Die Fans halten Roy Black die Treue

Susann Meyer hat Roy Black persönlich gekannt, ein ganzes Zimmer hat sie dem Star gewidmet. Am Sonntag, 11. Oktober, findet in Bobingen eine Roy-Black-Matinée statt.

Obwohl ihr großes Idol nun schon seit mehr als zwei Jahrzehnten tot ist, werden auch heuer wieder zahlreiche Roy Black-Fans nach Bobingen pilgern, um sich gemeinsam an den Schlagerstar und Schauspieler zu erinnern. Zum Gedenken treffen sich seine Anhänger am Samstag, 10. Oktober, ab 19.30 Uhr in der Schlossberg-Schänke und tags darauf zur Matinée in der Singoldhalle; Beginn ist am Sonntag um 11 Uhr.

Die Pläne, für das Bobinger Stadtarchiv den künstlerischen Nachlass von Roy Black zu erwerben, hat Elisabeth Morhard, Leiterin des Kulturamts Bobingen, noch nicht aufgegeben. Derzeit gebe es aber weder konkrete Verhandlungen noch einen Investor, sagt sie, und darum auch nicht das seit langem diskutierte Museum: "Grundsätzlich besteht zwar Interesse, aber es sind keine geeigneten Räume in Aussicht!" Es geht um die umfangreiche Sammlung von Irmgard und Friedhelm Tiemann aus Dortmund, die viele Jahre eng mit Gerd Höllerich befreundet waren.

Höllerich hatte seinen Künstlernamen wegen seiner schwarzen Haare bekommen, der Vorname war von seinem Rock'n'Roll-Idol Roy Orbison entliehen. Friedhelm Tiemann erinnert sich noch genau, wie er den Schlager- und Filmstar kennenlernte: "Er trat am 5. Mai 1971 bei der Bundesgartenschau in Köln auf; nachmittags spazierten wir durch den Park, als ich durch den Übertragungswagen das Lied "Wo bist du" hörte. Ohne Überlegung stürmte ich los, durch die offene Hallentür bis vor die Bühne, auf der Roy Black gerade sang."

Nach dem Auftritt entwickelte sich eine Bekanntschaft, und immer, wenn der Künstler im Umkreis von Dortmund ein Engagement hatte, wohnte er kostenlos bei den Tiemanns. "Wir haben ihn zwei Jahrzehnte lang unzählige Male bei seinen Konzerten, Film- und Plattenaufnahmen besucht und stapelweise Zeitungsberichte, Poster, Plakate, Schallplatten, Auszeichnungen und Fotos gesammelt."

Diese Sammlung angemessen unterzubringen und zu erhalten, das beschäftigt die Tiemanns schon seit vielen Jahren; Teile davon waren mehrfach in Bobingen ausgestellt. Ein leidenschaftlicher Fan ist auch Susann Meyer, die den Künstler ebenfalls persönlich gekannt und ein ganzes Zimmer mit Erinnerungsstücken an den beliebten Star dekoriert hat: Autogrammkarten und Fotos, Bravo-Starschnitt und Bücher, Kalender und Kissen, Platten und Schlüsselanhänger, Tassen und Teller, Videokassetten und alte Zeitungsausschnitte - kein Tag vergeht ohne Roy und seine Musik.

In Dortmund hatte ihn Meyer auf der Straße erkannt und angesprochen. "Ich habe jetzt Feierabend", meinte der zwar, nahm sich schließlich aber doch fast zwei Stunden Zeit, um mit einem seiner größten Fans auch über Privates zu plaudern.

"Das war ein halbes Jahr vor seinem Tod, zum letzten Mal habe ich ihn dann bei einem Konzert in Österreich gesehen." Dort stand Black auch als Hoteldirektor Lenni Berger für die Fernsehserie "Ein Schloss am Wörthersee" vor der Kamera. In ihrem Archiv hortet Susann Meyer natürlich auch alle anderen Filme, die der berühmte Bobinger in den 1960er und 70er Jahren gedreht hat, von "Wenn mein Schätzchen auf die Pauke haut" bis zu "Kinderarzt Dr. Fröhlich".

Nach dem Besuch des Augsburger Holbein-Gymnasiums wollte Gerd Höllerich Biologie studieren, entschied sich dann aber aus finanziellen Gründen für eine Betriebswirtschaftslehre. Erstmals öffentlich sang er im Fasching 1963 in der Band "The Honky Tonks", die in der Augsburger Kneipe "Charlys Affenstall" auftrat. Am 14. September 1963 gründete er die Band "Roy Black and his Cannons".

"Unseren ersten offiziellen Auftritt hatten wir am 6. Dezember 1963 im Augsburger Tanz-Club Femina", erinnert sich Bandleader Günter Ortmann, der als Bankkaufmann arbeitete und lange Zeit auch in der Band "Team 70" spielte. Roys Freundin Vivian, die am Augsburger Stadttheater im Ballett tanzte, stammte aus Liverpool und brachte von dort die ersten Beatles-Platten mit.

Auch die Lieder dieser Gruppe spielten die Cannons in den drei großen US-Kasernen von Augsburg. Im Juni 1964 gewannen sie einen Talentwettbewerb bei einem Schülerball im Augsburger Moritzsaal; dadurch wurde der Musikproduzent Hans Bertram auf den Sänger aufmerksam. Black brach sein Studium ab, um sich auf die Musik zu konzentrieren.

Am 18. September 1991 hatte er seinen letzten Auftritt im Deutschen Fernsehen in der ZDF-Hitparade und starb schließlich mit 48 Jahren am 9. Oktober 1991 an Herzversagen. Im Straßberger Friedhof an der Ludger-Hölker-Straße werden sich im Oktober wieder zahlreiche Fans aus ganz Deutschland treffen, um ihres unvergessenen Idols zu gedenken.

Kartenbestellungen und Reservierungen für die Matinée sind beim Bobinger Kulturamt (Telefon 08234/80 02 30) möglich.
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