Ein Manager für die Siedlung

Bernd Beigl will das Quartiersbewusstsein für die Siedlung fördern. Foto: Alex Mertens

Bernd Beigl will bei den Bobinger Bürgern das Quartiersbewusstsein fördern. Dafür hat er schon viele Ideen.

Die dauerhafte Existenzsicherung der Siedlung beschäftigt die Stadtverwaltung und Ratsmitglieder von Bobingen schon geraume Zeit. Darum wollen sich Planerin Ingegerd Schäuble und Vertreter der Stadt mit Horst Hofmockel treffen, der bei der Regierung von Schwaben für die Städtebauförderung zuständig ist.

Auf der Grundlage dieses Gesprächs, so hoffen die Verantwortlichen in Bobingen, kann die Siedlung in das Städtebau-Förderprogramm „Soziale Stadt“ kommen. Wofür genau Zuschüsse fließen sollen, wird in einer Sozialraum-Analyse und einem integrierten Handlungskonzept deutlich, die Hofmockel Ende dieses Monats erläutert werden. Er war während der vergangenen Wochen so intensiv mit den Asylbewerbern beschäftigt, dass erst jetzt ein Termin möglich ist.

In der Stadtratssitzung am 24. November will dann Ingegerd Schäuble nochmals ihre monatelange Arbeit und Ideensammlung für das Quartier zusammenfassend präsentieren. Mit im Boot ist auch Bernd Beigl, der sich ab dem neuen Jahr als Manager ganz gezielt um den Ortsteil und seine Bewohner kümmern wird. Diese können als zentralen Treffpunkt künftig die ehemaligen Sparkassen-Räume nutzen und in Arbeitskreisen ihre eigenen Vorstellungen vom Leben in der Siedlung umsetzen. „Ich habe schon einige Ideen, wie man das Quartiers-Bewusstsein stärken kann“, kündigt Beigl an.

Gewerbe, Kultur, Tourismus, Verkehr – die Palette ist so bunt und vielfältig wie das Leben selbst und es liegt nun vor allem an den Bürgern selbst, sich für ihr Quartier zu engagieren. „Wenn zum Beispiel Busse oder Geschäfte nicht genutzt werden, wird es sie auf lange Sicht nicht mehr geben“, so Schäuble. Sie sieht viel Potenzial in der Siedlung: hohen Freizeitwert in grüner Umgebung, Betreuungsangebote für Kinder, aktive Vereine und soziale Gruppen.

Doch einiges liege im Argen wie das unansehnliche Wertach-Zentrum. Es müsse samt seinem Umfeld aufgewertet und mit Pflanzkübeln, Sitzmöbeln oder leuchtenden Sonnenschirmen ausgestattet werden. Ein Dorn im Auge sind der Planerin auch die großen Asphaltflächen, die zum Rasen verleiten.

Nachverdichtung oder Neubauten? Auch das ist für Stadtbaumeister Rainer Thierbach und die Ratsmitglieder eine entscheidende Frage, um die Existenz der Siedlung dauerhaft zu sichern. Sie soll unter anderem durch bessere Gestaltung des öffentlichen Raums sowie von Straßen, Wohnhöfen, Spielplätzen und Grünbereichen gestärkt werden. Hierzu enthält das Handlungskonzept Vorschläge, die im Rahmen der Städtebauförderung umgesetzt werden könnten, so wie dies in der Bobinger Hochstraße der Fall war. Für die erforderlichen Baumaßnahmen sind laut Thierbach jedoch erhebliche Kosten zu schultern – genau deshalb will die Stadt zusammen mit der Regierung versuchen, in ein Städtebauförderprogramm zu kommen.

Außerdem geht es um die Schaffung von adäquaten Wohnungsangeboten für Ältere, Generationenwohnen, betreutes Wohnen und sonstige Wohnformen in bestehenden Gebäuden, eventuell durch Erweiterungs- und Ergänzungsbauten. Die städtebauliche Planung wird als Modellprojekt durch die Stadt Bobingen gesehen und gefördert und in Abstimmung mit der Obersten Baubehörde des Bayerischen Innenministeriums bearbeitet. Thierbach: „Das Projekt soll zeigen, wie ein eigenständiges Stadtviertel wie die Siedlung planerisch, städtebaulich und sozialpolitisch auf den demografischen Wandel in unserer Gesellschaft reagieren kann.“

Doch Planer und Politiker wollen den Bürgern kein fertiges Konzept überstülpen, betont Schäuble: „Vielmehr sollen sie sich mit ihren Wünschen aktiv in die Gestaltung ihres Quartiers einbringen“. Von der Möglichkeit, Anregungen oder Kritik zu äußern, hatten die Siedler bei mehreren Informationsabenden regen Gebrauch gemacht. Daraus resultierten fünf Arbeitsgruppen mit den Themen Generationen-Wohnen, Neubaugebiet, Verkehr sowie Gestaltung einer „vitalen Achse“ und des Wertach-Zentrums.

von Alex Mertens
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