Händler sind Frühaufsteher

Den Wochenmarkt auf dem Rathausplatz gibt es schon seit 1982. Foto: Mertens


Ob Jungpflanzen, knackiges Gemüse, frische Eier oder frische Suppenhühner, dazu einen kleinen Plausch - das gibt es auf dem Wochenmarkt am Bobinger Rathausplatz seit fast 35 Jahren jeden Freitagvormittag. Was 1982 noch zaghaft begonnen hatte, ist heute aus Bobingens Angebotsvielfalt nicht mehr wegzudenken. Doch vor einigen Jahrzehnten wurde in den kommunalen Gremien eifrig über die Schaffung eines solchen Marktes diskutiert.

Damals hatte der SPD-Ortsverein den Anstoß gegeben und bei der Stadtverwaltung angefragt, ob eine zusätzliche Einkaufsmöglichkeit für die Bürger sinnvoll sei. Die Gewerbevereinigung wurde dazu zwar gehört, eine konkrete Aussage aber nicht getroffen, weil die Mitglieder damals keine einheitliche Meinung fanden. Auf eine amtliche Bekanntmachung meldete sich nur ein Bobinger, so dass die Verwaltung bei Händlern und Erzeugern in benachbarten Orten nachhakte. Manche von ihnen sind auch heute noch auf dem Wochenmarkt vertreten, der erstmals am 18. Juni 1982 stattfand.

Ursprünglich sollte auch lebendes Kleinvieh angeboten werden dürfen, der Ausschank alkoholischer Getränke ist laut Satzung nicht erlaubt. Das Landratsamt Augsburg genehmigte die Markt- und Gebührensatzung im Juni 1982. Der Versuch, auf dem Rathausplatz einen zweiten Markttag zu etablieren, scheiterte Ende der 1990er Jahre und es blieb bis heute beim Freitag. Die Händler sind gerne auf dem Wochenmarkt tätig und versorgen ihre Kundschaft von 7.30 bis 12.30 Uhr mit Frischware.

"Bei uns ist nichts abgepackt, die Kunden bekommen die Menge, die sie wirklich brauchen und selbstverständlich auch zwei Karotten,einen Kohlrabi und einen halben Salatkopf", sagt Wilhelm Hagenbusch. In den drei Jahrzehnten, die er schon nach Bobingen kommt, hat er sich einen großen Kreis treuer Stammkunden geschaffen, die neben frischer Ware auch den persönlichen Kontakt zu schätzen wissen. "Im Sommer stehe ich schon um vier Uhr auf", erzählt er.

Wachteleier hat Barbara Gall aus Königsbrunn ebenso im Angebot wie Kartoffeln der Marke "Melina mehlig" oder "Sieglinde festkochend ohne Kunstdünger". Auch sie muss an den Markttagen zeitig aus den Federn, sei es bei Minusgraden oder sommerlicher Hitze. "Mir macht die Arbeit auf dem Wochenmarkt trotzdem Spaß", sagt sie, obwohl sie im Winter wie eine Zwiebel mehrere Kleidungsschichten übereinander anziehen muss. Schon seit Beginn des Marktes 1982 kommt sie nach Bobingen und war in all den Jahren nur wenige Male krank. (Alex Mertens )
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