Verantwortlich für den Schutz von 48.000 Menschen

Max Wellner ist Erster Polizeihauptkommissar, Leiter der Inspektion Bobingen und Sportreferent im Königsbrunner Stadtrat. Foto: Stöbich

Max Wellner ist Erster Polizeihauptkommissar und Leiter der Inspektion Bobingen. Er ist in der Kommunalpolitik aktiv und Regionalvorsitzender im Arbeitskreis "Polizei und innere Sicherheit".

Max Wellner, der als Mitglied der CSU-Fraktion und Sportreferent im Königsbrunner Stadtrat die Kommunalpolitik aktiv mitgestaltet, ist vielseitig engagiert. Außerdem ist er als Regionalvorsitzender im CSU-Arbeitskreis "Polizei und innere Sicherheit". Als langjähriger Leiter der Polizeiinspektion Bobingen kämpft er mit seinen Kollegen gegen Einbrecher, Ladendiebe und Verkehrssünder.

Nach ereignisreichen Berufsjahren will er spätestens 2017 in Pension gehen und dann das Reisen mit seiner Frau Roswitha genießen. Sein Sohn Maximilian (26) will ebenfalls Polizist werden und absolviert seine Ausbildung bei der Bereitschaftspolizei in Königsbrunn.

Von seinem Geburtsort Pocking in Niederbayern ging er an die Bayerische Beamtenfachhochschule in Fürstenfeldbruck, war mit 22 Jahren Kommissar und Ausbilder bei der Bereitschaftspolizei in Königsbrunn, ab 1981 dann Dienstgruppenleiter in der alten Inspektion am Bobinger Kirchplatz. Es folgten Haunstetten, Augsburg und Hochzoll als weitere Stationen, bis er schließlich im April 2003 als Polizeichef nach Bobingen zurückging.

"Anfangs hatte ich mit der Umstellung von der niederbayrischen auf die Augsburger Mentalität ein ziemliches Problem", erinnert er sich; das änderte sich jedoch durch die Heirat 1989 mit einer gebürtigen Augsburgerin. Seit über 20 Jahren lebt die Familie jetzt in Königsbrunn.

"Außer Schlägen, die ich einmal in einer Diskothek eingefangen habe, ist mir in all den Jahren zum Glück nie etwas passiert", erinnert er sich. "Man kann bei Dienstbeginn nie wissen, ob man auch wieder gesund nach Hause zurückkommt." Brenzlige Situationen gab es genug, vor allem während Wellners Zeit als Außendienstleiter in Augsburg von 1991 bis 1999.

Einen Einsatz wegen Geiselnahme in einer Augsburger Bank konnte er ohne Schusswechsel beenden und mit einem Trick einen Mann beruhigen, der sich mitten in der Stadt in seinem Auto mit Benzin übergossen hatte und anzünden wollte. So gefährlich geht es auf der Bobinger Inspektion zwar nicht zu, aber auch keineswegs gemächlich, "denn wir sind eine der am stärksten belasteten Dienststellen". Mit einer knappen Personaldecke müssen in vier Schichten rund 48 000 Bürger zwischen Waldberg und Wehringen betreut werden, darunter auch Königsbrunn.

"Intern geht es darum, die Kollegen zu motivieren und ein für alle annehmbares Betriebsklima zu schaffen", betont er. Dazu kommen Mitarbeiter-Gespräche, Personalplanung und jede Menge Verwaltungsarbeit.

Der Dienst bringt es mit sich, dass die Ordnungshüter nach manchen Einsätzen auch schlimme Erfahrungen bewältigen müssen. Wellner erinnert sich an einen Unfall an der Bahnhofs-Unterführung, bei dem ein Mitarbeiter der Bobinger Stadtverwaltung ums Leben gekommen war - er musste den Angehörigen die Todesnachricht überbringen und wird bei solch schweren Pflichten von einem Kriseninterventionsteam oder Seelsorger unterstützt.

Aber auch im ganz normalen Polizeialltag gibt es Belastungen, die viele Beamte mitunter an ihre Grenzen bringen: "Gewalt und Beschimpfungen nehmen zu", weiß Wellner, "da ist Scheißbulle noch einer der mildesten Ausdrücke." Im Gegensatz zum früheren Dorfgendarm gelte ein Polizist heute nicht mehr als Respektsperson und brauche im Umgang mit den unterschiedlichsten Gruppen hohe soziale Kompetenz.

Entspannung vom anstrengenden Job findet er beim regelmäßigen Schafkopfen mit Kollegen und beim Sporteln. Auch ein Polizeichef braucht mal Pause; darum stehen Fußball, Joggen, Skifahren und ausgedehnte Spaziergänge auf dem Fitnessprogramm.
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