2000 Unterschriften für das Hallenbad

Für den Erhalt des Hallenbades setzt sich Hermann Paulin ein. Foto: Mertens
Alex Mertens
Bobingen. Die Frage, wie es mit dem städtischen Hallenbad weitergehen soll, bewegt nicht nur viele Bürger in Bobingen, sondern ebenso in Königsbrunn oder Wehringen. Mehr als 2000 Menschen haben in den vergangenen Wochen einen offenen Brief unterschrieben, in dem sie die Stadträte auffordern, "über parteipolitische Grenzen hinweg sachlich und konstruktiv eine Lösung für den Erhalt des Bades zu finden".
Initiiert hat diese Aktion Hermann Paulin, der Schwimmtrainer beim TSV Bobingen und Mitglied der Wasserwacht ist. "Ich wollte ein Zeichen setzen und deutlich machen, dass der Fortbestand unseres Aquamarin vielen Leuten sehr am Herzen liegt", sagt der 49-jährige. Seine Listen legte er unter anderem im Hallenbad und in örtlichen Geschäften aus, wo sie auch von auswärtigen Besuchern und Bürgern unterzeichnet wurden. Die Übergabe an Bürgermeister Bernd Müller soll vor der Hauptausschuß-Sitzung am kommenden Dienstag abend stattfinden.
In seinem offenen Brief zählt Paulin eine Reihe gewichtiger Argumente auf, warum das Hallenbad auf jeden Fall erhalten werden muss. Wie berichtet, war wegen massiver Betonschäden ein Neubau im Gespräch, wovon der Stadtrat aber wegen Kosten in zweistelliger Millionenhöhe wieder abrückte. Das Aquamarin trage wesentlich zu Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden der Bevölkerung bei, stellt Paulin fest. "Durch das Bad wird Schulen, Vereinen und Schwimmlehrern ein Umfeld zur Verfügung gestellt, das es erst möglich macht, Kinder und Erwachsene schwimmen lernen zu lassen. So werden
tragische Unfälle und Tote in den Gewässern der Region vermieden."
Außerdem sei das "Aquamarin" wichtig für Ausbildung und Training für die Wasserrettung im Raum Bobingen. Als weiterer wesentlicher Aspekt wird in dem Brief die Gesundheit genannt: "Schon heute werden die Präventions- und Rehabilitationsangebote im Bereich der Wassergymnastik, Aquagymnastik sowie Versehrtensport zum Teil so stark nachgefragt, dass die bestehenden Angebote ausgeweitet werden könnten."
Paulin: "Ohne ausreichende Trainingsmöglichkeiten ist es weder den Vereinen im Breitensport möglich, die Kinder und Jugendliche in den Schwimmstilen auszubilden, noch Talente und Sportler zu fördern, die ihre Heimatstadt nach außen vertreten!" Aus all diesen Gründen sei das Hallenbad unverzichtbar.
Die gravierenden Schäden im Untergrund waren eher zufällig entdeckt worden, denn ursprünglich sollte für knapp drei Millionen Euro nur die Technik von Hallen- und Freibad modernisiert werden. Zuvor aber ließ das Stadtbauamt genauer nachschauen und mußte feststellen, daß massive Betonschäden eine komplizierte Sanierung notwendig machen. In einem Untersuchungsbericht heißt es dazu: "Sowohl in den Beckenwänden als auch an der Unterseite der Umgangsdecke und den Unterzügen an den Ecken haben sich starke Chloridbelastungen ergeben. Außerdem ist die Karbonatisierung auch dort bereits weit fortgeschritten."
Das Bauamt hatte für die einzelnen Bauteile eine Restnutzungsdauer errechnet. Sie liegt im Bereich der Technik bei fünf bis höchstens zehn Jahren. Schon heute gibt es für die Mess- und Regeltechnik kaum noch Ersatzteile; so kann es passieren, dass selbst bei kleinen Störungen ganze Anlageteile ersetzt werden müssen und Kosten im fünfstelligen Bereich entstehen.
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