Bobingen: Schutz vor dem Jahrhundert-Regen

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Der Freistaat könnte sich aus dem Bau des Hochwasser-Rückhaltebeckens in Holzhausen zurückziehen, befürchtet man in Bobingen, weil die Ausweisung eines Überschwemmungsgebietes in den Gemeinden entlang der Singold der vermeintlich einfachere und billigere Weg ist. In der jüngsten Stadtratssitzung sagte Stadtbaumeister Rainer Thierbach, Bobingen sei nicht am aktualisierten Verordnungs-Entwurf beteiligt worden und befürchte aufgrund des im Entwurf festgesetzten Überschwemmungsgebietes das Aus für den Industriepark. Deshalb gaben die Räte im Februar einstimmig eine ablehnende Stellungnahme beim Augsburger Landratsamt ab.


Schon seit Jahren soll der Hochwasserschutz in Schwabmühlhausen, Langerringen, Schwabmünchen, Mittelstetten, Großaitingen, Wehringen und Bobingen verbessert werden (wir berichteten). Das Becken in Holzhausen soll mit einem Rückhaltevolumen von 880.000 Kubikmetern gebaut werden. "Doch sein Bau wird in den gesamten vorgelegten Unterlagen nicht mit einem Wort erwähnt", stellte Thierbach fest.
Die Festsetzung des Überschwemmungsgebietes im geplanten Umfang hätte sowohl für private Grundstückseigentümer als auch für die Stadt Bobingen als Trägerin der Planungshoheit weitreichende Folgen; aber auch die Landwirtschaft sei betroffen. Thierbach sagte, aus den vorliegenden Unterlagen sei nicht ersichtlich, wie hoch die betroffenen Flächen bei einem hundertjährigen Hochwasser eingestaut würden. "Deshalb ist auch nicht abzuschätzen, ob die Gefahr durch einfache Maßnahmen gebannt werden kann oder ob umfangreichere Schutzmaßnahmen zu treffen sind!"
Schon seit vielen Jahren wird in den Singoldgemeinden über den Hochwasserschutz diskutiert, seit 2002 betreibt das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth das Verfahren zum Schutz der Singoldanlieger. Die ersten, 1999 und 2002 erstellten Machbarkeitsstudien zum Schutz von Langerringen, Schwabmünchen, Großaitingen, Wehringen und Bobingen gingen vor allem vom Bau eines Wasserrückhaltebeckens in Holzhausen aus.
Für eine große Variante waren usprünglich 6,2 Millionen Euro veranschlagt, jetzt soll es kleiner und kostengünstiger gebaut werden. Der Kostenverteilungsschlüssel des Wasserwirtschaftsamts sieht vor, dass sich die Anliegergemeinden und der Freistaat jeweils mit 50 Prozent an den Baukosten beteiligen.
Große Gemeindeflächen waren vom Landesamt für Umwelt und dem Wasserwirtschaftsamt als bedroht eingestuft worden, falls es im Einzugsbereich der Singold zu einem extremen Jahrhundertniederschlag kommt. Das stoppte die bauliche Entwicklung vor Ort, etliche Bauvorhaben mussten vorerst auf Eis gelegt werden; in Bobingen musste für den Bau des neuen Feuerwehrhauses ein anderer Platz gesucht werden (wir berichteten).
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