Seine Wurzeln hat er an der Wertach: Bildhauer Reinhard Osiander liebt die kreative Arbeit mit Holz

Bildhauer Reinhard Osiander hat seine Wurzeln in Bobingen. Foto: Stöbich
Bobingen : Bobingen |

Bobingen. Sein Atelier steht zwar an der Weser, doch seine Wurzeln liegen an der Wertach; Bildhauer Reinhard Osiander kehrt immer wieder gern in seinen Heimatort zurück, um seine Werke bei einer Ausstellung des Kunstvereins Bobingen oder wie Ende April bei den Kissinger Gartentagen zu präsentieren. "Dieser kreative Beruf macht zwar Spass, ist aber körperlich ziemlich anstrengend", sagt er.

1992 war er nach Berchtesgaden gegangen, um dort drei Jahre lang an der Berufsfachschule für Holzschnitzerei zu lernen. Danach hatte er ein Studium bei Bernd Altenstein an der Hochschule für Künste in Bremen begonnen und 2003 sein Diplom erhalten. Anregungen für seine eindrucksvollen Holzskulpturen holt er sich unter anderem beim Rundgang auf Flohmärkten, wo er gern in alten Postkarten oder Spielsachen stöbert. Bis eine lebensgroße Figur fertig ist, heißt es tagelang zeichnen, sägen, schnitzen und malen - die Leidenschaft, mit der er dem Holz zu Leibe geht, ist faszinierend. Intensiv befasst er sich mit den heutigen Möglichkeiten der figürlichen Darstellung.

Eigener Stil ist preisgekrönt

Dabei folgt er grundsätzlich nicht dem Vorbild älterer Kollegen, Hase und Hirsch, Schafe und Schweine bis zur perfekten illusionistischen Realität zu formen. Osiander will diese Nähe zur romantisierten Wirklichkeit nicht, die er über Kunststoff-Materialien viel schneller und leichter erreichen könnte. "Bei mir bleibt die Bearbeitung des Holzes sichtbar, so dass manches grob und spröde wirkt."
Für seine Arbeit ist der Bobinger mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem „Deutschen Holzkunstpreis - EXPO 2000“ und 2003 mit dem Hochschulpreis der Bremer Hochschule für Künste.

Inspiration holt er sich in den Bergen

Wenn ihn an der Weser die Sehnsucht nach den Bergen packt, fährt er gern nach Berchtesgaden; dort lässt er sich bei Wanderungen von der Tierwelt im Alpennationalpark inspirieren und formt später in seinem Atelier aus Holzblöcken Murmeltiere oder Steinböcke. "Fast jedes Jahr kommt irgendeine neue Gattung dazu." Und wenn ein Auftraggeber seinen vierbeinigen Liebling im Garten verewigt haben will, dann schnitzt Osiander auch Hasso oder Waldi.
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