Der Diener zweier Herren: Karl Forster leitet die Stadtverwaltung von Bobingen und das Ordnungsamt Königsbrunn

Klaus Förster (Mitte) und Rainer Naumann (rechts) vertreten den erkrankten Bürgermeister Bernd Müller (links). Das Bild entstand bei der Vereidigung der stellvertretenden Bürgermeister im Mai 2014. Foto: Stöbich
Bobingen : Bobingen |

Voraussichtlich noch bis Ende Mai wird Klaus Förster den seit März erkrankten Bürgermeister Bernd Müller vertreten und von dessen Büro aus die Stadtverwaltung Bobingen leiten. Das ist insofern keine leichte Aufgabe, als Förster ehrenamtlicher Kommunalpolitiker ist und diese Arbeit seit Wochen mit seinem Beruf als Ordnungsamts-Chef der Stadt Königsbrunn unter einen Hut bringen muss.

„Zeitlich ist das schon öfters ein schwieriger Spagat“, räumt Förster auf Anfrage unserer Zeitung ein, „aber schließlich muss der Laden ja auch laufen, wenn der Chef mal nicht da ist!“ Bernd Müller könne wohl ab 29. Mai die Amtsgeschäfte wieder aufnehmen.

Über die Art der Erkrankung Müllers wird in Bobingen strenges Stillschweigen gewahrt. Das sei dessen Privatsache, heißt es nur. Sein Vertreter war nach der letzten Kommunalwahl im Mai 2014 vom Stadtrat in geheimer Abstimmung gewählt worden. Immer wieder einmal vertrat Klaus Förster Bürgermeister Müller bei einzelnen Terminen. Doch noch nie musste er die ganze Stadtverwaltung so lange leiten, wie jetzt seit März. Das ist eine Folge seines Ehrenamtes als Bobinger Bürger und Stadtrat. Hauptamtlich leitet Förster das Königsbrunner Ordnungsamt seit März 2015.

Morgens geht es ins Königsbrunner Rathaus

Von seiner Wohnung in der Bobinger Siedlung aus fährt er jeden Morgen für erste Tagesarbeiten ins Büro im Königsbrunner Rathaus und stempelt dort in Absprache mit Bürgermeister Franz Feigl gegen 11 Uhr wieder aus. Dann geht es zurück nach Bobingen, um dort in der Verwaltung Besprechungen, Post, Telefonate und Termine zu erledigen. „Falls noch etwas Zeit bleibt, bin ich auch außerhalb des Rathauses unterwegs, zum Beispiel bei Ehrungen, Gratulationen und so weiter“, sagt Förster. Wenn die Terminflut überhandnimmt, springt Rainer Naumann als Dritter Bürgermeister ein.

Am späten Nachmittag fährt Förster ins Königsbrunner Amt zurück, abends dann wieder nach Bobingen, wo erneut eine Menge Arbeit auf ihn wartet: Bau-, Finanz- oder Sozialausschuss, Stadtrats- und Fraktionssitzungen, dazu die Leitung des TSV Bobingen und des Ordnungsamts – „seit Mitte März bin ich eher selten daheim“, stellt Förster fest.

Voller Einsatz, tagsüber und auch mal in der Nacht

Und wenn, dann arbeitet er häufig auch nachts, um Besprechungen oder komplexe Themen vorzubereiten, wie kürzlich den Erlass einer Satzung. Neben den Sitzungsgeldern, die es laut Geschäftsordnung für alle Stadträte gibt, bekommt Förster für Müllers Vertretung eine Tagespauschale. Als CSU-Fraktionssprecher wird er in Bobingen von Herwig Leiter und Thomas Hauser vertreten, „denn ich kann nicht den Diener zweier Herren spielen, während ich Sitzungen leite.“
Dass das Ehrenamt nicht nur Freude bringe, sondern auch Verpflichtung bedeute, sei ihm schon vor einigen Jahren vor seiner Kandidatur als Bobinger Bürgermeister bewusst gewesen, sagt Förster. „Darum ist es keine Frage, dass man sich in einer schwierigen Notsituation voll und ganz einbringen muss, auch wenn es zeitweise stressig wird.“

Froh sei er über das große Verständnis seines Chefs in Königsbrunn: „Auch dank Bürgermeister Feigls Kulanz ist es möglich, dass ich so reibungslos mit den engagierten Kollegen in der Bobinger Verwaltung zusammenarbeiten kann.“
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