Jetzt hat der Bürger das Wort

Auch der Umbau der alten Mädchenschule wird ein Thema bei der Bobinger Bürgerversammlung sein. Foto: Mertens

Bei der Bürgerversammlung, die am Mittwoch, 28. Oktober, in der Singoldhalle stattfinden wird, herrscht dieses Jahr kein Mangel an wichtigen Themen. Ab 20 Uhr werden Bürgermeister Bernd Müller und die Referatsleiter aus dem Rathaus allen Zuhörern Rede und Antwort stehen. Rederecht haben an diesem Abend auch die Bürger selbst – nach Artikel 18 der Gemeindeordnung allerdings nur wahlberechtigte Gemeindeangehörige und keine von auswärts.

Neben dem Stadtoberhaupt wird auch Kämmerer Alexander Ziegler darüber informieren, wie die Finanzen der Stadt Bobingen aussehen und welche Projekte sie sich im kommenden Haushaltsjahr leisten kann. Das hängt freilich auch von den Entscheidungen im Ratsgremium ab, das in Kürze über Sanierung beziehungsweise Neubau des Hallenbads „Aquamarin“ diskutieren will – einer der dicksten Brocken für die kommenden Jahre, durch den die Verschuldung weiter steigen wird. Genauere Zahlen gibt es bisher nicht, sondern nur grobe Schätzungen in Millionenhöhe.

Weitere interessante Themen bei der Bürgerversammlung sind die Unterbringung von Asylbewerbern, wofür eine eigene Wohnbaugesellschaft gegründet wurde, sowie das weitere Vorgehen in der Siedlung, für die eine Planerin gemeinsam mit den Bürgern viele Anregungen und Visionen gesammelt hat. Aber auch im Stadtzentrum tut sich einiges: In der Hochstraße wird weiterhin kräftig gebaut und eine erweiterte Tempo-30-Zone eingerichtet.
Eine weiteres Vorhaben interessiert ebenfalls viele Bürger: Auch wenn die lange Zeit erhoffte Fachoberschule nicht in die Räume der alten Mädchenschule einziehen wird, soll das Gebäude nach seinem Umbau weiterhin als Bildungszentrum für Bobingen genutzt werden.

Dazu hat Stadtbaumeister Rainer Thierbach ein barrierefreies Nutzungskonzept erarbeitet, dessen genaue Kosten ein Architekturbüro ermitteln soll. Der wichtigste Punkt dabei: Die beengte Bücherei, für die auch schon einmal das ehemalige Kirchbräu-Anwesen im Gespräch war, soll im Erdgeschoss auf einer Ebene mehr Platz bekommen – mindestens vier Klassenzimmer plus Flure und Nebenräume. „Eine nachhaltige Aufwertung, vor allem durch die zeitgemäße Präsentation der Stadtbibliothek, wäre ein kulturell und wirtschaftlich anspruchsvolles Projekt, das wir auch im Rahmen der Innenstadt-Entwicklung zusammen mit der Städtebauförderung angehen sollten“, sagt Thierbach zum behindertengerechten Umbau der alten Schule. Im Obergeschoss könnten das „Haus der kleinen Forscher“ und der Treffpunkt Soziale Stadt untegebracht werden, im Dachgeschoss ein Lehrsaal für die Volkshochschule (VHS), um Asylbewerber zu unterrichten. Die genaue Zuordnung der einzelnen Räume steht noch nicht fest und hängt unter anderem auch von den Kosten ab, die Fachleute jetzt ermitteln sollen.

Auch Bücherei-Leiterin Judith Hitzelberger und ihr Team freuen sich, dass die Stadtbibliothek nicht länger ein Stiefkind bleiben wird: „Denn viele unserer Leser wünschen sich schon seit langem mehr Aufenthaltsqualität!“
Zum Vergleich: Die öffentliche Bibliothek in der Marktgemeinde Mering ist mit 350 Quadratmetern doppelt so groß.

Von Alex Mertens
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.