Es gibt kaum noch Ersatzteile

Das Bobinger Freibad könnte künftig enger mit dem Hallenbad verbunden werden. Foto: Mertens

Sanierung oder Neubau des Hallenbads? Das ist in Bobingen die entscheidende Frage. Um ein wenig klarer zu sehen, hat die Stadtverwaltung zu einem runden Tisch eingeladen.

Ob die Stadt Bobingen ihr Hallenbad nur sanieren will oder lieber einem Neubau den Vorzug gibt - teuer wird es auf jeden Fall. Das zeigte sich in der jüngsten Stadtratssitzung, als über die Vergabe einer Planungsstudie diskutiert wurde. Dass diese sich nur auf einen Neubau des "Aquamarin" konzentriert, missfiel einigen Räten und sie forderten eine Kostenermittlung für beide Möglichkeiten.

"Ich möchte eine solide Basis für meine Entscheidung und ergebnisoffen debattieren", sagte zum Beispiel Herwig Leiter (CSU). Diesem Wunsch will die Verwaltung nun auch nachkommen, denn aufgrund von Betonschäden droht zwar keine Gefahr für die Hallenbad-Besucher, doch die Tage der veralteten Technik sind gezählt. Es gibt kaum noch Ersatzteile für die Mess- und Regeltechnik und so kann es jederzeit passieren, dass selbst bei kleinen Störungen ganze Anlageteile ersetzt werden müssen und hohe Kosten für die Stadt entstehen.

Um ein wenig klarer zu sehen, was die unterschiedlichen Nutzergruppen von einem modernen Bad erwarten, hatte die Stadtverwaltung an einen runden Tisch Vertreter von Schulen und Seniorenbeirat, Förderverein, TSV, Wasserwacht und Ratsfraktionen geholt. Daraus ergab sich ein Anforderungsprofil, das statt zwei getrennten Anlagen wie derzeit ein Ganzjahresbad vorsieht.

Das zuletzt in den 1980er Jahren generalsanierte Hallenbad umfasst momentan ein 25 Meter langes Schwimmerbecken, ein halb so großes Nichtschwimmerbecken sowie einen Kleinkinderbereich und zwei Whirlpools. Es ist mit dem Freibad nur räumlich und personell verbunden, gemeinsam gibt es für beide Einrichtungen bisher nur eine Wärmeversorgung.

Künftig möchte man im Falle eines Neubaus eine möglichst große Verbindung zwischen beiden Einrichtungen herstellen, zum Beispiel für Eingang, Kassensystem, Duschen, Umkleiden und Technik. Dabei soll die Gesamtinvestition möglichst nicht über zehn Millionen Euro liegen. Als Option angedacht ist ein Lehrschwimmbecken mit Hubboden, so dass sich unterschiedliche Wassertiefen realisieren lassen. Außerdem könnte im neuen Konzept das Schwimmbecken um drei Bahnen erweitert und statt des Badstüberls eine Gaststätte für Frei- und Hallenbad integriert werden.

Als Alternative will man auch noch eine große Lösung untersuchen lassen, die auf das 50 Meter-Becken im Freibad verzichtet und es gemeinsam für Schwimmer und Nichtschwimmer in die Halle verlegt. Für die Ausrichtung als Familienbad könnte es zusätzlich auch ein Kleinkinderbecken geben.

Diese Umbauten im "Aquamarin" hätten natürlich erhebliche Auswirkungen auf den Badebetrieb, der nur sehr eingeschränkt weiterlaufen könnte; das soll in der Planungsstudie ebenso untersucht werden wie eine reine Sanierung.

Die Ausgaben dafür werden grob auf etwa sieben Millionen Euro geschätzt, zu denen in den nächsten Jahren aber auch noch Sanierungskosten für Fenster und energetische Elemente kämen.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.