Bobinger Siedlung feiert ihren Geburtstag

Die Bäckerei von Andrea und Christian Hornik gehört zu den alteingesessenen Geschäften in der Siedlung. Foto: Stöbich
 
Quartiersmanager Bernd Beigl schmiedet schon Pläne für die 80-Jahrfeier. Foto: Stöbich
Bobingen : Bobingen | Über die Feier zum 80-jährigen Bestehen der Siedlung im neuen Jahr machen sich die Verantwortlichen in Bobingen heute schon Gedanken. "Denn dieses Jubiläum ist ein guter Anlass, um das Gemeinschaftsgefühl weiter zu stärken", meint Quartiersmanager Bernd Beigl. Er sieht einen Rückblick auf schwierige Zeiten auch als Herausforderung, um miteinander eine lebenswerte Zukunft zu gestalten.
In den vergangenen Jahren ist schon vieles getan worden, um dieses Miteinander gelebte Wirklichkeit werden zu lassen: Nach zahlreichen Gesprächen und Diskussionen hat ein Planungsbüro ein integriertes Handungskonzept erarbeitet, damit Bobingen mit Zuschüssen aus der Städtebauförderung verschiedene Maßnahmen in der Siedlung umsetzen kann. So wurde ein Quartierstreffpunkt installiert, Stadtbaumeister Rainer Thierbach erläuterte den Siedlern bei einem Informationsabend die künftigen Pläne der Stadt und mehrere Arbeitskreise beschäftigen sich mit wichtigen Themen.
Für Anfang November plant der Arbeitskreis Verkehr einen Infoabend, an dem unter anderem auch Vertreter des Augsburger Verkehrs- und Tarifverbundes teilnehmen werden, um die Taktung und Linienführung des Busverkehrs zu erörtern. Neben dem bereits etablierten Kreativ- und Basteltreff an jedem zweiten Dienstag gibt es ab 6. Oktober im neuen Treffpunkt von 10.30 Uhr bis 12 Uhr einen wöchentlichen Eltern-Kind-Vormittag mit Frühstück, Geschichten und Gedankenaustausch; nähere Informationen unter der Telefonnummer 08234 / 8024 847.
In regelmäßigen Abständen begeistert der über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Discjockey Dieter Elmer die Generation über 50 mit Tanzabenden in der Schloßbergschänke inklusive Bingo-Spielrunden für einen guten Zweck. Nächster Termin, um das Tanzbein zu schwingen, ist Samstag, der 22. Oktober. "Und am 25. Oktober haben alle interessierten Siedler von 18 bis 20 Uhr Gelegenheit, im Treffpunkt vorbeizukommen, um ihre Ideen und Wünsche auch für das Jubiläumsjahr 2017 einzubringen", sagt Beigl.
Der Quartiersmanager kann sich auch vorstellen, die Siedlung als Produkt-Marke attraktiv zu machen. In diesem Zusammenhang fanden mit den Einzelhändlern und Gewerbetreibenden kürzlich Gespräche sowie ein Workshop statt. Beigl: "In einem ersten Schritt sollen jetzt mit einer darauf spezialisierten Agentur mögliche Maßnahmen wie Beschilderungen, Marketing und so weiter diskutiert werden."
Die Qualitäten des Einkaufs-Standortes sollen nach außen optimal dargestellt werden. Gedacht ist zum Beispiel an die Gestaltung eines Einkaufsführers mit Darstellung der Stärken des Siedlungszentrums (Parkplätze, Bio-Produkte, Herstellung exklusiver Torten usw.); weitere Ideen sind die Zusammenarbeit mit den Bobinger Hofläden, insbesondere bei Bio-Produkten, ein Lieferservice sowie Hinweise auf spezielle Produkte die es nur in der Siedlung gibt.
Gesplant sind auch die Schaffung einer vitalen Achse und Umgestaltung des Siedlerplatzes. Für die Achse entlang der Grenzstraße mit den Frei- und Grünflächen vor dem Wertachzentrum, vor Kirche, Schule, Hort, Siedlerplatz, Kindergarten bis hin zum Vorbereich der Bäckerei wird ein Konzept zur städtebaulichen Aufwertung und besseren Gestaltung erstellt. "Als erster Bauabschnitt soll dann die Umgestaltung des Siedlerplatzes erfolgen", kündigt Stadtbaumeister Thierbach an.
Für die Jahre 2017 und 2018 steht dafür ein Baukostenrahmen von 500.000 Euro im Haushalt. Wenn die Konzeptplanung vorliegt, wird die weitere Entwurfsplanung mit den Bürgern abgestimmt. Die eigentliche Ausführungsplanung des Siedlerplatzes ist für 2017 vorgesehen. "Von den förderfähigen Kosten zur städtebaulichen Aufwertung könnten dann bis zu 60 Prozent Zuschüsse seitens der Städtebauförderung fließen", hofft Thierbach.
Zu den Geschäften, die es seit Jahrzehnten der Siedlung gibt, gehört auch die traditonsreiche Bäckerei Hornik. Schon seit 1958 versorgt sie die Bewohner mit Semmeln, Kuchen und der berühmten Roy Black-Gedächtnistorte. "Wenn ältere Leute ins Heim gehen oder sterben, kommen kaum Junge nach", haben Andrea und Christian Hornik festgestellt; sie hoffen, dass ihr Stadtteil tatsächlich attraktiver wird, "denn wir können mitsamt unserer Backstube nicht einfach umziehen!"
"In der Siedlung kaufen auch die Bürger aus Straßberg gern ein", sagt Stadträtin Waltraut Wellenhofer. Zwischen den beiden Stadtteilen oben und unten gebe es enge Verbindungen, "weil viele Leute miteinander verwandt sind!" Wie ihre Kollegen im Bobinger Ratsgremium macht auch sie sich Gedanken über die Zukunft des Stadtteils, der schließlich auch einiges zu bieten habe: Spielplatz und Sportverein, gepflegte Gärten und viel Grün, hohen Freizeitwert und die Nähe zu Augsburg.
"Es ist für alle wichtig, dass die Stadt jetzt eine Entwicklung anschiebt", so Wellenhofer. Sie erinnert daran, dass Straßberg durch ein kleines Baugebiet einen wichtigen Schritt nach vorn gemacht habe - "eine solche Bewegung wäre in der Siedlung auch notwendig".
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