Teure Geländer am Bobinger Kreisverkehr

Nicht nur Traktoren mit Anhänger oder ausscherendem Gerät, auch Lkw und Busse dürfen im Minikreisel geradeaus übers Pflaster fahren. Foto: Mertens
Bobingen : Bobingen | Eine teure Angelegenheit für die Stadtverwaltung von Bobingen ist der Kreisverkehr vor dem Gasthof Krebswirt in der Hochstraße. Vor allem ein eisernes Geländer an der Einmündung der Maria-Hilf-Straße wird immer wieder von größeren Transportfahrzeugen beschädigt oder gar umgerissen. Doch auch die baugleichen Abschirmungen der Fußwege an den anderen Ecken der Kreuzung haben schon einiges abbekommen.
Denn für größere Fahrzeuge wie Lastwagen oder Traktoren ist es schwierig, den engen Radius zwischen Maria Hilf-Straße und Wolfsgäßchen zu passieren, ohne dass diese Ausscheren, die Geländer streifen oder gar umknicken. Zur Sicherheit der Fußgänger angebrachte Geländer müssen daher seit dem Umbau der Hochstraße und der Verkehrsfreigabe des sogenannten Minikreisels im Mai 2007 immer wieder erneuert werden.
Dabei erlaubt die Pflasterung in der Kreiselmitte langen Fahrzeugen oder Gespannen, den Kreisverkehr geradeaus zu überqueren, nur Autos und Radler müssen laut Polizei die Spur im Kreis ausfahren. Bürgermeister Bernd Müller sagt zu den Beschädigungen im Minikreisel auf Anfrage unserer Zeitung: „Mir ist es lieber, die - wenn auch lästige - Beschädigung einer Stahlrohrkonstruktion wiederholt reparieren zu lassen, als Schäden an Leib und Leben von Menschen beklagen zu müssen!“
Ohne Geländer wäre die Gefahr für Fußgänger in diesem Bereich erheblich größer, meint Müller. Seit Juli 2007 erfasst die Stadtverwaltung die Daten zu den Schäden: Seitdem wurden für 73 Reparaturen insgesamt rund 129.000 Euro ausgegeben, wovon etwa 96.000 Euro durch die Unfallverursacher beziehungsweise deren Versucherungen ersetzt wurden. Durch Fahrerflucht entstand der Stadt ein Schaden von insgesamt rund 29.000 Euro.
Der Bau des kleinen Kreisverkehrs an dieser Stelle hat übrigens nicht nur mit dem Umbau der Hochstraße ab dem Jahr 2005 zu tun. Zuvor war dies eine für den einmündenden Verkehr teils schwer zu meisternde Kreuzung, vor allem während des Berufsverkehrs. Die Installation einer Ampelanlage scheiterte zunächst an den damals gültigen Vorgaben für Lichtzeichensteuerungen an Staatsstraßen. Denn vor über zehn Jahren war die Hochstraße in weit größerem Maße auch noch Durchgangsstraße, als dies heute der Fall ist.
Nach einem Unfall mit einem tödlich verunglückten Radfahrer entschied sie die Stadt, die Kreuzung im Zug des Straßenumbaus durch einen Kreisverkehr zu entschärfen. Größere Unfälle blieben seither tatsächlich aus. Ein größerer Radius der Kreisels scheiterte jedoch an der baulichen Enge aufgrund bestehender Häuser.
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