Aktionsbündnis fordert: Keine zweite „Riedautobahn“ zwischen Buttenwiesen und Tapfheim

Die Pläne sehen vor, diese Straße durchs Ried von 4,5 auf 16 Meter Breite auszubauen. Das Aktionsblündnis will das verhindern und das Ried retten. Foto: pm


In Pfaffenhofen hat sich kürzlich ein Aktionsbündnis unter dem Slogan: "Keine zweite Riedautobahn" gegründet. Petra Durner-Uhl aus Laugna und Brigitte Straub aus Wertingen, Sprecherinnen des neu gegründeten Aktionsbündnisses sagen ganz klar: "Sanierung Ja, Ausbau Nicht mit uns!" zum Vorhaben der Gemeinde Buttenwiesen, die kleine Straße zwischen Pfaffenhofen und Rettingen, nicht nur bedarfsgerecht auszubessern, sondern von derzeit 4,50 Meter Teerdecke auf insgesamt 16 Meter Breite, samt Anwandweg und Fahrradweg ausbauen. Die Straße wird aktuell lediglich von im Schnitt 380 bis 400 Autos befahren und ist eine beliebte Radwanderwegstrecke.

Im Gasthof Straub versammelten sich insgesamt 40 Interessierte, Mitglieder verschiedener Parteien, Kreisrätin Heidi Terpoorten, Vertreter der Kreisgruppe des Bund Naturschutzes, Gemeinderäte Buttenwiesens und Landwirte, sowie Bürger, denen der Schutz des Donauriedes am Herzen liegt.

Gegen Zerstörung der Natur und Verschwendung von Steuergeldern

Nach einem sehr informativen Vortrag über die Flora und Fauna des wertvollen und schützenswerten Naturschutzgebietes Donauried durch Gernot Hartwig, Sprecher der BN Ortsgruppe Buttenwiesen, gab es im Anschluss hitzige Diskussionen.

Etliche Veranstaltungsbesucher äußerten sich sehr bestürzt über das geplante Vorhaben und befürchten mit millionenschwerer Verschwendung von Steuergeldern eine weitere Zerstörung der dort einzigartigen Natur, denn "auch Zuschüsse für den Straßenbau sind unser aller Steuerabgaben und kein Geschenk vom Vater Staat", lautete eine Wortmeldung.

Dieter Leipert, Sprecher der Kreisgruppe des Bunds Naturschutzes zeigte den Widerspruch auf, dass einerseits der Staat mit viel Geld in Wiesenbrüterprogramme im Donauried investiert, andererseits durch die große Kreisstraße viel Lärm, Verkehr, Erschütterungen und Abgase für Vögel, Amphibien, Insekten, Fuchs und Hase zu verantworten hat.

Geht es dabei nur um Kostenverlagerung?

Ein Herr vermutet, dass die vor Jahren groß ausgebaute Donaubrücke in Tapfheim, mit der Entscheidung zusammen hängt, jetzt die kleine Verbindungsstraße zur Kreisstraße zu erheben, um die Kosten für Unterhalt anfallende zukünftige Reparaturen, den Winterdienst sowie weitere zukünftige Kosten für Brücke und Straße von den Gemeinden auf den Kreis abzuwälzen. Für den geplanten Trassenneubau einer zweiten Riedautobahn würden 2,6 Hektar wertvolles Wiesen und Ackerland unwiederbringlich versiegelt.

Forderung des Aktionsbündnisses: Alternative erwägen

Alternativ denkbar und für das Aktionsbündnis wünschenswert wäre es, die vorhandene Straße auszubessern und den Donauradwanderweg, wie auch schon vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) gewünscht, auf dem vorhandenen Weg an den Schweighöfen und der Donau oder sogar den Pfaffenhofener Riedweg zu benutzen.

"Zweitgrößte unbebaute Fläche in Deutschland" neben Lüneburger Heide erhalten

Eins hat sich das neu gegründete Aktionsbündnis vorgenommen: Sie wollen weiteren unnützen Flächenfraß und den ihrer Meinung nach unverhältnismäßigen Ausbau einer Ortsverbindungsstraße, in einem schützenswerten Gebiet, verhindern.

Interessanterweise steht in der Broschüre Buttenwiesen: "Denn das Donauried ist nach der Lüneburger Heide die zweitgrößte unbebaute Fläche in Deutschland und mit zahlreichen Natur- und Vogelschutzgebieten und mit hohem Freizeitwert". Das will das Aktionsbündnis erhalten und weiterhin schützen.
(pm)
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