Die Siedlung soll attraktiver werden

Die Attraktivität der Siedlung will die Stadt mit Hilfe der Städtebauförderung steigern. Foto: Mertens


Für kommenden Monat plant Bobingens Quartiermanager Bernd Beigl in der Schlossbergschenke eine Informations-Veranstaltung mit Stadtbaumeister Rainer Thierbach. Er soll den Bürgern konkrete Maßnahmen aus dem integrierten Handlungskonzept für die Siedlung erläutern. Von insgesamt 14 Projekten werden diese momentan mit Priorität weiterverfolgt:

- Aufwertung des Wertachzentrums und anderer Geschäftsbereiche in der Siedlung: Dabei handelt es sich nicht um städtische Liegenschaften, sondern um private Gebäude und Grundstücke; also müssten hier auch private Maßnahmen durch die Eigentümer erfolgen. Der Stadtrat hat jedoch zur Förderung der privaten Sanierungsmaßnahmen im Haushalt Zuschüsse in Höhe von rund 70 000 Euro eingeplant. Von solchen Hilfen an Privatleute übernimmt die Stadt einen Anteil von 40 Prozent, die Städtebauförderung den Rest.

- Neubaugebiet: Für ein kleines Baugebiet mit 20 bis 25 Bauplätzen zur städtebaulichen Abrundung der Siedlung nördlich der Herbststraße werden momentan die Pläne für einen Bebauungsplan erarbeitet. Ob dann mit den Erschließungsarbeiten im kommenden Jahr begonnen werden kann, hängt vom Erfolg der laufenden Grundstücksverhandlungen ab.

- Schaffung einer vitalen Achse und Umgestaltung des Siedlerplatzes: Für die Achse entlang der Grenzstraße mit den Frei- und Grünflächen vor dem Wertachzentrum, vor Kirche, Schule, Hort, Siedlerplatz, Kindergarten bis hin zum Vorbereich der Bäckerei wird dieses Jahr ein Konzept zur städtebaulichen Aufwertung und besseren Gestaltung erstellt. "Als erster Bauabschnitt soll dann die Umgestaltung des Siedlerplatzes erfolgen", kündigt Stadtbaumeister Thierbach an.

Für die Jahre 2017 und 2018 steht dafür ein Baukostenrahmen von 500 000 Euro im Haushalt. Wenn die Konzeptplanung vorliegt, wird die weitere Entwurfsplanung mit den Bürgern abgestimmt. Die eigentliche Ausführungsplanung des Siedlerplatzes ist für 2017 vorgesehen. "Von den förderfähigen Kosten zur städtebaulichen Aufwertung könnten dann bis zu 60 Prozent Zuschüsse seitens der Städtebauförderung fließen", hofft Thierbach.

- Runder Tisch zum Thema Stadtmarketing: Gemeinsam mit den Ladeninhabern und mit Unterstützung durch die städtische Wirtschaftsförderung sowie durch externe Fachleute und ehrenamtliche Helfer soll für die Siedlung ein Stadt- beziehungsweise Standortmarketing etabliert werden. Die Qualitäten des Einkaufs-Standortes sollen nach außen optimal dargestellt werden. Gedacht ist zum Beispiel an die Gestaltung eines Einkaufsführers mit Darstellung der Stärken des Siedlungszentrums (beispielsweise Parkplätze, Bio-Produkte, Herstellung exklusiver Torten); weitere Ideen sind die Zusammenarbeit mit den Bobinger Hofläden, insbesondere bei Bio-Produkten, ein Lieferservice, Hinweise auf spezielle Produkte, die es nur in der Siedlung gibt oder eine Kundenbindungsaktion mit Flyern und Preisausschreiben.

Die Finanzierung soll aus dem städtischen Budget für Wirtschaftsförderung sowie aus angemessenen Kostenbeiträgen der Einzelhändler und Gewerbetreibenden erfolgen. Dafür wurde das städtische Budget für Wirtschaftsförderung im Verwaltungshaushalt im Zuge der Haushaltsberatungen eigens aufgestockt.

- Barrierefreies Wohnen und Generationenwohnen: In unmittelbarer Nachbarschaft zum Siedlerplatz soll auch ein Projekt des geförderten Wohnungsbaus realisiert werden. Geplant sind kleinere, barrierefreie Wohnungen, im Wesentlichen für Senioren aus der Siedlung. In einem Teil des Erdgeschosses, zum neuen Siedlerplatz hin, soll in dem Neubau zudem eine öffentlichen Nutzung vorgesehen werden. Thierbach: "Die Planung für ein solches Projekt beginnt noch dieses Jahr." Ob es Zuschüsse seitens der Städtebauförderung und/oder der Wohnungsbauförderung gibt, muss noch mit der Regierung von Schwaben verhandelt werden.

- Nachverdichtung oder Neubaugebiet: Beides hält die Stadt für sinnvoll und positiv für die Siedlung, wobei bei früheren Planungen des Büros Landbrecht ausdrücklich nicht von Nachverdichtung die Rede war, sondern von Innenentwicklung. Die Bürger in der Siedlung haben aber wiederholt deutlich signalisiert, dass sie eine Innenentwicklung nicht für vordringlich halten, teilweise sogar heftig ablehnen. Bürgermeister Bernd Müller: "Insofern wird man nur dort Projekte anpacken können, wo mehrere private Grundstückseigentümer gemeinsam dies wünschen, sich entsprechend zusammentun und dann eine hierfür notwendige Bauleitplanung auch mittragen. Die Stadt wird von sich aus derartige Innenentwicklungsprojekte auf privaten Grundstücken sicherlich nicht forcieren." (Alex Mertens )
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.