Neue Bauplätze in der Bobinger Siedlung

Typische Siedlerhäuser prägen das Bild der Herbststraße, nördlich davon plant die Stadt ein Neubaugebiet.
Bobingen : Bobingen |

Die Kreditzinsen sind immer noch niedrig, darum ist die Nachfrage nach Baugrundstücken auch in Bobingen entsprechend hoch. Vor diesem Hintergrund diskutierten die Mitglieder des städtischen Bauausschusses in ihrer jüngsten Sitzung ausführlich über ein Neubaugebiet in der Siedlung.

Nördlich der Herbststrasse sollen 27 Bauplätze für Einfamilienhäuser entstehen; damit will die Stadtverwaltung möglichst junge Familien in der Siedlung halten beziehungsweise in das Quartier holen. Nach welchen Kriterien die Vergabe genau erfolgen soll, steht aber noch nicht fest.
Beim jüngsten Verkauf der sieben städtischen Grundstücke in der Adolph-Kolping-Strasse hatte sich mit knapp 80 Bewerbungen gezeigt, dass sich viele Familien in Bobingen ansiedeln möchten. Deshalb hatte CSU-Fraktionsvorsitzender Hans-Peter Dangl beantragt, das ganze Verfahren zu beschleunigen und die notwendigen Arbeiten möglichst früh auszuschreiben, damit die Infrastruktur-Maßnahmen möglichst noch kommenden Herbst beginnen können.
Das sei jedoch wenig hilfreich, sagten Bürgermeister Bernd Müller und Barbara Tugemann von der Bauverwaltung. "Sorgfalt kommt vor Eile!", mahnte Müller und wies darauf hin, "dass bei einer Ausschreibung im Sommer sehr ungünstige Preise zu erwarten sind". Bei den von der CSU vorgeschlagen Vorverträgen mit Bauwerbern müssten diese zweimal zum Notar gehen - das würde ebenfalls die Preise erhöhen.
Außerdem brauche man Zeit, so Tugemann, um mit den Anwohnern über einen Ausbau der Herbststrasse zu reden. Denn sie muss für die Erschließung erneuert beziehungsweise ausgebaut werden und im Rathaus will man ähnlichen Ärger wie mit den Anliegern der Schnitterstrasse auf jeden Fall vermeiden. "Die gültige Ausbausatzung ist zwingend anzuwenden", so Stadtbaumeister Rainer Thierbach.
Damit es am Ortsrand in der Siedlung später nicht ausschaut wie Kraut und Rüben, gelten im Bebauungsplan strenge Vorgaben für die Bauwerber. "Diese Regeln sollten wir nicht gleich wieder durch alle möglichen Ausnahmen aufweichen", betonte Müller in der lebhaften Diskussion. Thomas Hauser (CSU) äußerte Bedenken, dass das gewohnte Ortsbild durch ein Neubaugebiet zum Negativen verändert wird; dem hielt der Bürgermeister entgegen, man könne heutzutage keine schmalen Siedlerhäuschen mehr bauen, wie sie vor Jahrzehnten an der Herbststrasse errichtet worden waren.
Die Grundstücke werden gegenüber den zuletzt im Bereich der Kernstadt ausgewiesenen Flächen größer sein: 625 beziehungsweise 700 Quadratmeter, was laut Tugemann der Struktur der Siedlung entspricht. Für die Nebenanlagen wie Gerätehütten und so weiter werden gesonderte Flächen ausgewiesen; dadurch will den Verwaltung den "Wildwuchs" in die rückwärtigen Bereiche der Grundstücke verbannen, um die Straßenansicht nicht zu beeinträchtigen.
Gemäß der städtischen Satzung soll es entlang der öffentlichen Verkehrsflächen keine geschlossenen Einfriedungen geben. Nach der aktuellen Planung könnte ein Baubeginn im Frühsommer nächsten Jahres möglich sein.
Im Rathaus rechnet man für die Bauplätze schon bald mit einem Ansturm von deutlich mehr als hundert Bewerbern, was für die beiden Sachbearbeiterinnen zu einer erheblichen Mehrbelastung führen wird. Die Entscheidungen zur Änderung des Flächennutzungsplans sowie über einen Ausbau der Herbststrasse muss demnächst der Stadtrat treffen.
1
Einem Autor gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.