Haushaltsdebatte in Bobingen: Kostspielige Jugendküche

Für den barrierefreien Umbau der alten Mädchenschule erhofft sich die Stadt Bobingen hohe Zuschüsse der Städtebauförderung. Foto: Stöbich
Bobingen : Bobingen |

Muss eine Küche für das Bobinger Jugendzentrum gleich 40.000 Euro kosten oder geht es auch günstiger? Über diese Frage diskutierten die Mitglieder des Finanzausschusses in ihrer jüngsten Sitzung, bei der die Ratsfraktionen zahlreiche Anträge zum Haushaltsentwurf für das laufende Jahr stellten. Sprecher von CSU und FBU hielten die Vorstellungen des Kreisjugendrings für ziemlich überzogen und meinten, es müsse einschließlich aller Einbaukosten auch wesentlich billiger gehen. 25.000 bis 30.000 Euro waren für Hans-Peter Dangl und Franz Handschuh die absolute Obergrenze zur Erneuerung der Küche und zum Umbau des Tresenbereichs im Jugendzentrum.

Dagegen verteidigte Helmut Jesske (SPD) die ursprüngliche Kostenschätzung und stellte fest, "dass das keine haushaltsübliche Küche ist und dass sie schließlich auch längere Zeit halten soll". Stadtbaumeister Rainer Thierbach sagte, es gehe sicher auch eine Hausnummer kleiner, wobei der Kreisjugendring aber Abstriche von seiner bisherigen Planung machen müsse. Schließlich begrenzte die Ausschussmehrheit gegen drei Stimmen die Kosten auf 30.000 Euro für die Ausstattung samt der erforderlichen Arbeiten.
Wie schon bei den Haushaltsberatungen vor einem Jahr bleibt das Hallenbad "Aquamarin" auch heuer ein wichtiges Thema, obwohl der Stadtrat in langen Debatten bisher keine Weichen gestellt hat, ob es Richtung Neubau oder Sanierung gehen soll. Sobald diese Festlegung erfolgt ist, will die Stadtverwaltung mit dem Landkreis Augsburg und der Regierung von Schwaben Verhandlungen führen mit dem Ziel, eine schulaufsichtliche Genehmigung zu bekommen.
Die FBU-Fraktion wollte durch eine Anpassung der Eintrittspreise einen kostendeckenden Betrieb beim Schulschwimmen erreichen. Dazu stellte Kämmerer Alexander Ziegler fest, "ohne vorherige Gespräche mit unseren Partnern sollte eine einseitige Erhöhung in Form eines Beschlusses nicht erfolgen". Ebenfalls von der FBU kam der Vorschlag, ab der kommenden Freibadsaison die Preise um bis zu 20 Prozent zu erhöhen. Darüber wollen jetzt die Mitglieder des Betriebs- und Werkausschusses im Laufe des Frühjahrs noch einmal ausführlich reden.
Am geplanten Umbau der alten Mädchenschule wollen die Ratsmitglieder nicht rütteln, obwohl die SPD diese Maßnahme nach wie vor skeptisch betrachtet: "Sie ist in diesem Umfang Kür und keine Pflicht", heißt es in einer Stellungnahme der Fraktion. Kämmerer Alexander Ziegler warnte davor, den Beschluss zum barrierefreien Umbau wieder zu kippen, "weil das künftige Verhandlungen mit der Städtebauförderung sehr erschweren könnte". Die Umbau- und Sanierungsplanung hatte der Stadtrat Ende vergangenen Jahres an ein Augsburger Architektenbüro vergeben.
Für den auf einer Privatinitiative basierenden Friedensweg wurden auf Antrag von CSU und FBU 45.000 Euro gestrichen, die im Haushalt für Tiefbaumaßnahmen vorgesehen waren. Sieben Stationen sollten entlang eines Rundkurses eingerichtet werden (wir berichteten): Die erste für die Schöpfung, dann fünf Stationen für jeweils eine der großen Weltreligionen (Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus) und eine Station für das Jenseits.
Bisher hat die Stadt rund 4200 Euro an Spendengeldern für den Friedensweg bekommen, der nach Ansicht von Edmund Mannes (SPD) aber nicht im Auwald angelegt werden soll. "Das Ganze würde gut in unser neues Friedhofskonzept passen", meinte Franz Handschuh (FBU).
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