Schwarz-Weiß-Krimi mit knallroten Akzenten - Theaterschmiede Bobingen fesselt ihr Publikum mit einer spannenden Geschichte von Kult-Autor Edgar Wallace.

Theaterschmiede Bobingen spielt Edgar Wallace. Beim Bühnenbild waren die Bobinger diesmal eher sparsam, umso beeindruckender waren die Hintergrundbilder aus dem Beamer.
 
Stecken unter einer Decke: Fabrianna Gilder (Margit Slansky) und Lord Arthur Gine (Peter Sedlacek).
Bobingen: Singoldhalle |

Schwarz-Weiß-Krimi mit knallroten Akzenten

Aufführung - Die Theaterschmiede Bobingen fesselt ihr Publikum mit einer spannenden Geschichte von Kult-Autor Edgar Wallace.

In das England von Kultautor Edgar Wallace hat die Theaterschmiede Bobingen vom 17. bis 19. November 2017 ihr Publikum entführt. Bei den Aufführungen in der Singoldhalle kam das Stück „Der Schwarze Abt“ nach einer Bearbeitung von Matthias Hahn auf die Bühne. Der Krimiklassiker, der im Original in schwarz-weiß über die Bildschirme flimmert, wurde auch in Bobingen in schwarz-weiß gespielt. Ein Novum, aber die Theaterschmiede ist weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt für Bühneninnovationen und die Annahme besonderer Herausforderungen. Unterbrochen wurde das Schwarz, Weiß und Grau allein durch knallrote Akzente, die sowohl dem Stück als auch den Schauspielern die letzte Würze verliehen.

Minimalistisches Bühnenbild, eindrucksvolle Hintergründe
Eher untypisch für die Schauspieltruppe unter Leitung von Ingrid Schmid war das Bühnenbild. Dieses kam minimalistisch daher, wurde in Requisiten nur angedeutet und ansonsten per Beamer auf die Leinwand gebracht. So entstand der schwarz-weiße Eindruck eines englischen Landhauses, von Fossaway Castle. Dort hütete Lady Chelford, aristokratisch gespielt von Martina Lange, ein dunkles Geheimnis. Dieses betraf ihre Söhne Harry und Richard, beide brillant gespielt von Ralph Miethig. Er hatte die Herausforderung einer Doppelrolle angenommen und zeigte sich ihr im Verlauf des Stückes durchaus gewachsen. „Die beiden Rollen zu erarbeiten und während des Stückes von einem Charakter auf den anderen umzuschalten, ist aber ganz schön schwer“, gab er nach der äußerst gelungenen Premiere zu. „Das kostet schon viel Energie.“ Dennoch vermochte Miethig die Besucher auf Fossaway Castle wie Fabrianna Gilder (Margit Slansky), Lord Arthur Gine (Peter Sedlacek) und seine Nicht Leslie (Bernadette Gobber) durchaus zu täuschen. Auf der Suche nach dem legendären Goldschatz in der verlassenen Abtei von Chelfordbury kamen in einigen Verwicklungen überaus durchtriebene Machenschaften zutage. Aber erst als zwei Morde passiert sind und ein dritter unausweichlich scheint, klärt das geschwätzige Dienstmädchen Mary Wenner (Theresa Jahn) den ermittelnden Inspektor Bliss von Scotland Yard (Michael Gerhardt) auf. Souffleur Christian Vollmann hatte bei der gelungenen Premiere nur sehr wenig zu tun. Insgesamt überzeugten sowohl die dargestellten Charaktere als auch das ungewöhnliche Bühnenbild.

Lob für realitätsnahes Ambiente
Besucher Michael Heithausen aus Bobingen war von dem Theaterabend begeistert: „Ich komme schon seit 19 Jahren zu den Aufführungen und habe immer tolle Stücke gesehen“, erklärte er: „Der Schwarze Abt“ hat mir sehr gut gefallen, es war eine sehr gute schauspielerische Leistung.“ Die Rollen hätten nicht gekünstelt gewirkt, sondern sehr real. „Man merkt, dass die Schauspieler richtig in ihre Rollen eintauchen“, fand Michael Heithausen. Auch das schwarz-weiße Bühnenbild sowie die passende Kostümierung fand seine Zustimmung. „So wirkte das Ambiente sehr realitätsnah“, meinte Heithausen und lobte die Theaterschmiede für ihre kreative Herangehensweise.

Regisseurin Ingrid Schmid war am Ende auch zurecht sehr stolz auf ihr Ensemble: „Sie haben toll gespielt und wir haben unser Versprechen vom Anfang, in dem Kriminalstück auch etwas Lustiges und etwas Unterhaltsames unterzubringen, gehalten“, befand sie.

Alle Infos zum Stück unter:www.theater-schmiede.de
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