Neues Heim für 100 Flüchtlinge

Für Asylbewerber mietet die Regierung von der Stadt Bobingen ein Anwesen im Gewerbegebiet als Gemeinschaftsunterkunft. Foto: Mertens


Obwohl heuer längst nicht mehr so viele Asylbewerber nach Bayern kommen wie im vergangenen Jahr, ist in Bobingen eine Gemeinschaftsunterkunft der Regierung von Schwaben geplant. Sie soll im Gewerbegebiet an der Dr.-Zoller-Straße 1 entstehen und etwa 100 Menschen eine sichere Bleibe bieten. Das Gebäude ist im Besitz der Stadt; ohne Diskussion stimmte der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung dem Vorhaben zu.

Als Anlage für soziale Zwecke ist eine solche Sammelunterkunft in einem Gewerbegebiet ausnahmsweise zulässig, erklärte Barbara Tugemann von der Bauverwaltung. Die Flüchtlinge sollen in Zimmern mit zwei bis sieben Betten untergebracht werden und sich in drei Küchen - jeweils eine pro Geschoss - selbst versorgen.

Das Bürogebäude, früher ein Fotosatzbetrieb, besteht aus einem zweigeschossigen Holzskelettbau aus dem Jahr 1990 sowie einem südlich angebundenen dreigeschossigen Massivbau aus dem Jahr 1996. Im Erdgeschoss gibt es einen Gemeinschaftsraum. Zur Unterbringung der Asylbewerber muss auf der Südseite durch Balkone und Treppen ein zweiter Fluchtweg geschaffen werden. Außerdem soll es auf den drei Geschossen 13 Toiletten und zwölf Duschen geben, die größtenteils neu gebaut werden.

Zur Betreuung der Flüchtlinge wird die Regierung das erforderliche Personal wie Berater, Hausmeister und so weiter stellen. Der gesamte Gebäudekomplex wird von der Stadt für zehn Jahre vermietet; für weitere fünf Jahre, also bis Ende 2031, gibt es eine einmalige Verlängerungsoption.

Schulwegsicherheit

Wer nicht hören will, muss zahlen. Das gilt künftig für unvernünftige Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Laurentius-Grundschule bringen beziehungsweise sie von dort abholen. Denn der turbulente "Anlieferverkehr", wie es Bürgermeister Bernd Müller in der jüngsten Sitzung des Bobinger Bauausschusses bezeichnete, gefährdet die Sicherheit der Kinder. Ähnliche Probleme gab es auch schon vor der Real- und Singoldgrundschule am Willi-Ohlendorf-Weg.

Die Konsequenz: Mit Verbotsschildern will das Ordnungsamt jetzt die chaotische Verkehrssituation an der Laurentius-Grundschule lösen. Im südlichen Bereich der Mozartstraße ab dem Kreuzungsbereich Pestalozzi-Straße wird ein Parkverbot angeordnet. "Wir sind froh, dass hier etwas passiert", sagt Schulleiter Theo Dörfler, denn manche Eltern lassen ihren Nachwuchs auf der Fahrbahn und sogar im Kurvenbereich aus dem Auto aussteigen. "Auch unsere Lehrer-Parkplätze wurden blockiert und gefährliche Wendemanöver auf der Straße ausgeführt", berichtet Dörfler.

Man habe das Problem im Elternbeirat diskutiert, doch Aufrufe zu einem rücksichtsvolleren Verhalten blieben ungehört, so dass sich Vertreter von Polizei und Stadtverwaltung nach einer Ortsbesichtigung einig waren: Es muss rechtliche Konsequenzen geben. "Eine Ordnungswidrigkeit kostet 15 Euro", sagt Helmut Kleber, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Bobingen. Die Beamten wollen die Einhaltung der Verkehrsvorschriften vor der Schule gezielt überwachen. "Außerdem schadet es den Kindern gewiss nicht, wenn sie mal ein paar Schritte zu Fuß gehen müssen", meint Kleber. (Alex Mertens )
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