Keine Angst vor dem schwarzen Mann: Karl-Heinz Eckel aus Bobingen ist Sicherheitsberater

Karl-Heinz Eckel in seiner typischen Berufskleidung. Foto: Mertens
Bobingen : Bobingen | Die meisten Leute freuen sich, wenn sie Karl-Heinz Eckel auf der Straße treffen, auch wenn sie ihn gar nicht näher kennen. Er ist Glücksbringer, Energiefachmann, Schornsteinfeger und Sicherheitsberater in einer Person. Gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Florian Buck betreut der Bezirkskaminkehrermeister aus Bobingen rund 3000 Haushalte in Graben, Kloster- und Lagerlechfeld sowie einem Teil von Untermeitingen.
Sein von Berufs wegen meist russiges Gesicht kennen viele Passanten und betrachten es als gutes Omen, wenn sie dem Kaminkehrer begegnen und mit dem Finger über seine Dienstkleidung streichen. "Einmal hat mir eine Dame sogar einen meiner goldenen Jackenknöpfe abgeluchst", erinnert er sich schmunzelnd.
Nach seiner dreijährigen Ausbildung und dem bestandenen Meisterkurs war Eckel zehn Jahre lang in Augsburg tätig und ab 1994 selbständig in Burtenbach. Das Heimweh zog den gebürtigen Wehringer mit seiner Frau aber wieder zurück und so übernahm er den Kehrbezirk Graben, zu dem auch die Lechfeldkaserne gehört. Im Gegensatz zum Kinderspruch "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?" ist er fast überall gern gesehen, "außer wenn ich bei meiner Arbeit zu viel Dreck mache", sagt er.
Das Bild vom rußverschmierten Mann geistert zwar immer noch durch viele Köpfe. Diese Vorstellung ist aber schon lange überholt, spätestens seit sich die Menschen über die Luftverschmutzung und die damit verbundenen Folgen klar geworden sind. Waldsterben, Smog und Ozonloch gehören zu den zentralen Themen unserer Zeit. Zu den zentralen Aufgaben der Kaminkehrer-Zunft gehören deshalb Messungen der Schadstoffemissionen und Prüfungen, ob Brennstoffe optimal genutzt werden. Bei überhöhten Werten kennen sie geeignete Maßnahmen, um die Feuerung energiesparend und umweltfreundlich zu regulieren.
Beratung und
Feuerstättenschau
"Wir sind Prüfer und Berater zugleich", sagt Eckel. Sein Fachwissen ist schon bei der Planung von neuen Heizungsanlagen gefragt. Schornsteinfeger müssen also Kenntnisse in Bau-, Heizungs- und Brandschutztechniken vorweisen. Da moderne Heizanlagen weniger Dreck durch die Schornsteine blasen, wird auch weniger gekehrt. Das bedeutet nicht, dass Besen und Kehrleine überflüssiggeworden sind, aber der Einsatz moderner, zum Teil elektronischer Prüf- und Messgeräte, hat Vorrang.
Der 56-jährige aus Bobingen muss regelmäßig Fortbildungskurse absolvieren, um auf dem neuesten Stand der Technik zu bleiben und Hausbesitzern den einen oder anderen Tipp geben zu können. Energiesparen ist ein sehr wichtiges Thema, wobei der Meister seine Kunden neutral beraten kann: "Wir wollen schließlich niemandem etwas verkaufen!"
Zu manchen Leuten in seinem Bezirk hat er sogar ein richtiges Vertrauensverhältnis aufgebaut: "Man läuft ja oft im ganzen Haus herum, gehört sozusagen schon zum Inventar." Was er dabei alles hört und sieht, bleibt sein berufsgeheimnis. Am liebsten mag er es, auf und über den Dächern zu arbeiten - eben das klassische Bild seines Berufsstandes mit Kehrleine und Leiter. "Bei sommerlichen 30 Grad bin ich froh, wenn der Arbeitstag vorbei ist und ich unter einer kühlen Dusche den Dreck abwaschen kann."
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