Bessere Chancen mit dem Bildungspass

Der Bobinger Bildungspass dokumentiert das Engagement von Jugendlichen. Foto: Mertens

"Bildung ist der Schlüssel zur Integration aller sozialen Schichten", betonte Bürgermeister Bernd Müller in der jüngsten Sitzung des Bobinger Sozialausschusses. Deshalb sei in diesem Bereich jeder Euro gut angelegt, bekräftigte CSU-Sprecher Klaus Förster. Anlass für die kurze Diskussion war ein aktueller Bericht von Quartiersmanager Bernd Beigl über seine Zusammenarbeit mit "Bravo". Dieses Kürzel steht für „Bildungs-Rat aller verantwortlichen Organisationen“, die mit der Erziehung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen befasst sind.

Das sind unter anderem Kindertagesstätten, Schulen, Sport- und Musikvereine, Religionsgemeinschaften und private Anbieter. Gemeinsam bemühen sie sich seit einigen Jahren, den Stadtrat und die Verwaltung in bildungspolitischen Angelegenheiten zu beraten, die Erarbeitung und Umsetzung des städtischen Bildungsplans zu begleiten und die Zusammenarbeit der Stadt mit den Organisationen und Einrichtungen der Bildung zu vernetzen.

Mit einem kommunalen Bildungsplan will Bobingen vor allem Kindern und Jugendlichen den Zugang zu den vielfältigen Bildungsmöglichkeiten erleichtern. Dabei lassen sich die Verantwortlichen allerhand einfallen, wie Beigl im Ausschuss berichtete: So werden mit dem Projekt „Kulturbeutel“ Grundschüler ab der dritten Klasse mit dem Thema Bildung vertraut gemacht. In Form eines Scheckheftes enthält das mit einem Logo versehene Mäppchen zum Beispiel Gutscheine für Angebote in der Stadtbücherei, eine Schnupperstunde im Kinderchor und andere Aktionen.

Auf diese Weise wolle man den Nachwuchs für kulturelle Themen und Veranstaltungen interessieren und das Angebot nach und nach ausbauen, sagte Beigl. Ergänzend dazu gibt es in Bobingen einen sogenannten Bildungspass: Ein Heft, mit dem Jugendliche ihr ehrenamtliches Engagement, die Teilnahme an Praktika, Ferienjobs und so weiter nachweisen können. Für solche Einsätze oder den Besuch kultureller Veranstaltungen gibt es einen Stempel zur Bestätigung. Beigl: „Im Pass steht somit ganz genau drin, welches Talent und wie viel Ehrgeiz und Leidenschaft die jeweiligen Schüler an den Tag legen. Das soll später beim Schreiben von Bewerbungen helfen und die zukünftigen Chefs beeindrucken. Ab jetzt sollen Zertifikate in Bobingen nicht mehr lose herumliegen, sondern werden, geordnet in einem Buch, auch in einigen Schuljahren wiedergefunden.“ Den Pass sollten Kinder und Eltern daher gut aufbewahren und auf dem aktuellen Stand halten.

Dadurch werde aber auch die ehrenamtliche Arbeit der Kinder deutlich aufgewertet und wertgeschätzt, sagte der Bürgermeister. Deshalb können im Bildungspass auch Tätigkeiten aufgeführt werden wie Engagement bei Schulprojekten, in der Schülermitveranwortung, bei der Hausaufgabenbetreuung, Babysitten oder Einkaufsservice für Senioren. Denn unabhängig von Nationalität und sozialer Herkunft, so Müller, "sollen junge Menschen gute und faire Entwicklungschancen und Zukunftsperspektiven bekommen!“

Alex Mertens
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