Bobingen: Der Klimaschutz kommt voran

Über einen Umweltpreis freuten sich die Bobinger vergangenes Jahr. Foto: Mertens
Bobingen : Bobingen | Ihre vielfältigen Massnahmen zum Klimaschutz will die Stadt Bobingen auch in den kommenden Jahren fortführen und und dafür beim Freistaat Zuschüsse in Höhe von 60.000 Euro beantragen. Ausserdem hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, für eine zusätzliche Betreuung durch die Klimaschutz-Managerin jeweils 5000 Euro für die nächsten drei Jahr einzuplanen. Diese Stelle hatte Kerstin Koenig-Hoffmann vor zwei Jahren übernommen.
Das Bobinger Energieteam hatte erstmals im November 2009 getagt, um durch ein Bündel verschiedener Massnahmen gezielt Klima-Management zu betreiben. Der Erfolg dieser Anstrengungen blieb nicht aus und wurde vergangenes Jahr mit der Verleihung eines silbernen Umweltpreises gewürdigt (wir berichteten). Dieser European Energy Award (EEA) ist ein Qualitätsmanagement-System und Zertifizierungsverfahren für kommunale Energieeffizienz und Klimaschutz, das lokale Potenziale erkennt und nutzt.
Laut Stadtratsbeschluss will Bobingen zunächst bis zum März 2019 weiterhin am EEA-Programm teilnehmen. Auch wird man sich erneut einer Prüfung stellen, in welchem Umfang die gesteckten Ziele erreicht werden, und die begonnene Netzwerkarbeit mit benachbarten Kommunen und Unternehmen pflegen. Kommenden Herbst soll dem Ratsgremium wieder ein Energiebericht vorgelegt werden, der über die gemeinsamen Anstrengungen informiert.
Unter den Kommunen im Augsburger Land war Bobingen beim Klimaschutz seit langem Vorreiter: Als erste Stadt im Landkreis hatte sie ein Klimaschutzkonzept beschlossen mit dem Ziel, bis zum Jahr 2020 jährlich 99000 Tonnen C02 einzusparen. Bereits in der Vergangenheit hatte man bei Investitionen energiepolitische Aspekte in den Vordergrund gestellt und unter anderem eigene Photovoltaikanlagen in Betrieb genommen sowie die energetische Sanierung von Schulen und des Rathauses eingeleitet.
Privatleute, Stadt und Unternehmen in Bobingen verbrauchen pro Jahr Energie für rund 71 Millionen Euro – davon rund 63 Millionen Euro für fossile Energien. Hier sah der Stadtrat Handlungsbedarf, um die Versorgung auch künftig zu sichern. Langfristig wird angestrebt, Bobingen in puncto Energie möglichst autark zu machen.
Der European Energy Award ist ein Programm zur Qualifizierung und Auszeichnung von Kommunen, die durch den effizienten Umgang mit Energie einen Beitrag zu einer zukunftsverträglichen Entwicklung unserer Gesellschaft leisten wollen. Es unterstützt die Teilnehmer bei einer langfristigen und umsetzungsorientierten Klimaschutzarbeit in den Bereichen Energie und Mobilität.
Ein wichtiges Instrument ist in diesem Zusammenhang das kommunale Energiemanagement. Denn die Liste der städtischen Liegenschaften in Bobingen ist lang und der Energieverbrauch in Bädern, Bauhof, Büros, Feuerwehrhaus, Kindergärten und Schulen entsprechend hoch. Ständig steigende Kosten zwingen die Verwaltung, neue Wege zu gehen und zum Beispiel erneuerbare Energien noch stärker zu nutzen.
Die Stadt hat alle ihre Gebäude auf Einsparungspotenziale untersucht, Sanieruns- und Bauarbeiten genutzt für Dämmungen der Außenwände oder zur Optimierung der Heizung. Lange vor der Energiewende stellte die Stadt erste Photovoltaikanlagen auf Dächer. Für alle großen Liegenschaften in Bobingen führen die Hausmeister laufend Datenerhebung durch. Standardmäßig werden im Energiemanagement verschiedene Instrumente genutzt wie Verbrauchserfassung, Gebäudeanalysen, Betriebsoptimierung, Erstellung von Prioritätenlisten, Prüfung von Lieferverträgen und Rechnungen sowie Beratung des jeweiligen Personals.
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