Mehr Platz für Bücher

Die beengte Bobinger Bücherei soll beim Umbau der alten Mädchenschule mehr Platz bekommen. (Foto: Alex Mertens)

Gute Nachrichten gibt es für alle Bücherwürmer und Leseratten in Bobingen: Auch wenn in die Räume der alten Mädchenschule nicht die lange Zeit erhoffte Fachoberschule einziehen wird, soll das Gebäude nach seinem Umbau weiterhin als Bildungszentrum genutzt werden. Konkret bedeutet das für die seit langem beengte Stadtbücherei, dass sie voraussichtlich im Erdgeschoss deutlich mehr Platz bekommen wird. Das kündigt Stadtbaumeister Rainer Thierbach an, der ein vorläufiges Raumprogramm erarbeitet hat.

„Eine nachhaltige Aufwertung, vor allem durch die zeitgemäße Präsentation der Bibliothek, wäre ein kulturell und wirtschaftlich anspruchsvolles Projekt, das wir auch im Rahmen der Innenstadt-Entwicklung zusammen mit der Städtebauförderung angehen sollten“, sagt Thierbach. Er plant ein barrierefreies Nutzungskonzept, dessen genaue Kosten ein Architekturbüro ermitteln soll.
Bücherei-Leiterin Judith Hitzelberger und ihr Team freuen sich, dass die Stadtbibliothek nicht länger ein Stiefkind bleibt, denn ihre sinkende Attraktivität macht die Jahresstatistik 2014 deutlich: „Seit langem wurden wieder weniger als 60 000 Medien verliehen“, berichtet Hitzelberger, „sowohl die Anzahl der Besucher als auch der Neuanmeldungen waren rückläufig.“ In den Räumen an der Pestalozzistraße kann man sich kaum noch umdrehen, wenn viele Kunden gleichzeitig nach Lektüre suchen. Auch für Lesungen oder sonstige Veranstaltungen ist kaum Platz.
Deshalb wünschen sich viele Leser mehr Aufenthaltsqualität, die es nach dem geplanten Umbau endlich geben soll. Auch aufgrund der ständigen Ausweitung ihres Angebots stößt die Bücherei an ihre Kapazitätsgrenzen. Zum Vergleich: Die öffentliche Bibliothek in der Marktgemeinde Mering ist mit 350 Quadratmetern doppelt so groß.
Derzeit gibt es auch keinen barrierefreien Zugang in die alte Mädchenschule. „Bei Kinderwägen oder Rollstuhlfahrern müssen wir immer raus auf den Gang und beim Tragen über die Treppen mithelfen“, schildert Hitzelberger die Situation, „das ist sehr umständlich.“
Innen hilft moderne Technik den Kunden, das Gewünschte rasch zu finden. Denn alle in Bobingen vorhandenen Medien, zu denen auch Wii-Spiele und zahlreiche Zeitschriften gehören, kann man dort über einen PC-Platz ausfindig machen. Im „Schwabenfindus“ haben sich sieben Bibliotheken aus der Region Augsburg zusammengeschlossen und versorgen sich gegenseitig mit Gebrauchsliteratur.
Auf der Internetseite www.schwabenfindus.de lässt sich der Bestand dieser Bibliotheken recherchieren und in Bobingen bestellen (Gebühr zwei Euro). „Bei spezielleren Wünschen, die sich nicht über den Schwabenfindus erfüllen lassen, greifen wir auf die nationale Fernleihe zurück“, erläutert die Leiterin. „So können wir wissenschaftliche Literatur oder Zeitschriftenaufsätze aus Bibliotheken in ganz Deutschland beschaffen.“ Die Kosten dafür sind unterschiedlich, betragen aber mindestens einen Euro.

Alex Mertens
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