Kunstpreis für ein starkes Symbol

Den siebten Kunstpreis erhielt Guido Weggenmann für seine symbolische Hand. Foto: Mertens


Den Förderpreis hat er vor drei Jahren bereits bekommen, jetzt freut sich Bildhauer Guido Weggenmann auch über den mit 2000 Euro dotierten Kunstpreis des Bobinger Kunstvereins; die Auszeichnung wurde zum siebten Mal vergeben. Seine Skulptur "Habe nichts mehr außer mich" konnte die Jury überzeugen, die diesmal allerdings keinen der Teilnehmer mit einem Förderpreis auszeichnete - er wird erst wieder 2019 vergeben.

Mit dem Titel seines Werks zitiert der in Berlin geborene und in Kempten lebende Künstler einen Obdachlosen, der nachts im Bahnhof von Sicherheitsleuten schikaniert wurde. Weggenmann konstruierte aus Holz, Stahl und Kunststoff eine riesige Hand, die sich mithilfe eines Getriebemotors ständig öffnet und schließt - ein starkes Symbol der Ohnmacht und des stummen Flehens nach materieller Hilfe.

"Diese Arbeit überzeugt durch ihre gekonnte Einheit von Inhalt und Gestaltung und zeigt einen Künstler, der sich in unsere Gesellschaft einbringt", sagte Vereinsvorsitzende Christina Weber in ihrer Laudatio. Weggenmann hat an der Akademie der Bildenden Künste in München studiert und war dort Meisterschüler bei Olaf Metzel. Außer dem Bobinger Förderpreis für eine Halde von Energiesparlampen erhielt er 2013 auch den Preis beim Kunstfrühling in Bad Wörishofen. "Unser damaliger Jury-Entscheid war ein sehr deutlicher Hinweis auf die kreativ-experimentelle Kraft des Künstlers", so die Vorsitzende.

Weber weiter: "Der Bildhauer kombiniert in experimenteller zeitgemäßer Form Materialien und Techniken; sein Anliegen sind soziale und politische Gegebenheiten in seiner Umwelt." An der Ausstellung im unteren Schlößchen beteiligen sich weitere 16 Künstler von Augsburg bis Dresden mit sehr unterschiedlichen Arbeiten. Christian Odato hat unzählige winzige Spielzeug-Soldaten auf dem Boden zu einem Ameisenhaufen gruppiert, während Johanna Schreiner eine Folge absurder Figuren zeigt.

Die Besucher können außerdem aus Bindeschnüren geknüpfte Objekte betrachten oder Schwarzweiß-Fotografien ohne Titel, es gibt Holzschnitte, Acrylmalereien, Zeichnungen und Arbeiten in Mischtechnik. Die Ausstellung im unteren Schlößchen in der Römerstraße ist bis zum 24. April Mittwoch, Donnerstag und Freitag jeweils von 15 bis 18 Uhr geöffnet, am Sonntag von 14 bis 18 Uhr. (Alex Mertens )
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