Mischgebiet ist nicht möglich


Die Umwandlung des nördlichen Bereichs der Michael Schäffer-Straße in ein Mischgebiet ist aus immissionsschutzrechtlichen Gründen nicht möglich. Das teilte Barbara Tugemann von der Bauverwaltung den Mitgliedern des Bobinger Bauausschusses bei ihrer jüngsten Sitzung mit. Damit bleibt es bei der bisherigen Trennung zwischen Gewerbe- und Wohnnutzung, die bei Bauanfragen immer wieder zu langwierigen Diskussionen im Ausschuss geführt hatte.

Wohnungen für Betriebsleiter seien im Zeitalter von GPS, SMS und lückenloser Kamera-Überwachung nur noch in wirklichen Ausnahmefällen notwendig, so Bürgermeister Bernd Müller. Jüngstes Beispiel ist der Antrag für ein Kosmetikstudio in der Boschstraße, wo für Piercings "extrem wertvolle Ware" gelagert werden sollte. Die Antragstellerin kann zwar ihren Betrieb von Mering ins Bobinger Industriegebiet verlegen, dort aber keine Wohnung errichten. Deren Notwendigkeit müsse laut Tugemann objektiv begründbar sein; auch die "abstrakt gegebene Gefahr deliktischer Übergriffe" sei kein Grund.

Erneut abgelehnt wurden zwei Anträge für Betriebsleiter-Wohnungen auf einem geteilten Grundstück an der Michael-Schäffer-Straße 11b, mit denen sich der Ausschuss bereits Anfang dieses Jahres beschäftigt hatte. Tugemann wies auf die Rechtsprechung hin, in der Ausnahmetatbestände deutlich vom wünschenswerten Zusammenlegen von Wohnen und Arbeiten abgegrenzt werden. Im neuen Kulturzentrum mit Moschee an der Max Fischer-Straße soll es zwar auch eine Wohnung für den Vorbeter geben - das gilt aber nicht als Gewerbe, sondern ist eine soziale Einrichtung. Die restriktive Haltung der Stadtverwaltung wurde auch bei einem weiteren Antrag deutlich. In einer Gewerbehalle an der Gutenbergstraße sollte eine 40 Quadratmeter große Wohnung an einen Asylbewerber untervermietet werden. Das hätte eine Befreiung vom Bebauungsplan erfordert, die Tugemann aber nicht erteilte. "Sonst könnten wir gleich gelagerte Fälle künftig kaum ablehnen", sagte sie im Ausschuss. Ob der Mitarbeiter ein Asylbewerber sei, spiele für die Entscheidung keine Rolle.

Bereits im November 2014 war im gleichen Gewerbegebiet eine Wohncontainer-Anlage für Arbeitnehmer an der Peter Henlein-Straße für neun Monate genehmigt worden. Am 11. Dezember 2014 wurde dieser Antrag ans Augsburger Landratsamt weitergeleitet, das sich aber bis heute noch nicht dazu geäußert hat. (am)
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