Unterwegs auf Stimmenfang: Der Bundestagsabgeordnete Hansjörd Durz besucht Bobingen

Die Bemühungen um einen barrierefreien Bahnhof dauern in Bobingen schon viele Jahre. Foto. Stöbich
Bobingen : Bobingen |

Zu beneiden sind sie wahrlich nicht, die Kandidaten für die Bundestagswahl am 24. September: Ihr monatelanger Propaganda-Marsch durch sämtliche Orte im Wahlkreis gleicht einer Ochsentour und ist im Wechsel mit den Sitzungswochen in Berlin äußerst anstrengend. Denn prominent sein, heißt präsent sein und das nicht nur leibhaftig bei den Bürgern, sondern möglichst auch auf den vielen Seiten im Internet und den Lokalzeitungen.

Davon kann auch Hansjörg Durz ein Lied singen: Seit Wochen rast und reist der CSU-Politiker kreuz und quer durch die ganze Region, ist heute in Augsburg und Aystetten, am nächsten Tag in Mering und München, dann wieder in Diedorf oder Walkertshofen. Sein Ziel: "Damit die Leute mehr Vertrauen in den Staat gewinnen, ist die Beschäftigung mit der Lebenswirklichkeit der Menschen von überragender Bedeutung!" Und die lernt er beim Wittelsbacher Landfrauentag in Friedberg ebenso kennen wie bei den Augsburger Immobilientagen oder einem Besuch im rot regierten Rathaus von Bobingen.
Fast einen halben Tag lang nahm sich Durz jetzt Zeit, um die aktuellen Probleme der Stadt, eine soziale Einrichtung und einen örtlichen Betrieb kennenzulernen und Anregungen, Kritik und Wünsche mit nach Berlin zu nehmen. Der gelernte Bankkaufmann kommt aus der Kommunalpolitik, war von 2002 bis 2013 erst zweiter, dann erster Bürgermeister von Neusäß, wo er heute noch im Stadtrat sitzt.
So sind dem Abgeordneten die Probleme nicht fremd, die ihm Bobingens SPD-Bürgermeister Bernd Müller bei einer Tasse Kaffee im Rathaus schilderte: Baulanderschließung und Wohnraum-Versorgung, aber auch der sechsstreifige Ausbau der B 17 waren Themen des fast einstündigen Gesprächs. Viel konnte Durz dazu nicht sagen, auch nicht zum spürbaren Frust des Stadtoberhaupts über die Sturheit der Bahn.
Denn seit vielen Jahren schon sucht Bobingen einen Verantwortlichen, um den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs voranzubringen. Doch angesichts des Kompetenz-Wirrwarrs bei der Bahn nützt auch eine von der Stadt veranlaßte Machbarkeitsstudie wenig. Und auch Durz Aussage, dass Bobingen aufgrund der Vorgaben nicht in ein Förderprogramm für ländliche Bahnhöfe falle, half Müller bei dem Gespräch nicht weiter. Zumindest will sich der CSU-Mann den Masterplan einmal näher anschauen und dann sehen, was man vielleicht auch nach dem 24. September noch tun kann.
Nicht ganz so mühsam wie bei der Bahn, aber auch nicht einfach ist es in der Bobinger Siedlung, bei den Bürgern so etwas wie ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln. Müller schilderte die Projekte im Programm "Soziale Stadt" und sagte, "wir müssen auch über den Tag hinausdenken". Im Rahmen des Brunnenfestes will die Siedlung heuer ihr 80-jähriges Bestehen feiern.
1
Einem Autor gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.