Schwieriger Spagat für die Stadträte

Mitglieder der Wasserwacht überreichten Bürgermeister Bernd Müller und den Fraktionssprechern rund 2000 Unterschriften. Foto: Mertens
Bobingen : Bobingen | "Es ist begrüßenswert, wenn sich Bürger für wichtige Themen in ihrer Stadt engagieren!" Das sagte Bürgermeister Bernd Müller, als ihm Hermann Paulin rund 2000 Unterschriften für den Erhalt des Bobinger Hallenbades überreichte. Mit seiner Aktion will Paulin, der Schwimmtrainer beim TSV und Mitglied der Wasserwacht ist, im Stadtrat das erreichen, was CSU-Sprecher Hans-Peter Dangl auf einen kurzen Nenner brachte: "Ohne Scheuklappen diskutieren!"
Wie schwierig das ist, haben die Diskussionen seit Ende vergangenen Jahre gezeigt. Denn die unumgängliche Sanierung des Hallenbads wird mehrere Millionen kosten, parallel feilen Stadträte und Verwaltung aber an einem Konzept zur nachhaltigen Entschuldung von Bobingen - ein Spagat, der im Hinblick auf den Haushalt 2017 sicher noch für lebhafte Debatten sorgen wird.
Die Frage, wie es mit dem städtischen Hallenbad weitergeht soll, bewegt nicht nur viele Bürger in Bobingen, sondern auch in benachbarten Kommunen wie Königsbrunn oder Wehringen. Mehr als 2000 Menschen haben einen offenen Brief unterschrieben und fordern die Stadträte auf, "über parteipolitische Grenzen hinweg sachlich und konstruktiv eine Lösung für den Erhalt des Bades zu finden".
Paulin nennt eine Reihe von Argumenten, warum das Hallenbad auf jeden Fall erhalten werden muss. Es trage wesentlich zu Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden der Bevölkerung bei; auch sei das "Aquamarin" wichtig für Ausbildung und Training für die Wasserrettung im Raum Bobingen. Paulin: "Durch das Bad wird Schulen, Vereinen und Schwimmlehrern ein Umfeld zur Verfügung gestellt, das es erst möglich macht, Kinder und Erwachsene schwimmen lernen zu lassen. So werden
tragische Unfälle und Tote in den Gewässern der Region vermieden."
Als weiteren wesentlichen Aspekt nennt er die Gesundheit: "Schon heute werden die Präventions- und Rehabilitationsangebote im Bereich der Wassergymnastik, Aquagymnastik sowie Versehrtensport zum Teil so stark nachgefragt, dass die bestehenden Angebote ausgeweitet werden könnten." Ohne ausreichende Trainingsmöglichkeiten sei es weder den Vereinen im Breitensport möglich, die Kinder und Jugendliche in den Schwimmstilen auszubilden, noch Talente und Sportler zu fördern, die ihre Heimatstadt nach außen vertreten.
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