Mitarbeiter des Bobinger Bauhofs: Ihr Tag beginnt mitten in der Nacht

Die Fahrt mit den schweren Räumfahrzeugen bedeutet anstrengende Präzisionsarbeit. Foto: Stöbich
Bobingen : Bobingen |

Ein Arbeitstag von Josef Berger fängt oft schon um 3.30 Uhr nachts an. Denn der Leiter des Bobinger Bauhofs ist dafür verantwortlich, dass wichtige Straßenabschnitte frei von Eis und Schnee sind, wenn sich morgens Pendler, Schulkinder und Fußgänger auf den Weg machen.

"Weil ich mindestens sieben Stunden Schlaf brauche, gehe ich meist bei Beginn der Tagesschau-Nachrichten ins Bett", erzählt Berger. Auch wenn es keine dicken Flocken schneit, muss im wöchentlichen Wechsel einer der beiden Winterdienstleiter des städtischen Bauhofs zu nächtlicher Stunde aus den Federn, um nach einer ersten Kontrollfahrt den Einsatz der sieben Fahrzeuge und rund zwei Dutzend Mitarbeiter zu koordinieren.
"Denn auch nasse Kälte kann auf den Straßen für böse Überraschungen sorgen", weiß Berger. Er hat rund 150 Tonnen Salz eingelagert, um das weitläufige Straßennetz bis nach Waldberg/Kreuzanger verkehrssicher zu machen. Das Problem: "Wenn wir einmal durch sind, sind die Räum- und Salzspuren am anderen Ende längst wieder zugeschneit."
Wenn es gefährlich glatt ist oder geschneit hat, verständigen Berger oder sein Kollege Anton Mayr die Mitarbeiter, die dann im Schichtdienst in der ganzen Stadt unterwegs sind. Für die sogenannte Verkehrssicherungspflicht gibt Bobingen laut Stadtbaumeister Rainer Thierbach jedes Jahr bis zu 150 000 Euro aus.
Vereinzelte Beschwerden von Bürgern gibt es laut Berger immer, „aber bei heftigem Schneefall können wir nicht überall gleichzeitig sein; kleine Straßen haben dann keine Priorität.“ Unvermeidlich sei auch, dass ein Schneepflug mit seinem drei Meter breiten Schild eine bereits geräumte Garagenzufahrt wieder zuschütte.
Neben den Räum- und Streufahrzeugen ist in Bobingen an Ampeln und Bushaltestellen, Fußwegen und Einmündungen zusätzlich ein „Handdienst“ im Einsatz.
Auch Stefan Dölle arbeitet schon seit vielen Jahren im Winterschichtdienst, der bis 20 Uhr dauern kann, manchmal sogar noch länger. Für ihn und seine Kollegen kann ein Arbeitstag mit den bis zu 9,5 Tonnen schweren Fahrzeugen recht anstrengend sein: „In engen Straßen und zwischen geparkten Autos bedeutet das Präzisionsarbeit“, schildert Dölle. „Und wir müssen nachts ausrücken, wenn noch niemand vor uns schon mal gestreut und geräumt hat!“
Am Ende eines langen Winters sei man ganz schön erledigt, sagt Dölle: "Darum sind wir keinesweg traurig, dass es an den Weihnachtstagen nicht romantisch weiß war - beim Bauhof hat niemand Sehnsucht nach Schnee!"
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Sabine Presnitz aus Schwabmünchen | 08.01.2017 | 16:13  
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