Hallenbad-Debatte in Bobingen: SPD will Landkreis mitzahlen lassen

Über die Sanierung des Hallenbades diskutierte der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung. Fotos: Stöbich
  Bobingen : Bobingen | Trotz jahrelanger Diskussionen gibt es in Bobingen immer noch keine konkrete Antwort auf die Frage, wie es mit dem maroden Hallenbad Aquamarin weitergehen soll. Denn die Kosten in Millionenhöhe bereiten den Ratsmitgliedern Kopfzerbrechen, weil sich eine interkommunale Lösung derzeit nicht verwirklichen läßt und die Stadt allein die Investitions- und jährlichen Betriebskosten nur schwer stemmen kann. Deshalb sollen jetzt andere mitzahlen, hat sich die SPD-Fraktion überlegt und in der jüngsten Stadtratssitzung folgenden Vorschlag eingebracht: Der Landkreis Augsburg soll sich an den Kosten für eine Ertüchtigung beteiligen.
Mit Blick auf Schwabmünchen oder das Gymnasium Königsbrunn pocht Fraktionsvorsitzender Edmund Mannes auf den Gleichheitsgrundsatz und die Vorleistungen der Stadt: Das Aquamarin diene seit Jahrzehnten dem Schulsport des Landkreises, vor allem dem Gymnasium Schwabmünchen sowie der staatlichen Realschule in Bobingen. Weil das Bad auch für das Umland große Bedeutung besitze, sei das finanzielle Engagement des Kreises "zwingend erforderlich“. Auch wenn Bobingen überhaupt keine Schulden hätte, müsse man sich eine solch enorme Investition wie den Bad-Neubau reiflich überlegen, meint Mannes.
Er will die Frage klären "Welches Ganzjahresbad können wir für 7,5 Millionen (Netto-Kreditaufnahme ohne Zuschüsse) bekommen?" Je nach Ausführung waren auch schon Varianten im Gespräch, die doppelt so teuer sind. Die SPD vertritt in diesem Zusammenhang nach wie vor die Ansicht, dass die 2,4 Millionen teure Sanierung der Alten Mädchenschule nicht unbedingt notwendig sei. Zusammen mit den Rücklagen hätte man dann schon eine gute finanzielle Grundlage für das Aquamarin.
Die neue Hallenbad-Saison hat in Bobingen bereits begonnen - mit einer störanfälligen Technik, für die kaum noch Ersatzteile zu bekommen sind. Ob Sanierung oder Abbruch und Neubau, ein Ganzjahres-Bad ohne Freibecken oder andere Lösungen - jede kostet eine Menge Geld, das Kämmerer Alexander Ziegler aber nicht einfach in der Stadtkasse liegen hat. Deshalb ist mit der Bad- auch eine Schuldendiskussion verknüpft, die sich direkt auf den Geldbeutel der Bobinger Bürger auswirkt.
Denn die Erhöhung von Beiträgen, Gebühren und Steuern wäre ein Weg, damit die Stadt das Projekt in den kommenden Jahren überhaupt stemmen kann. Das dürfte bei den kommenden Haushaltsberatungen für 2017 eine wichtige Rolle spielen. Nach Ansicht von Bürgermeister Bernd Müller soll allerdings auch nicht am falschen Platz gespart werden, womit er vor allem den sozialen Bereich meint.
Einig waren sich bisher alle Ratsmitglieder, dass das Bad zumindest für Schulen und Sportvereine erhalten bleiben muss. Unterstützung kommt von seiten der Bürger, die einen Förderverein für das Hallenbad gegründet haben. Das zuletzt in den 1980er-Jahren generalsanierte und später an Ausstattung modernisierte Bad umfasst momentan ein 25 Meter langes Schwimmerbecken, ein halb so großes Nichtschwimmerbecken sowie einen Kleinkinderbereich und zwei Whirlpools. Es ist mit dem Freibad nur räumlich und personell verbunden, gemeinsam gibt es für beide Einrichtungen bisher nur eine Wärmeversorgung.
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