Ein Bürgerhaus für Bobingen

Der Umbau der alten Mädchenschule zu einem Bildungshaus ist beschlossene Sache. Foto: Mertens
Bobingen : Bobingen | Die Weichen für ein Bürgerhaus in Bobingen sind gestellt: Für 2,6 Millionen Euro soll es in der zentral gelegenen alten Mädchenschule an der Pestalozzistraße entstehen. Das hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung gegen die Stimmen der SPD-Fraktion beschlossen. Der Schwerpunkt des vorgesehenen Nutzungskonzepts liegt auf dem Bereich Sozial- und Bildungskultur, Zuschüsse erhofft man sich aus Mitteln der Städtebauförderung.
Das Projekt ist umstritten. Während es die SPD für wünschenswert, aber nicht dringend notwendig hält, will die CSU unter anderem der beengten Bücherei mehr Platz verschaffen. "Raumprogramm und Zeitplan sind schlüssig", sagte CSU-Sprecher Hans-Peter Dangl in der Stadtrats-Debatte. Kritik an "persönlichen Lieblingsprojekten in Millionenhöhe" übte dagegen Edmund Mannes für die SPD: "Die Mädchenschule ist kein Sanierungsfall!"
Hintergrund des Streits: Der Vorschlag, die Bücherei in der ehemaligen Brauerei an der Hochstraße einzuquartieren, hatte im Mai 2014 keine Mehrheit im Stadtrat gefunden. Das Projekt für 1,75 Millionen Euro war damals knapp mit 10:9 Stimmen abgelehnt worden, weil die CSU-Räte eine weitere Verschuldung nicht mittragen wollten. Daran erinnerte Mannes in der Diskussion.
Jetzt stellte Stadtbaumeister Rainer Thierbach erneut das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie vor, mit der sich die Mitglieder des Hauptausschusses vergangenen Herbst schon einmal beschäftigt hatten. Demnach wird die barrierefreie Erschließung aller vier Geschosse samt Ausbau der Stadtbücherei voraussichtlich 2,64 Millionen erfordern; dazu kommen noch weitere Kosten für Inneneinrichtung und Außenanlagen sowie für die Erschließung.
Das sieht die Planung vor: Das Untergeschoss beherbergt neben der Haustechnik einen Musik-Probenraum sowie Keller- und Nebenräume. Im Erdgeschoss finden unter anderem das "Haus der kleinen Forscher" und wie bisher Räume für die soziale Stadt Platz; außerdem soll es einen 80 Quadratmeter großen Mehrzweckraum für Veranstaltungen geben. Die Bücherei wandert hinauf in den ersten Stock, wo ihr mit Leseecke, Büro und Lagerflächen knapp 400 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Unterm Dach sind Schul-, Heimat- und Pergamentmnuseum untergebracht, über das ganze Haus verteilt sind Büros, Nebenräume und Toiletten.
Der Zeitplan steht fest. Im November will die Stadtverwaltung Fachplaner und Architekten beauftragen. Anfang kommenden Jahres soll dann eine Kostenschätzung vorliegen, damit Bobingen mit der Regierung von Schwaben über Zuschüsse verhandeln kann. Nachdem sich der Stadtrat das Ganze noch einmal angeschaut hat, könnte im Frühjahr 2017 der Bauantrag beim Landratsamt eingereicht werden. Danach hofft man auf die Zuschuss-Bewilligung aus der Städtebauförderung und für Anfang 2018 auf den Beginn des Umbaus.
Wenn alles klappt, könnte das Bobinger Bildungshaus im April 2019 fertig sein. Mit dieser Planung war die Ratsmehrheit einverstanden, während die komplette SPD-Fraktion dagegen stimmte.
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