Zehn Jahre Tubaquartette: Märchen, Stilbrüche und Spezialtalente

Manuela Poleschner inmitten ihrer starken Männer: „Das Tubaquartett“ (schwarz/schwarz) und das „Tubaquartett 2“ (schwarz/weiß). Im Vordergrund das Nachwuchsduo Verena Ludwig und Antonia Wagner.
Bobingen: Laurentiushaus | Die beiden Tubaquartette des Musikvereins Bobingen bestehen seit zehn Jahren, und das in derselben Besetzung. Zum Jubiläumskonzert studierte Manuela Poleschner ein abwechslungsreiches Programm ein, die langjährige Arbeit mit den Ensembles betrachtet sie als Geschenk.

„Wenn mir jemand vor zehn Jahren gesagt hätte, dass ‚Das Tubaquartett‘ heute in derselben Besetzung besteht wie bei seiner Gründung – ich hätte es nicht für möglich gehalten“, sagte die musikalische Leiterin zu Beginn des Jubiläumskonzerts. Nicht weniger stolz äußerte sich Manuela Poleschner über das „Tubaquartett 2“ des Musikvereins, dessen Mitglieder dem Ensemble ähnlich lange treu sind. Zum Doppeljubiläum nahmen die beiden Quartette die 70 Zuhörer im Laurentiushaus Bobingen mit auf einen Streifzug durch vergangene Konzerte – und in die Märchenwelt von Piti und dem weißen Hai.

Reise durch die Genres

Langeweile kam während des zweistündigen Konzerts nicht auf, dafür sorgten allein schon die bewusst gesetzten Stilbrüche, die das breitgefächerte Repertoire der beiden Quartette offenbarten. So eröffnete „Das Tubaquartett“ (Stefan Berger, Harald Appelt, Marco Korkisch und Florian Haas) den Abend mit der feierlichen Fanfare „Einzug der Gäste“ aus Richard Wagners Oper „Tannhäuser“, um sich anschließend mit „Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus“ dem schwäbischen Liedgut und damit der leichteren Muse zuzuwenden.

Abwechslung ins Programm, bei dem sich die Ensembles munter ablösten, brachten auch Manuela Poleschners Tuba-Schülerinnen Verena Ludwig und Antonia Wagner. Im Duett spielten sie das Thema aus Beethovens 7. Sinfonie und den Spiritual „Swing low, sweet chariot“. Anschließend übernahm das „Tubaquartett 2“ (Markus Berger, Christian Hof, Luca Rojewski und Nico Korkisch) und ergänzte aus der von Lennie Niehaus arrangierten „Spiritual Jazz Suite“ die Titel „Deep River“ und „Joshua fought the battle of Jericho“. Das Quartett bot im Lauf des Abends noch den Gospel-Klassiker „Down by the riverside“ sowie das Volkslied „Seventeen come sunday“ aus der „English Folk Song Suite“ von Ralph Vaughan Williams dar.

Stärken, Schwächen und Spezialtalente

„Das Tubaquartett“ wiederum stattete mit der von Manuela Poleschner arrangierten „Amtsgerichtspolka“ dem Königlich Bayerischen Amtsgericht einen Besuch ab, scheute sich aber auch nicht vor anspruchsvollen Originalwerken für Tubaquartett wie der „Celestial Suite for four Tubas“ von Stephen Bulla oder „Old Legend“ von Etienne Crausaz. Manuela Poleschner weiß, was sie ihren Musikern zutrauen kann. „Im Lauf von zehn Jahren lernt man die Stärken und Schwächen der einzelnen Musiker kennen“, berichtete die musikalische Leiterin – genauso wie das ein oder andere Spezialtalent. „Mit Stefan Berger haben wir einen Euphonisten, der in der Höhe kaum Grenzen kennt“, schwärmte Poleschner. Sein Können zeigte er – mit sonorem, warmem Klang – bei der Arie „O zittre nicht, mein lieber Sohn“ aus Mozarts „Zauberflöte“ im Arrangement von Marco Korkisch.

Piti und der weiße Hai

Der Höhepunkt des Abends sollte zum Schluss folgen mit dem Märchen von Piti und dem weißen Hai, dessen Handlung Manuela Poleschner stilsicher vortrug und vom Tubaquartett musikalisch untermalt wurde. Das kam nicht nur bei den Jüngsten im Publikum gut an. Die einzelnen Figuren stellten die vier Musiker eingangs nicht nur mit einem zu deren Gemüt passenden Leitmotiv vor, sondern auch mit Illustrationen, gezeichnet von einer von Manuela Poleschners Schülerinnen.
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