Neubau für die Waldwichtel: CSU-Fraktion will AWO-Kindergarten modernisieren

Bobingen : Bobingen |

Bobingen. Den Waldwichtel-Kindergarten in der Bobinger Siedlung, der in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (AWO) steht, möchte die CSU-Stadtratsfraktion zeitgemäß modernisieren. Konkrete Vorschläge dazu macht der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Herwig Leiter in einem Schreiben an zweiten Bürgermeister Klaus Förster.

"In den vergangenen Monaten hat sich zunehmend ein erhöhter Platzbedarf in den Kindertageseinrichtungen gezeigt", so Leiter. Zunächst mussten kurzfristig zwei zusätzliche Gruppen bei den Kinderkrippen eingerichtet werden. die gleichen Herausforderungen werde es künftig bei den Kindergärten geben. Um Platz für weitere Gruppen zu schaffen, seien zeitnah bauliche Maßnahmen notwendig.

Verschiedene Gründe für die CSU ausschlaggebend

Der AWO-Kindergarten befindet sich in einem angemieteten fremden Eigentum, was die langfristigen Raumplanungen grundsätzlich erschweren und den Handlungsspielraum einschränken könnte. "Die Räume für die zwei Gruppen sind nicht entwickelt worden", stellt Leiter in seinem Antrag fest, sondern waren von den ursprünglichen früheren Nutzungen einer Wirtschaft vorgegeben. Das war bei der Gründung des Kindergartens vor 40 Jahren zwar ausreichend, entspreche aber keineswegs mehr den heutigen Anforderungen einer angemessenen und sinnvollen Raumaufteilung, in der pädagogische Aspekte wie auch betriebliche und organisatorische Gegebenheiten berücksichtigt werden können.

Außerdem ist der Zugang zum Gebäude nicht barrierefrei, was vor allem für Eltern mit Kinderwagen problematisch ist. Der am Waldrand liegende Spielplatz für die Kinder ist zwar sehr großzügig und attraktiv gestaltet, so die CSU, jedoch müssen die Kinder immer eine Straße überqueren. Deshalb will die Fraktion prüfen lassen, ob auf der Fläche des Spielplatzes die Errichtung eines neuen Gebäudes möglich wäre, das zumindest vier Gruppen (zwei AWO-Bestandsgruppen plus zwei neue) beherbergen könnte. Eine solche Erweiterung wäre durch die Stadt, aber auch durch die AWO selbst möglich.

Zusätzliche Gruppen einer Kinderkrippe sollten berücksichtigt werden

Alternativ kann sich Leiter als Standort auch das Grundstück bei der Grundschule vorstellen, was die Nutzung gemeinsamer Außenflächen ermöglichen würde. Nachdem bei der angedachten Wohnanlage für Senioren bereits über Lärm aus der Schule andiskutiert wurde, wäre dies bei einer solchen Nutzung gelöst. Die anlaufenden Planungen für die barrierefreie Wohnanlage sollten somit - wie ursprünglich angedacht - auf der Sonderfläche des Neubaugebiets nördlich der Herbststraße erfolgen.
Die Betreuung von Kindern ab dem Windelalter in unterschiedlichen Tageseinrichtungen ist inzwischen eine Selbstverständlichkeit. Dass dies für Eltern und ihre Sprösslinge relativ reibungslos funktioniert, ist es eigentlich nicht. Denn für Erzieherinnen, die Träger der Kindertagesstätten (Kitas) und die Stadt ist das eine große Herausforderung.

Vor allem, seit eine unerwartet stark angestiegene Nachfrage viele Gemeinden überraschte. Zuzüge von Flüchtlingen waren nur eine der Ursachen. Hinzu kam auch, dass die Ausweitung der gesetzlichen Ansprüche auf Kita-Plätze von vielen berufstätigen Eltern gerne angenommen wird.

Auch Bobingen hat damit ein Problem – aber auch Lösungen

Obwohl im Vorjahr bereits zwei Notgruppen mit Krippenplätzen und eine weitere für Kindergartenkinder eingerichtet werden mussten, seien nicht die fehlenden Räume das Hauptproblem, so der stellvertretende Bürgermeister Klaus Förster: „Schwieriger ist es, auch das qualifizierte Personal dafür zu bekommen!“
Die Stadt messe der Kinderbetreuung hohen Stellenwert bei. Als „Signal zur Familienförderung“ verstehe sie die Möglichkeit zur Übernahme der Betreuungskosten zu 60 Prozent ab dem zweiten Kind und zu 80 Prozent für jedes weitere Kind.
Für die Regenbogenmäuse, die Waldwichtel und andere Gruppen zur Betreuung von Bobinger Kindern geben die Stadt und der Freistaat jedes Jahr mehrere Millionen Euro aus. 2,4 Millionen Euro zahlt das Land, weitere zwei Millionen die Stadt. Hinzu kommen weitere 250 000 Euro aus dem Stadthaushalt an zusätzlichem Defizitausgleich an die Träger der Kitas.
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