Bobinger sucht seine "Abenteuer dahoam" und zeigt die Schönheit der Region

Dieses Foto entstand nicht in Skandinavien, auch wenn es den Eindruck erweckt. Diese Hütte spiegelt sich bei Burgwalden im Wasser. Fotos: M. Schaumlöffel
 

Markus Schaumlöffel veröffentlicht seine Abenteuertouren in der Heimat im Internet. Der ehemalige Wettkampfsportler fand nun seine eigene, neue Herausforderung.

Zum Helikopter-Skilaufen nach Kanada oder als Massentourist auf den Mount Everest? Solch kostspieligen Nervenkitzel braucht Markus Schaumlöffel in seiner Freizeit nicht. Der 41-jährige Bobinger sucht und findet das Abenteuer rund um seine Heimat und berichtet darüber auf seiner Internet-Seite www.schwarzfuchs.com.

In eindrucksvollen Fotos und Reportagen schildert er seine Touren, die er mit und ohne Mountain-Bike meist im Umkreis von hundert Kilometern um seinen Heimatort unternimmt. „47ungrad“ nennt er sein neuestes Projekt im kommenden Sommer: „Vom Bodensee nach Berchtesgaden, immer in Tuchfühlung zur deutschen Alpengrenze, wird es mehr oder weniger (bayerisch: ungrad) am 47. Breitengrad entlang gehen“, kündigt Schaumlöffel an.

Auf seinem Weg über 400 Kilometer und 9000 Höhenmeter vom schwäbischen Meer im Allgäu bis zum Königsee in Oberbayern können ihn die Besucher seines Blogs begleiten: „Es wird zahlreiche Livetweets von meiner Tour und am Ende eine Fotoreportage geben.“

Bereits im Vorfeld besucht er immer wieder die Strecke, etwa zum Routenscouting, um einen Steinadler-Experten zu treffen oder einen Naturpark-Ranger bei der Arbeit zu begleiten.

Den Namen Schwarzfuchs hat er sich ausgesucht, „weil der auch so gern draußen unterwegs ist wie ich“.

Doch auf seinen anspruchsvollen Touren sucht der Bobinger nicht die Gefahr – er hat zwei neun und elf Jahre alte Söhne -, er sucht das „Abenteuer dahoam“. Die könne man ohne großen Aufwand und teure Flugreisen erleben, was ein Online-Bildband mit seinen schönsten Fotos zeigt: „Ein Jahr lang war ich per Bike, zu Fußund mit Schneeschuhen unterwegs!“

Von seiner Arbeit in einer Kommunikations-Agentur bekommt er den Kopf wieder frei, wenn er am Wochenende in der heimischen Natur unterwegs ist – allerdings ohne den Leistungsdruck früherer Jahre. „Denn 20 Jahre habe ich, ohne wirklich darüber nachzudenken, die Teilnahme an Wettkämpfen ins Zentrum meiner Radleidenschaft gestellt.

Das Resultat war ein lädierter Rücken und die Unterordnung fast des kompletten Lebens unter den Sport. „Ich fühlte mich von meinen eigenen sportlichen Ansprüchen zunehmend gehetzt und verlor den Spaß am Biken.“ Doch ohne Wettkämpfe fehlte Markus Schaumlöffel auf einmal der Antrieb und er erkannte: „Ein Abenteuer beginnt immer im Kopf!“

So wurde aus dem leidenschaftlichen Hobby-Racebiker ein Teilzeit-Abenteurer ohne Ernährungsplan und persönlichem Trainer. „Fit genug war ich ja, um mehrere Tage auf dem Rad verbringen zu können.“ 2014 war sein erstes Projekt „20winters“, eine Nonstop-Fahrt von Augsburg auf die Zugspitze per Bike und Hike. Und vergangenes Jahr hat er, ebenfalls mit dem Rad und zu Fuß, die drei höchsten Berge Deutschlands bestiegen: die Zugspitze, den Watzmann und den Hochwanner.

Braucht er Hilfe oder muss Ausrüstung transportiert werden, sind zwei Freunde mit einem Elektroauto zur Stelle. „Ich komme schon mal an meine Grenzen, aber gerade das ist es ja, was ich letzten Endes suche“, sagt Schaumlöffel. Bei seiner Drei-Gipfel-Tour war der erste Anstieg auf den Hochwanner im Wettersteingebirge der schwierigste Teil.

Rund 11.000 Menschen sehen regelmäßig seine geposteten Bilder und bleiben bei seinen Erlebnissen zum Teil live dabei. Im Internet veröffentlicht der „Schwarzfuchs“ auch interessante Buchbesprechungen oder stimmungsvolle Fotos vom „Indian Summer“ in den Stauden.

Peter Stöbich
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