Bobinger Mittelschule mit moderner Technik

Bobingen : Bobingen | Bobingen beschafft neue Whiteboards für zwei Klassenzimmer

Peter Stöbich
Bobingen. Das Kreidezeitalter des vorigen Jahrhunderts soll bald der Vergangenheit angehören, wenn in der Jaufmann-Mittelschule moderne und entsprechend teure Whiteboards Einzug halten. Die neue Technik machte Schuleiter Robert Walch den Mitgliedern des Bobinger Kultur- und Sozialausschusses in ihrer jüngsten Sitzung schmackhaft, indem er betonte "Wir dürfen nicht als Restschule dem digitalen Zeitalter hinterher hinken!"
Im Gegensatz zu den seit vielen Schülergenerationen gewohnten grünen Wandtafeln sind interaktive Whiteboards große, weiße Tafeln, auf denen man digital schreiben, surfen, projizieren, mailen und vieles mehr kann - eigentlich nichts weiter als berührungsempfindliche Computerbildschirme mit entsprechender Software. Mit dieser Technik und ihrer speziellen Bedienung können und wollen sich aber nicht alle Lehrer anfreunden, besonders wenn sie ihre Erklärungen schon seit Jahrzehnten ganz altmodisch mit Kreide an die Tafel schreiben.
Doch Walch konnte nach eigenen Worten zwei seiner Kollegen dazu motivieren, dass sie sich intensiv mit der neuen Materie auseinandersetzen und auch weitere Lehrer darin schulen. Denn qualifiziertes Personal sei unbedingt notwendig, betonte Bürgermeister Bernd Müller, damit die teuren Touchscreen-Systeme nicht ungenutzt in einer Ecke der Mittelschule vergammeln.
Vorbei sind also die Zeiten, in denen zu einer bestimmten Stunde ein unhandlicher Wagen mit der riesigen Glotze und dem VHS-Videorecorder durch die Schulgänge gezerrt wurde, damit die gelangweilten Schüler Kopien von 70er-Jahre-Telekolleg-Filmen in unterirdischer Qualität betrachten durften. Steht künftig ein Whiteboard im Klassenzimmer, können kurze Audio-/Videoausschnitte von USB-Stick, DVD und anderen Datenträgern mit minimalem Aufwand abgespielt werden.
Zeitersparnis dürfte das allerdings nicht bedeuten: Denn das Unterrichtsmaterial muss digitalisiert werden, Tafelbilder, Folien und Präsentationen müssen die Lehrer zu Hause vorbereiten und sich auch Filmausschnitte ansehen, die sie später in der Schule zeigen wollen. "Doch die technische Entwicklung läßt sich nicht aufhalten", sagte im Ausschuss Helmut Jesske (SPD), der ebenso wie die übrigen Fraktionssprecher den Vorstoß von Robert Walch unterstützte.
In einem ersten Schritt wird die Bobinger Mittelschule zunächst zwei Klassenzimmer mit dem neuen System ausstatten. Die Stadtverwaltung will die Kosten zwischen Kauf und Miete vergleichen und auch eine Versicherung für die mehrere tausend Euro teuren Tafeln abschließen.

Debatte über Zuschussantrag

Im weiteren Verlauf seiner Sitzung vergab der Ausschuss zahlreiche Zuschüsse an Kirchen, Kindertagesstätten und örtliche Vereine, die unter anderem Fördermittel für Instrumente, Obstpressen, Rasenmäher, Turnmatten und sonstige Anschaffungen beantragt hatten. Der Bürgermeister unterstrich, dass der aktuelle Haushaltsentwurf bei den freiwilligen Leistungen keine Kürzungen vorsehe.
Diskutiert wurde aber über die 28.000 Euro teure Heizungssanierung beim SV Reinhartshausen. Weil es sich nur um eine Teil- und nicht um eine Generalsanierung handle, müsse der Zuschussantrag gemäß den Förderrichtlinien abgelehnt werden, so die Verwaltung. Trotzdem setzten sich Müller und Klaus Förster (CSU) dafür ein, dem Verein finanziell unter die Arme zu greifen; das stieß auf Widerspruch bei Helmut Jesske. "Jedes Jahr debattieren wir wieder von neuem", sagte er, "wozu haben wir dann überhaupt Richtlininien, auch wenn es hier und da Ungerechtigkeiten gibt?"
Um solche möglichst auszuschließen, hatte der Stadtrat vor fünf Jahren für Investitionszuschüsse neue Richtlinien ausgearbeitet. Demnach werden Anschaffungen von geringfügigen Wirtschaftsgütern anerkannt, wenn ihr Wert über 410 Euro liegt; Ausnahmen kann es zum Beispiel für den Kauf von Musikinstrumenten für Jugendliche geben oder für die Ersatz- und Neubeschaffung von Trachten für Musikvereine.
Schließlich einigten sich die Ausschussmitglieder darauf, mit den Reinhartshausern noch einmal über eine energetische Sanierung zu reden. Die beantragten Mittel sollen mit einem Sperrvermerk in den aktuellen Haushaltsentwurf eingestellt werden.
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