erhaltung des Bades im Vordergrund stehen müsse, werden wohl auch schwierige Entscheidungen getroffen werden müssen.
Auch Andreas Jasinsky, Betriebsleiter des Bobinger Aquamarin würde der Verlust des großen Beckens schmerzen. "Ich  bin auch leidenschaftlicher Schwimmer. Daher hänge auch ich an dem großen Becken." Aber er bestätigt, dass bei der geringen Auslastung der betriebswirtschaftlich sinnvolle Betrieb nicht aufrecht erhalten werden kann. "Die Auslastung des Sportbecken geht immer mehr zurück", erklärt Jasinsky. Auch die Nutzung durch Schwimmvereine und Wasserwacht würden den großen Aufwand nicht rechtfertigen. Alleine die Kosten für Wasseraufbereitung und das Umwälzen des großen Beckens überstiegen schon die tragbaren Kosten. Vom Personalaufwand ganz zu schweigen.
"Wie von Fachberatern bestätigt wurde, wäre durch einen Betrieb als Ganzjahresbad die Auslastung deutlich zu verbessern. Ein Freibad wird halt nur bei gutem Wetter besucht," gibt Bernhard Langert zu bedenken. Durch das angegliederte Hallenbad würden somit auch Schlechtwettertage die Besucherzahlen nicht nach unten drücken. Und durch zusätzliche Attraktionen könnte ein weiterer Anreiz geschaffen werden. Ob das nun ein Solebecken oder eine Textilsauna sein sollen, sei immer noch offen. Ein endgültiger Beschluss sei hierzu noch nicht gefasst und eine Diskussion mit kreativen Vorschlägen jederzeit erwünscht. Es sei auch geplant, die Saunawelt ins Konzept mit einzubinden.
Im Sinne des Erhalts des Aquamarin und der Aufrechterhaltung der Lebensqualität in Bobingen wünschen sich alle Beteiligten, dass möglichst sachlich miteinander umgegangen wird, um einen Kompromiss zu finden, der für alle tragbar ist.
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2 Kommentare
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Jürgen Schuster aus Bobingen | 07.09.2017 | 09:00  
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Elmar Knöchel aus Bobingen | 07.09.2017 | 12:45  
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