Stadtrat: Entscheidung fällt im neuen Jahr

Wenn sich die Bobinger Stadträte kommenden Donnerstagabend zu ihrer letzten Sitzung in diesem Jahr treffen werden, fehlt auf der Tagesordnung ein wichtiger Punkt, der viele Bürger und Vereine brennend interessiert: Eine Entscheidung über die Zukunft des Hallenbads „Aquamarin“ sollte eigentlich noch heuer fallen, ist nun aber laut Bürgermeister Bernd Müller auf 2016 vertagt worden: „Über Art und Umfang der Badertüchtigung wird frühestens anlässlich der nächsten Haushaltsberatung diskutiert“, teilt er auf Anfrage unserer Zeitung mit.
Die Ergebnisse einer in Auftrag gegebenen Bad-Studie hatte der Stadtrat im November ausführlich in nichtöffentlicher Sitzung besprochen. Über die dabei vorgestellten Varianten will die Stadtverwaltung jetzt mit den Bobinger Vereinen, der Wasserwacht und anderen Partnern reden. Fest steht aber heute schon: Wegen der hohen Kosten für eine aufwendige Sanierung des „Aquamarin“ tendieren die Verantwortlichen zu einem Neubau am derzeitigen Standort.

Darauf haben sich die Freien Wähler nach einer Besichtigung der Betonschäden im Hallenbad bereits verständigt, so Ratsmitglied Waltraut Wellenhofer. „Auch die Infrastruktur, insbesondere die räumliche und technische Anbindung an den Sauna-Park, sowie eine attraktive Gastronomie müssen berücksichtigt werden“, sagt sie. Ebenfalls wichtig ist den Freien Wählern, dass die Zeit für die Bauarbeiten möglichst kurz gehalten und erneuerbare Energien genutzt werden.

Für die CSU-Fraktion bildet die im November vorgestellte Studie die wesentliche Grundlage, um die unterschiedlichen Gestaltungs- sowie Betriebsvarianten zu beurteilen. Daher müsse einerseits abgewogen werden, welche der unterschiedlichen Varianten für Bobingen sinnvoll und auch finanziell machbar sei, so Herwig Leiter. „Andererseits muss schon im Vorfeld das Betriebskonzept bewertet werden, unter anderem die Frage, ob zeitweise auch ein Parallelbetrieb von Hallen- und Freibad möglich ist?“

Jetzt muss die Verwaltung ein schlüssiges Finanzierungskonzept erarbeiten, das aufzeigt, welche Auswirkungen eine Investition von mehreren Millionen auf den Haushalt der nächsten Jahre und den Schuldenstand der Stadt haben wird. Hans-Peter Dangl (CSU) sprach schon in einer früheren Sitzung etwas skeptisch von einem „beispiellosen Kraftakt, dessen Verwirklichung wir im Moment nicht seriös zusichern können“. Im Rathaus war zum Hallenbad eigens ein Arbeitskreis gegründet worden; dass eine Entscheidung nicht mehr vor Weihnachten fällt, wie es der Projektplan ursprünglich vorsah, macht die Komplexität des ganzen Themas deutlich.

Während sich der öffentlich zugängliche Eingangs- und Badebereich in gutem Zustand präsentiert, sieht es darunter ganz anders aus: Im Bereich der wasserführenden Leitungen und Technik können auch Laien erhebliche Mängel erkennen. Denn seit der Eröffnung frisst sich über Jahrzehnte chlorhaltige Luft ins Mauerwerk, das allmählich zerbröselt.

Zunächst sollte für knapp drei Millionen Euro eigentlich nur die Technik von Hallen- und Freibad modernisiert werden, zuvor aber ließ das Stadtbauamt genauer nachschauen und musste feststellen, dass massive Betonschäden eine komplizierte Sanierung notwendig machen. Derzeit hält das Personal mit viel Improvisationsgeschick die Mess- und Regeltechnik am Laufen, doch notwendige Reparaturen verursachen entsprechende Kosten.

Weil es kaum noch Ersatzteile für die Mess- und Regeltechnik gibt, kann es jederzeit passieren, dass selbst bei kleinen Störungen ganze Anlageteile ersetzt werden müssen Das städtische Bauamt hatte für die einzelnen Bauteile des Hallenbades eine Restnutzungsdauer errechnet; sie liegt im Bereich der Technik bei fünf bis höchstens zehn Jahren.

Das zuletzt in den 1980er Jahren generalsanierte Bad umfasst momentan ein 25 Meter langes Schwimmerbecken, ein halb so großes Nichtschwimmerbecken sowie ein sowie einen Kleinkinderbereich und zwei Whirlpools. Es ist mit dem Freibad nur räumlich und personell verbunden, gemeinsam gibt es für beide Einrichtungen bisher nur eine Wärmeversorgung.

Im Falle eines Neubaus will man eine möglichst enge Verbindung zwischen beiden Einrichtungen herstellen, zum Beispiel für Eingang, Kassensystem, Duschen, Umkleiden und Technik. Dabei solle die Gesamtinvestition möglichst nicht über zehn Millionen Euro liegen, hieß es in einer früheren Sitzung.
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