Barrierefrei wohnen beim Brunnenplatz: Bobingen will im Zentrum der Siedlung bauen

Ein Teil des Schulgrundstücks könnte für das Wohnbauprojekt genutzt werden. Foto: Stöbich
Bobingen : Bobingen | Nach langen Diskussionen über die Zukunft der Siedlung trägt das integrierte Handlungskonzept jetzt erste Früchte. Auf einem städtischen Grundstück beim Brunnenplatz könnte mithilfe von Fördermitteln ein soziales Wohnbauprojekt verwirklicht werden. Seine Vorstellungen dazu erläuterte Stadtbaumeister Rainer Thierbach in der jüngsten Sitzung des Stadtrats, der grundsätzlich grünes Licht gab. Allerdings machten die Mitglieder auch einige Bedenken geltend.
Mangels anderer geeigneter Flächen hat Thierbach einen wenig genutzten Teil des Schulgrundstücks ins Auge gefasst. Dieser liegt direkt neben dem Brunnenplatz, den man im Zuge der Stadtsanierung neu gestalten will. Gedacht ist zunächst an rund 15 barrierefreie Zweizimmerwohnungen; im Erdgeschoß kann sich der Stadtbaumeister eine Arztpraxis sowie eine öffentliche Nutzung durch ein Bewohner-Café, einen Dorfladen oder Ähnliches vorstellen.
So könnten Senioren aus der Siedlung auch im Alter in ihrer gewohnten Umgebung bleiben; das Ganze solle aber kein Projekt des betreuten Wohnens oder ein Pflegeheim werden, sagte Bürgermeister Bernd Müller in der lebhaften Diskussion. Er hofft, dass das auch dem Eigentümer des gegenüber liegenden Wertachzentrums einen Anreiz bietet, dort ebenfalls etwas zu verbessern. Beim Bau könnte Bobingen gleich zwei Fördertöpfe anzapfen: im Rahmen des Programms "Soziale Stadt" sowie aus der kommunalen Wohnbauförderung, die allerdings Ende 2019 auslaufen wird. Deshalb drängt bei der Umsetzung die Zeit, zumal die Suche nach einem Architekten europaweit ausgeschrieben werden muss.
"Mit dem Beginn konkreter Planungen rechne ich also nicht vor kommendem März", sagte Thierbach im Stadtrat. Dessen Mitglieder fanden es grundsätzlich gut, etwas zur Aufwertung der Siedlung zu unternehmen. Klaus Förster, Franz Handschuh und Thomas Hauser hatten aber Zweifel, ob sich ein solches Vorhaben auch mit der benachbarten Schule vertrage: Der Kinderlärm könnte die Bewohner der neuen Wohnungen stören.
Das sah Helmut Jesske in der Debatte anders: "Man sollte junge und ältere Menschen besser zusammenführen statt sie zu trennen!" Das Projekt vom Brunnenplatz an den Ortsrand zu verlegen, mache wenig Sinn, so Müller, schließlich wolle man ja das Zentrum beleben. Bereits in der letzten Bauauschusssitzung war erläutert worden, dass im Umgriff des künftigen Bebauungsplans "Baugebiet Siedlung-Nord" ebenfalls eine Fläche für barrierefreien sozialen Wohnungsbau festgesetzt wird.
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