Diesen Titel kann keiner ausprechen

Ein leidenschaftlicher Musiker ist Felix Linsmeier. Foto: Mertens
Bobingen : Bobingen | Wenn seine letzte Abitur-Prüfung hinter ihm liegt und er Ende Juni mit seiner Klasse eine Woche nach Spanien fährt, dann kann Felix Linsmeier aufatmen: "Endlich muss ich keine Interviews mehr geben und Termine planen!" Der Bayerische Rundfunk, das Fernsehen, die Zeitungen - zahlreiche Medien berichteten über die Welturaufführung des 18-jährigen Bobingers bei den Berliner Philharmonikern.
Als ein Quartett seine sieben Minuten dauernde Eigenkompositon spielte, saß Felix mit seinen stolzen Eltern in der ersten Reihe im Kammermusiksaal und wurde auch auf die Bühne gebeten, um dem Publikum sein Stück vorzustellen. "Weil es ziemlich komplex ist, war ich nervös, ob alles klappen würde", erzählt er. Doch „fümmsböwörötääzääUu“ für Geige, Bratsche, Cello und Klavier wurde von den berühmten Musikern trotz des schwierigen Titels fehlerlos interpretiert. Als Inspiration für seine Komposition verwendete Felix das dadaistische Lautgedicht „Die Ursonate“ von Kurt Schwitters, das er im Musikunterricht der elften Klasse durchgenommen hatte.
Die Jury der Jugendkompositionswerkstatt „Opus one“ gab jungen Musiker in einem Wettbewerb die Möglichkeit, ihre eigene Partitur einzuschicken. Der Bobinger konnte sich gegen die Konkurrenz mit drei weiteren Jugendlichen durchsetzen, deren Werke ebenfalls in Berlin zu hören waren. "Das waren schon tolle Eindrücke", erinnert er sich an seine Teilnahme an Workshops und eine Führung durch die Philharmonie: "Alles ist riesig dort!"
Schon einen Tag nach seiner Rückkehr von der Abi-Klassenfahrt ist der junge Posaunist wieder im Einsatz: bei der Campus-Serenade mit der Augsburger Uni-Bigband am 7. Juli und zwei Tage später als Solist bei einem Kirchenkonzert in Oberelchingen. Musikalisch fährt er mehrgleisig und gehört sowohl dem bayerischen Landesjugend-Jazzorchester als auch dem schwäbischen Jugend-Sinfonieorchester an. Für das Lech-Wertach-Orchesters ist er auch als Arrangeur tätig.
Obwohl er schon seit zehn Jahren Posaune spielt, strebt er nach seinem Abitur keine Karriere als professioneller Musiker an. "Dafür sind die Anforderungen extrem hoch und die Orchesterstellen in Deutschland knapp!" Deshalb will Felix lieber Musiklehrer werden und demnächst die Aufnahmeprüfung für ein Studium in München oder Würzburg machen. "Deshalb bin ich ziemlich verplant und habe kaum Zeit für Ferien!"
Der Bobingen schätzt sich glücklich, dass er ganz ohne Druck seiner Eltern eigene musikalische Wege gegangen ist. Mit 13 Jahren hatte er noch immer wenig mit klassischer Musik am Hut; als er jedoch seine Lieblings-Heavy-Metal-Lieder auf dem Klavier nachspielen wollte, entdeckte er sein Interesse und seine Begabung für Harmonielehre und Musiktheorie. Schon als Vierjähriger hatte er mit dem Klavierspielen begonnen und war dann mit sieben auf sein Wunschinstrument Posaune umgestiegen.
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