Kliniken ziehen an einem Strang

Eine Erfolgsgeschichte können die Wertachkliniken feiern. Foto: Stöbich
Peter Stöbich
Schwabmünchen/Bobingen. Mit zahlreichen Vertretern des öffentlichen Lebens wollen die Wertachkliniken Schwabmünchen und Bobingen kommenden Monat feiern. Die erfolgreiche zehnjährige Zusammenarbeit soll am Freitag, 15. Juli, mit einem Festakt in der Bobinger Singoldhalle gewürdigt werden. 2006 hatten die Krankenhäuser zu einem gemeinsamen Kommunalunternehmen der beiden Städte und des Landkreises fusioniert. Seitdem gibt es zwei Standorte mit einem Management, aber einer klaren Aufgabenverteilung unter beiden Häusern mit jeweils eigenen medizinischen Schwerpunkten.
Dass beide Standorte heute schwarze Zahlen vorweisen können, darüber freuen sich nicht nur die die Bürgermeister der beiden Städte. Dort hatte 2005 die Situation noch ganz anders ausgesehen als heute: Beide, damals städtisch betriebenen Häuser, waren stark defizitär und die Schließung drohte. Doch seit der geglückten Fusion schreiben die Wertachkliniken seit Jahren schwarze Zahlen. "Wir sind kleine Einheiten und versuchen, schlagkräftig zu sein", sagt Klinik-Vorstand Martin Gösele. "Unser Vorteil liegt darin, dass wir nicht an beiden Standorten jedem das gleiche anbieten, dass wir uns auch in der Grundversorgung ein Stück weit spezialisiert haben, nicht aber in der Notfallversorgung."
500 Mitarbeiter versorgen an beiden Standorten etwa 13.000 stationäre Patienten pro Jahr. Die Kiniken machen 40 Millionen Euro Umsatz. Vor einem Dreivierteljahr wurde in Schwabmünchen ein 13,5 Millionen Euro teurer Erweiterungsbau eingeweiht. Darin befinden sich neue Endoskopie- und Laborräume, ein zusätzlicher OP sowie ein Eingriffs- und Schockraum für die Unfallversorgung. Auch die Notaufnahme wurde vergrößert.
Telemedizin und Teleradiologie ermöglichen einen schnellen Informationsaustausch zwischen den Fachkräften der beiden Häuser sowie mit externen Spezialisten. Die Behandlungsmöglichkeiten werden durch zahlreiche Kooperationen mit niedergelassenen Ärzten ergänzt, beispielsweise der Onkologie und der Radiologie. Die Wertachkliniken sind Mitglied im größten Weiterbildungsverbund für Allgemeinmedizin in Bayern.
Gemäß der Ausbildungsphilosophie soll das ärztliche Personal durch breite Kenntnisse befähigt sein, selbständig zu entscheiden und zu handeln. In der klinikeigenen Berufsfachschule für Krankenpflege werden jährlich 18 Auszubildende von über 30 haupt- und nebenberuflichen Lehrkräften ausgebildet.
Im Jahre 1858 wurde das Haus eines Bobinger Wirts und Krämers zum Armen- und Krankenhaus umgebaut, welches am südlichen Ende, an der Landstraße nach Augsburg lag. Dieses diente in erster Linie der Unterbringung von Armen und erst in zweiter Linie der Unterbringung kranker Personen. Neben der Ernennung eines praktischen Arztes zum Krankenhausarzt im Jahr 1883 bedeutete die Berufung von Ordensschwestern für eine professionelle Krankenpflege den endgültigen Schritt vom Armen- zum Krankenhaus.
1953 wurde ein Neubau mit 44 Betten errichtet. Schon bald erwies sich dieses neue Krankenhaus als zu klein und wurde deshalb 1957/58 erweitert. In den 60-er Jahren war aber auch dieses bereits unzureichend und so wurde ein komplett neues Haus am jetzigen Standort nahe der Wertach gebaut und 1969 eröffnet.
In Schwabmünchen wurde bereits 1825 östlich des Feldgießgrabens ein Armen- und Krankenhaus errichtet. 1901 wurde ein neues Lokalkrankenhaus mit 40 Betten in Betrieb genommen. Die Betreuung der Petienten übernahmen drei Angehörige der Barmherzigen Schwestern aus Augsburg und zwei Hausangestellte. Dieses Krankenhaus wurde dreimal erweitert, war aber 1965 überaltet und zu klein.
1971 konnte nach sechsjähriger Bauzeit das neue Haus seiner Bestimmung übergeben werden. Gleichzeitig entstanden auch ein neues Personalgebäude und Räume für eine Krankenpflegeschule. Umbau- und Renovierungsmaßnahmen fanden in den Jahren 1997 und 2002 statt. Zum 1. Juli 2006 wurde das gemeinsame Kommunalunternehmen der Wertachkliniken gegründet.
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