Die Begeisterung ist nicht zu stoppen – Resümee des Premierenwochenendes

Gänsehaut pur bei den Kaltenberger Ritterspielen. Die herrscht auch, wenn Siegfried mit einer Feuerhantel zu Pferd einen zehn Meter langen Funkenschweif hinter sich herzieht. (Foto: Alle Fotos: Kaltenberger Ritterspiele)
 

Das Kaltenberger Ritterturnier startet furios in die Spielzeit 2017: Die neue Arena-Show erfährt enormen Zuspruch, zahlreiche neue Künstler spielten sich im Handumdrehen ins Herz des Publikums und so manche Musikgruppe sorgte mit spontanen Jam-Sessions für unerwartete Highlights:

Jubel aus tausenden Kehlen bei der neuen Arena-Show der Kaltenberger Ritterspiele

Samstag, 15. Juli 2017, 21 Uhr: Die neue Arena-Show läuft seit gerade einmal einer Stunde. Doch das Publikum kennt kein Halten mehr. Wieder und wieder schwappt die La-Ola-Welle durch das Rund der Arena, begleitet vom Jubel aus tausenden Kehlen. Angestachelt von den atemberaubenden Kunststücken der Reiter bricht sich die Begeisterung Bahn. Solange, dass Johannes Steck, Erzähler der Show „Der letzte Ritter“, schließlich eingreifen muss, um die Gefühle wieder zu beruhigen. Die Show ist schließlich noch lange nicht zu Ende. Noch mehr als eine Stunde Action, Emotionen und Schlachten-Drama liegt vor den Zuschauern.

Eine Geschichte auf Schloss Kaltenberg, die von Anfang an berührt

Die Szene am Samstagabend ist sinnbildlich für die Entwicklung des Kaltenberger Ritterturniers in den letzten Jahren. Die behutsame Kuration des Kreativteams hat dazu geführt, die Arena-Show auf internationales Blockbuster-Format zu heben. Der erfolgreiche Autor Michael Peinkofer schuf mit „Der letzte Ritter“ eine Geschichte, die von Anfang an berührt. Zwei Stunden lang erleben die Zuschauer, wie aus dem kleinen Straßenjungen Siggi der strahlende Held Siegfried wird, der nicht nur
für seinen Traum, der Schwertführer des Reiches zu werden, sondern auch um seine große Liebe kämpfen muss. Hinzu kommt Erzähler Johannes Steck, der die liebevoll gezeichneten Charaktere wie etwa den ständig betrunkenen und lebenslustigen Ritter Ademar stimmlich mit ungeheurer Sensibilität und Intensität zum Leben erweckt.


Mario Luraschis Cavalcade zeigt sich bei den Kaltenberger Ritterspielen in Höchstform

Der neue Regisseur Alexander May schraubte am Lichtkonzept, das den Blick der Zuschauer perfekt auf das Geschehen lenkt. Gezielt arbeitet er außerdem mit Momenten der Stille, in denen das immer wieder überraschende und wendungsreiche Geschehen in der Arena auf das Publikum wirken kann. Gänsehaut pur. Die herrscht auch, wenn Siegfried mit einer Feuerhantel zu Pferd einen zehn Meter langen Funkenschweif hinter sich herzieht. Oder sich die Beine seines Pferdes um ihn legen, als würde es ihn umarmen. Mario Luraschis Cavalcade zeigt sich einmal mehr in Höchstform.

Gewagtes und schräger Humor im Rahmenprogramm rund um die Kaltenberger Ritterspiele

So begeistert wie „Der letzte Ritter“ wurden auch die neuen Künstler am ersten Wochenende in Kaltenberg aufgenommen. Wer sich an die Empfehlungen des Programmheftes hielt, verpasste keines der Highlights aus dem umfangreichen Rahmenprogramm. Etwa die skurrilen Walk-Acts Ottfried und Odil oder die neue gewaltige Feuer-Show von Hypnotica, die die Arena an jedem Tag ein zweites Mal füllte. Hinreißend waren die spontanen Jam-Sessions, etwa, als sich die Musiker von Oro dem Auftritt der Flugträumer anschlossen und mit ihnen gemeinsame Sache machten. Apropos Flugträumer. Die Hochseilartisten aus Berlin – Steampunk meets Zylinder – erweisen sich mit ihrem schrägen Humor und den gewagten Kunststücken ebenfalls als absolute Bereicherung für das Kaltenberger Ritterturnier. Zwischen weiteren neuen Highlights wie der anmutigen
Schlangentänzerin Linda oder dem Weibsvolk, das im Schlosshof wundervolle Melodien spielt, entdeckt man natürlich auch viel Vertrautes inmitten der authentischen Mittelalterkulisse.

Wie in jedem Jahr herrscht auf dem Schlossgelände ein Überangebot an Eindrücken, die das Kaltenberger Ritterturnier zu einem einzigartigen Erlebnis machen, dem man noch am kommenden (21. bis 23. Juli) und nächsten Wochenende (28. bis 30. Juli) beiwohnen kann. (pm)
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Adalbert Birkhofer aus Königsbrunn | 19.07.2017 | 10:42  
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