"Symbol für gelungene Integration"

Das neue Kulturzentrum entsteht an der Max-Fischer-Straße gegenüber der ehemaligen Hoechst-Kantine. Foto: alex Mertens

Eine Moschee entsteht im Süden von Bobingen. Das Minarett soll keine Lautsprecher haben und bleibt zwei Meter unter der Maximalhöhe.

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten geht es jetzt zusehends voran mit dem Bau des neuen Kulturzentrums samt Minarett für die Muslimgemeinde in Bobingen. Der Komplex entsteht im Süden der Stadt an der Max-Fischer-Straße, wo im Industriegebiet gegenüber der ehemaligen Hoechst-Kantine vor etwas mehr als einem Jahr der Spatenstich erfolgt war. Eine Million Euro soll der Neubau kosten. Dafür muss die Gemeinde selbst aufkommen, Antragstellerin ist die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion.

Pläne zum Bau einer Moschee hatte es in den vergangenen Jahren schon mehrfach gegeben, weshalb Bobingen zunächst auch in die bundesweiten Schlagzeilen geraten war. Doch das Thema Integration ist längst kein Grund zur Aufregung mehr, wie Stadtratsmitglied Herwig Leiter meint: "Zwischen der türkischen und der einheimischen Bevölkerung in Bobingen herrscht ein ausgesprochen gutes Miteinander!" Dieser Ansicht ist auch Bürgermeister Bernd Müller, der im Moscheebau ein "Symbol für gelungene Integration" sehe.

Das neue Kulturzentrum liegt im Geltungsbereich des Bebauungsplanes Nr. 38, der unter anderem auch Anlagen für kirchliche und kulturelle Zwecke zulässt. Das Vorhaben befindet sich in jenem Teil des Bebauungsplanes, der zwischen 22 und 6 Uhr morgens eine völlige Betriebsruhe vorschreibt. Falls der Versammlungsraum also etwa für nächtliche Hochzeitsfeiern genutzt wird, ist laut Stadtverwaltung eine Befreiung notwendig, die wiederum ein schalltechnisches Gutachten erfordert.

Im Erdgeschoss soll der Bereich der Moschee 230 Quadratmeter haben. Über ein Foyer kann der Saal mit 150 Quadratmetern erreicht werden. Dazu kommt das Café mit 35 Quadratmetern. Im Obergeschoss weist die Planungsskizze auf einer Fläche von 125 Quadratmetern Gebetsräume auf. Außerdem sollen eine Wohnung, ein Büro und ein Mehrzweckraum untergebracht werden. Der nördliche Bereich des Grundstücks wird als Garten gestaltet, im westlichen Teil sind Parkflächen geplant.

Die zweigeschossige Moschee soll eine Wandhöhe von etwa 7,10 Meter haben und eine flache Kuppel tragen. Daneben ist ein freistehendes Minarett mit eckigem Grundriss und abgeschrägter Spitze geplant. Es wird mit 18 Metern Höhe um zwei Meter niedriger sein als baurechtlich möglich. Laut des genehmigten Bauplans hat es keinen Aufgang, keinen Balkon und keine Lautsprecher.

Die Muslimgemeinde zählt 350 Mitgliedsfamilien mit 1100 Menschen. Diese leben im südlichen Landkreis Augsburg. In den 1970er-Jahren sollen es 2000 gewesen sein. Mit der Schrumpfung der Faserindustrie in Bobingen sank die Anzahl jedoch stark. Freitags sollen zum Gebet bis zu 300 Menschen kommen.
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