Zorn, Hass und Liebe an der Stange - Poletänzer können in der Singoldhalle Emotionen zeigen

39 Frauen und ein Mann werden beim Crazypole Battle mitmachen. Fotos: Nadine Rebel
 
Die Teilnehmer sollen die jeweiligen "Gefühlswelten" interpretieren.


Einen Wutanfall tanzen, Sehnsucht oder eine Liebesattacke - das müssen Poletänzer, die am Samstag, 22. April, um 18.30 Uhr am Crazypole Battle in der Bobinger Singoldhalle teilnehmen. Statt Drops, Flips und halsbrecherischen Figuren sollen die Tänzer wahre Gefühle zeigen.

Oft bleibe das auf der Strecke, findet Nadine Rebel, Poledance Trainerin und Organisatorin des Wettbewerbs. "Es gibt Poletänzer, die sind vielleicht nicht so gelenkig und nicht so schnell. Aber sie tanzen. Sie lassen einen Einblick in ihre Seele zu und entführen das Publikum für ein paar Minuten in ihre Welt." In dem Wettkampf am 22. April könne genau das zum Sieg führen.

Mitmachen sollen alle Poletänzer: Frischlinge, Fortgeschrittene und Trainer. Die sollen keinesfalls die schwierigsten Figuren in einem Wahnsinnstempo abarbeiten. "Für mich ist das nicht das, was ich unter tanzen, was ich unter Poledance verstehe", sagt Rebel. "Also habe ich mir den Kopf zerbrochen, wie man aus diesem Dilemma rauskommen kann." Herausgekommen ist der Wettkampf am 22. April, in dem Tanzen und Improvisieren im Vordergrund stehen sollen.

Vier Kategorien gibt es, vier "Gefühlswelten", die der Tänzer auf die Bühne bringen soll: Humor/Comedy, Sinnlichkeit/Romantik, Trauer/Sehnsucht und Wut/Zorn. Eine Kategorie kann der Teilnehmer ganz ausschließen. Für jedes Gefühl gibt es eine Auswahl von Liedern, die sich die Teilnehmer vorab auf der Internetseite anschauen können.

Erst am Wettkampftag, Beginn für die Teilnehmer ist um 15.30 Uhr, entscheidet sich die Reihenfolge - und wer gegen wen antreten wird. Bevor es dann an die Stange geht, bestimmt das Los die Kategorie und das Lied. Der erste Tänzer fängt an und interpretiert die ersten eineinhalb Minuten des Liedes. Ein akustisches Signal unterbricht ihn und der zweite Poletänzer setzt die Nummer fort. "Ein Vorbereiten oder Auswendiglernen von Choreos fällt somit flach", erklärt Rebel. Schließlich wissen die Tänzer nicht, ob sie die ersten oder die letzten 1,5 Minuten bekommen. Da die Teilnehmer auch nicht ahnen, in welche Emotion sie während ihres Auftritts tauchen, sind Kostüme, Schuhe und Masken kein Muss. Die Totenkopfmaske empfiehlt Rebel sogar zu Hause zu lassen. Denn: Zieht der Poletänzer das Thema "Sinnlichkeit", "könnte das schwer werden". Damit keine Zeit verloren geht, hat jeder Wettkampfteilnehmer eine eigene Stange auf der Bühne. Niemand muss also seine Zeit mit Putzen und Polieren vergeuden.

Wer gewinnt, entscheidet eine Jury. Die bewertet zum Beispiel, wie die Tänzer die Tempi, also langsam und schnell, in ihren Poledance einbauen, die drei Ebenen des Tanzbereichs, wie ausgeprägt ihr Rhythmusgefühl ist, wie fließend ihre Bewegungen. "Wer das am tänzerischsten, und am flüssigsten schafft, der gewinnt", sagt Rebel.

Und sie bleibt dabei: Schwierigkeitskategorien soll es nicht geben. "Es kann also sein, dass ein Amateur gegen einen Profi antritt - was aber nicht heißt, dass der Amateur weniger Chancen hat." Die Gewinner der jeweiligen Kategorie qualifizieren sich für den Crazy Pole Gala Cup in Erfurt.

Inzwischen haben sich etwa 50 Tänzer angemeldet, 40 dürfen am Wettbewerb teilnehmen. Laut Rebel kommen sie unter anderem aus Wien, Hamburg und Rostock - und mit dabei sind Tänzerinnen, die erst seit wenigen Monaten und ohne Studio trainieren.

Wer dabei sein und zuschauen will, kann noch Karten im Internet auf www.crazypole-battle.com bestellen. Neben den Wettkämpfen dürfen sich die Besucher auf den Zauberer Max Olbrich freuen, auf die Burlesque-Tänzerin Samira Strawberrydream sowie auf Sarah und Florian Lettieri. (nh)
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