Tschüss Telefonzelle

Nur noch drei Basistelefone wird es in Bobingen geben. (Foto: Mertens)

Es war einmal, so können Eltern heute ihren Kindern erzählen, vor langer Zeit, dass man sich zum Telefonieren erst einmal anziehen, aus der warmen Wohnung in ein gelbes Glashäuschen mit einem Münzfernsprecher gehen, Kleingeld bereithalten und eine Wählscheibe drehen musste – erst dann war ein Gespräch mit Tante Anni oder Onkel Ludwig möglich. Weil sich die Zeiten geändert haben, wird es in Bobingen bald keine einzige Telefonzelle mehr geben und auch nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, überhaupt ohne Handy zu telefonieren.

Das ärgerte die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses in ihrer jüngsten Sitzung zwar, dagegen unternehmen können sie nur wenig, wie Telekom-Vertreter Josef Linner erläuterte. Er ist für den „Rückbau unwirtschaftlicher öffentlicher Telefonstellen“ zuständig und schilderte einen „dramatischen Rückgang der Nutzung“ an den Standorten am Schloßberg in Straßberg sowie in der Regensburger Allee und beim Bobinger Bahnhof. Nicht einmal die Strom- und Wartungskosten kämen mehr herein, sagte Linner, den die Ausschussmitglieder an die soziale Verantwortung gegenüber den Bürgern erinnerten. „Die Telefonzelle in der öffentlichen Grünanlage an der Einmündung Hermann Hesse-/Bahnhofstraße ist völlig verwahrlost“, kritisierte Barbara Tugemann von der Bauverwaltung.
Das sei ohnehin der falsche Standort, so Waltraut Wellenhofer (Freie Wähler): „Ein Telefonhäuschen gehört direkt an den Bahnhof, so dass man es auch ohne lange Sucherei finden kann!“ An den drei genannten Standorten wird es künftig nur noch bargeldlose Basistelefone geben, die wenig Wartung erfordern.
Auch im neuen Jahr müssen sich die Ratsmitglieder mit einem alten Problem herumschlagen: Im Bauausschuss ging es wieder einmal um die Errichtung von Wohnungen für Betriebsleiter im Gewerbegebiet, diesmal auf einem 5700 Quadratmeter großen Grundstück an der Michael Schäffer-Straße. Zwei Voranfragen für Hallen wurden dort befürwortet, das gemeindliche Einvernehmen für die gewünschten Wohnungen aber verweigert. Sonst drohe das Gewerbegebiet zu kippen, sagte Barbara Tugemann; in einem Mischgebiet gelten aber andere Lärmwerte, so dass möglicherweise sogar der städtische Bauhof nicht mehr zulässig sei. Klaus Förster (CSU) und Waltraut Wellenhofer (Freie Wähler) gaben zu bedenken, dass die Trennlinie zwischen gewerblicher und nicht gewerblicher Nutzung manchmal sehr unscharf sei. In der Diskussion prägte Wellenhofer sogar den Begriff „Gewerbewohnung“, den der Jurist Bernd Müller ganz gruselig fand: „So etwas gibt es überhaupt nirgends!“
Nach einer Pause von einigen Jahren soll es heuer wieder einen Jugendaustausch mit der französischen Partnerstadt Aniche geben. Vom 2. bis 6. März werden 23 Schüler nach Bobingen kommen.

Alex Mertens
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